Almen und Almhütten in der Steiermark
Wo das Leben der Berge zuhause ist
Eine Alm ist weit mehr als ein Wanderziel. Sie ist Lebensraum, Arbeitsplatz und gelebte Kulturlandschaft zugleich. Zwischen Dachstein und Weinland führen Wanderwege zu urigen Almhütten, aussichtsreichen Gipfeln und bewirtschafteten Almen, auf denen Menschen und Tiere seit Generationen den Sommer verbringen. Wer auf die Alm wandert, erlebt nicht nur beeindruckende Berglandschaften und herzliche Gastfreundschaft, sondern taucht in eine jahrhundertealte Kultur ein, die die Steiermark bis heute prägt.
Das macht die Almen der Steiermark besonders
- Mit 1.685 Almen, davon 801 bewirtschaftet, zählt die Steiermark zu den almreichsten Bundesländern Österreichs und bietet eine außergewöhnliche Vielfalt an Almwanderungen und urigen Almhütten.
- Rund 20 Prozent der Landesfläche der Steiermark sind Almgebiet. Die Almen reichen von den Kalkalpen im Norden über die Niederen Tauern bis in die sanften Hügel der Ost- und Südsteiermark.
- Almen sind gelebte Kulturlandschaften. Erst durch ihre jahrhundertelange Bewirtschaftung entstanden die offenen Bergwiesen, die heute zu den schönsten Wanderlandschaften der Alpen zählen.
- Während des Almsommers leben Sennerinnen, Senner, Almbäuerinnen und Almbauern mit ihren Tieren mehrere Monate auf der Alm und prägen den besonderen Charakter dieser Landschaft.
- Almwirtschaft erhält die Berge lebendig. Sie bewahrt artenreiche Almwiesen, schützt vor Verbuschung und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität sowie der einzigartigen Kulturlandschaft.
- Der Naturpark Almenland in der Oststeiermark gilt als das größte zusammenhängende Niedrigalmgebiet Europas.
- Mit der Remschniggalm nahe der Südsteirischen Weinstraße reicht die Almlandschaft der Steiermark bis an die Grenze zu Slowenien. Als südlichste Alm der Steiermark zeigt sie eindrucksvoll, wie vielfältig die Landschaften im Grünen Herz Österreichs sind.
- Regionale Spezialitäten entstehen direkt auf der Alm. Almkäse, Butter, Bauernbrot und viele weitere Schmankerl machen jede Einkehr zu einem authentischen Genusserlebnis.
- Mehr als 600 Almwanderungen führen zu aussichtsreichen Almen und urigen Almhütten – von gemütlichen Familienwanderungen bis zu anspruchsvollen Bergtouren.
Quellen: Almwirtschaft Österreich und Landesentwicklung Steiermark
Leben auf der Alm in der Steiermark
Wo Arbeit, Handwerk und Tradition zusammengehören
Während Wanderer auf der Alm Ruhe, Weitblicke und regionale Spezialitäten genießen, beginnt für Sennerinnen, Senner, Almbäuerinnen und Almbauern der Arbeitstag oft schon vor Sonnenaufgang.
Zu den täglichen Arbeiten gehören das Versorgen und Melken der Tiere, die Herstellung von beispielsweise Almkäse und Butter sowie die Instandhaltung von Zäunen und Wegen. Der Almsommer ist geprägt von harter Arbeit und großer Leidenschaft, denn die Alm ist zugleich Arbeitsplatz, Lebensraum und ein Zuhause auf Zeit.
Dieses Leben folgt einem Rhythmus, der seit Generationen von der Bewirtschaftung der Flächen und dem Umgang mit den Tieren geprägt ist. Damit wird eine jahrhundertealte Form der Landwirtschaft bis heute weitergeführt.
Wer auf einer Alm unterwegs ist oder in einer Hütte einkehrt, erlebt deshalb weit mehr als Natur und regionale Spezialitäten: Die offenen Almwiesen, gepflegten Wege und bewirtschafteten Hütten sind das Ergebnis täglicher Arbeit.Die Almwirtschaft in der Steiermark macht sichtbar, wie eng Natur, Landwirtschaft, Handwerk und menschliches Leben in der Bergwelt miteinander verbunden sind.
Weidetiere prägen die steirischen Almen
Lebensmittel, Landschaftspflege und Artenvielfalt
Rinder, Schafe und Ziegen sind auf den Almen in Österreich weit mehr als Teil des Landschaftsbildes. Sie liefern Lebensmittel wie Milch, Käse, Butter und Fleisch und tragen gleichzeitig wesentlich zur Bewirtschaftung der Almflächen bei. Während die Tiere den Sommer auf der Alm verbringen, werden Flächen im Tal entlastet und können etwa für die Gewinnung von Winterfutter genutzt werden.
Auf der Alm selbst halten die Weidetiere Wiesen und Hänge offen: Kühe weiden größere Flächen ab, Ziegen fressen auch Sträucher und erreichen Bereiche, die nur schwer gemäht werden können. Ohne Beweidung oder Mahd würden viele Bergwiesen mit der Zeit verbuschen. So erhalten Weidetiere eine über Generationen entstandene Kulturlandschaft und sichern Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Davon profitieren auch wir Menschen, die zum Wandern, Erholen und Genießen auf die Alm kommen: Viele der offenen Landschaften, die heute als Naturerlebnis wahrgenommen werden, sind das Ergebnis aktiver Almwirtschaft.
Quelle: Land schafft Leben
Almfeste und Almabtriebe in der Steiermark
Almkultur erleben
Almfeste gehören in der Steiermark zum Almsommer
Sie verbinden Brauchtum, Musik und regionale Kulinarik und geben Einblick in das Leben auf der Alm. Zu den traditionellen Veranstaltungen zählen etwa das Almfest auf der Aflenzer Bürgeralm in der Hochsteiermark, das Remschniggalm Almfest in der Südsteiermark und das Viehbergalmfest in Schladming-Dachstein.
Almabtrieb: Wenn der Almsommer endet
Mit dem Ende des Almsommers kehren die Tiere von den Bergweiden ins Tal zurück. Der Almabtrieb ist bis heute Teil des Jahresrhythmus vieler landwirtschaftlicher Betriebe. Ist der Sommer gut verlaufen, werden die Tiere traditionell geschmückt und ihre Rückkehr vielerorts mit Musik, Kulinarik und einem Fest begleitet.
Almabtriebe finden in verschiedenen Regionen der Steiermark statt, etwa am Dachstein, im Lachtal oder auf der Mönichwalder Schwaig. Eine Besonderheit ist der Lipizzaner-Almabtrieb: Dabei kehren die Lipizzaner nach ihrem Sommer auf der Stubalpe wieder ins Gestüt Piber zurück.
Almen in der Steiermark
Ausflugsziel und Urlaubsort zugleich
Ob als Ziel einer Wanderung, für eine genussvolle Einkehr oder einen Urlaub mitten in den Bergen – die Almen der Steiermark laden dazu ein, den Alltag hinter sich zu lassen. Hier bestimmen frische Bergluft, das Läuten der Kuhglocken und die herzliche Gastfreundschaft den Tagesablauf.
Serviert werden in den Almhütten regionale Spezialitäten, oft direkt auf der Alm hergestellt – von würzigem Almkäse über frische Butter bis hin zu selbst gebackenem Bauernbrot. Wer länger bleibt, erlebt das Almleben von seiner ursprünglichsten Seite und genießt Ruhe, Natur und authentische Almkultur.
Warum ist uns richtiges Verhalten auf der Alm wichtig?
10 Regeln für den richtigen Umgang mit Weidevieh
Almen und Weiden sind beliebte Urlaubsziele und wichtige Wirtschaftsräume zugleich. Damit diese Kulturlandschaften auch künftig erhalten und zugänglich bleiben, sind einige Regeln zu beachten. Im folgenden Video erfahren Sie, welche Regeln für einen sicheren Umgang mit Weidevieh zu beachten sind.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Almen in Österreich
Wie buche ich eine Almhütte in Österreich? Kann man auf Almhütten auch übernachten?
Diese und viele weitere Fragen stellen sich bei der Planung eines Urlaubs im Grünen Herz. Hier finden sich die wichtigsten Antworten rund um Wanderungen und Urlaube auf den Almen der Steiermark.
Buchung & Übernachtung
Eine Almhütte in der Steiermark zu mieten ist einfach: Immer mehr Hütten können direkt online gebucht werden, andere auf Anfrage bei den Gastgebern. Besonders gefragt sind Almhütten mit guter Erreichbarkeit und Aussichtslage. Daher immer bei der Buchung auf Ausstattung, Lage und Saison achten, um die passende Hüttenübernachtung in der Steiermark zu finden.
Die Ausstattung einer Almhütte ist sehr unterschiedlich und reicht von urig-einfach bis komfortabel-modern. Manche Hütten sind bewusst schlicht gehalten, andere bieten zusätzlich Küche, Badezimmer, Heizung oder gemütliche Aufenthaltsräume mit Aussicht auf die Berglandschaft.
Nicht jede Almhütte verfügt über Strom, fließendes Wasser oder WLAN. Gerade auf abgelegenen Hütten ist die Ausstattung oft bewusst reduziert, damit der Aufenthalt besonders ursprünglich und naturnah bleibt. Wenn eine bestimmte Ausstattung gewünscht ist, sich bitte vorab entsprechend zu informieren.
Ob Bettwäsche, Handtücher und ein Hüttenschlafsack vorhanden sind, hängt von der jeweiligen Hütte ab. In vielen Fällen werden diese Dinge selbst mitgebracht oder gesondert organisiert, daher lohnt sich ein Blick in die Beschreibungen der Hütte und die Buchungsdetails vor der Anreise.
Die Preise für eine Übernachtung ist je nach Lage und Ausstattung unterschiedlich. Einfache Schlafplätze im Lager sind günstiger, während Zimmer oder komfortablere Almhütten in der Steiermark entsprechend mehr kosten.
Check-in, Bezahlung und Check-out sind von Unterkunft zu Unterkunft unterschiedlich geregelt. Gäste erhalten vorab alle wichtigen Informationen direkt vom Vermieter oder Anbieter, damit der Urlaub auf der Alm entspannt und gut vorbereitet abläuft.
Die beste Zeit für einen Almurlaub in der Steiermark hängt davon ab, welches Erlebnis Sie suchen. Frühling und Sommer stehen für blühende Almwiesen und Wanderungen, der Herbst für Ruhe und klare Fernsicht, und auch der Winter bietet auf den Hütten eine besondere Auszeit in der Natur und ideale Bedingungen für Winterwanderungen auf den steirischen Almen. Zu beachten sind jedoch bei Winterwanderungen die möglichen Wintersperren von Hütten oder ihre eingeschränkten Öffnungszeiten in den Wintermonaten.
Wichtig: Vor jeder Tour oder Planung einer Übernachtung auf einer Almhütte das regionale Bergwetter und die Wetterprognose prüfen.
Hunde sind auf vielen Hütten in der Steiermark erlaubt, allerdings nur nach vorheriger Absprache mit den Gastgebern. Wenn Hunde mitgenommen werden dürfen, müssen sie bei den Wanderungen stets gut beaufsichtigt werden. Wichtig: Hunde immer unter Kontrolle haben und kurz anleinen. Nähere Informationen zu Wanderungen mit einem Hund finden sich auf der Seite "Sicherheit am Berg".
Viele Almhütten in der Steiermark sind nur zu Fuß über einen Wanderweg erreichbar. Je nach Lage führen einfache Wege oder anspruchsvollere Steige zur Hütte. Einige Almhütten können auch mit dem Auto erreicht werden.
Die genaue Erreichbarkeit ist immer in der Beschreibung der jeweiligen Almhütte angeführt.
Almwandern & Familie
In der Steiermark führen zahlreiche Wanderungen zu Almen und Hütten, von leichten Spazierwegen bis zu anspruchsvolleren Bergtouren. Besonders schön sind Touren, die Naturerlebnis, Aussicht und eine gemütliche Einkehr auf einer typisch steirischen Alm mit regionaler Kulinarik miteinander verbinden.
Besonders empfehlenswert sind Hüttentouren, die mehrere Hütten miteinander verbinden oder zu aussichtsreichen Gipfeln führen.
Im Gesäuse bietet die Gesäuse Hüttenrunde eine klassische Mehrtageswanderung. Weitere beliebte Mehrtagestouren von Hütte zu Hütte sind:
Ja, ein Almurlaub ist für Kinder ein besonderes Erlebnis. Die Kombination aus Natur, Ruhe, Bewegung und kurzen Wegen macht viele Almhütten auch zu einem idealen Ausgangspunkt für gemeinsame Erlebnisse am Berg.
Für Familien eignen sich vor allem kurze bis mittellange Almwanderungen mit guter Wegführung, moderatem Höhenunterschied und einer Einkehrmöglichkeit unterwegs. Ideal sind Touren, die viel Abwechslung bieten, aber trotzdem entspannt zu gehen sind.
Einige Almwege in der Steiermark sind für Kinderwagen geeignet. Viele Routen führen über Naturwege oder Steige, daher sollte die Strecke vorab geprüft werden.
In der Steiermark gibt es zudem Routen, die als „Kinderwagenmeilen“ ausgewiesen sind – einige Wege davon führen auch zu Almgebieten.
Almwanderungen mit Kindern sind gut machbar, wenn die Tour an Alter, Kondition und Wetter angepasst wird. Wichtig sind ausreichend Pausen, gutes Schuhwerk und besondere Vorsicht auf schmalen Wegen, bei nassem Untergrund oder in der Nähe von Weidevieh.
Auf vielen bewirtschafteten Almen in der Steiermark werden regionale Spezialitäten wie Brettljause, Almkäse oder warme Gerichte serviert. Selbstversorgerhütten bieten hingegen keine Verpflegung – hier müssen Lebensmittel selbst mitgebracht werden.
Für eine Almwanderung sind festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, ausreichend Wasser und eine kleine Jause empfehlenswert. Je nach Route sind außerdem Sonnenschutz, eine Karte oder ein Handy mit Navigation sinnvoll. Zusammenfassend sollten mit dabei sein:
- leichter, wetterfester Wanderrucksack
- gut eingelaufene Wanderschuhe mit Profil
- wetterfeste Kleidung, vor allem Regenjacke und je nach Wetter auch eine zusätzliche warme Schicht
- ausreichend Wasser, bei längeren Touren eher mehr als zu wenig
- kleine Jause oder energiereiche Snacks
- Sonnenschutz: Sonnencreme, Sonnenbrille und Kappe oder Hut
- Erste-Hilfe-Set, Blasenpflaster und persönliche Medikamente
- Handy mit vollem Akku, am besten zusätzlich mit Powerbank
- Karte, Route oder Navigationshilfe
- Bargeld, falls unterwegs keine Kartenzahlung möglich ist
- je nach Tour: Wanderstöcke, Hüttenschlafsack und Wechselkleidung
Sicherheit & Verhalten auf der Alm
Hunde dürfen auf vielen Almwanderungen an der Leine mitgeführt werden, sofern sie gut kontrollierbar sind. In Almgebieten mit Weidevieh müssen Hunde an der kurzen Leine bleiben, damit Tiere nicht gestört oder verunsichert werden.
Bei Weidevieh gilt: ruhig bleiben, Abstand halten und die Tiere nicht bedrängen oder füttern. Hunde müssenin solchen Bereichen angeleint sein, und Weidezäune sowie markierte Wege sind unbedingt zu respektieren.
Tipp: Video "10 Regeln für den richtigen Umgang mit Weidevieh"
Bei Wetterumschwung, Wegsperren oder umgestürzten Bäumen sollte man die Tour möglichst abbrechen oder rechtzeitig umkehren.
In alpinem Gelände geht Sicherheit immer vor, denn Sicht, Untergrund und Wegverhältnisse können sich schnell verändern. Daher vor jeder Wanderung die Wettervorhersage beobachten.
Die FAQs wurden mit Unterstützung von KI erstellt. Die endgültige Zusammenstellung und Kuratierung erfolgte durch Mag. Günther Steininger, Steiermark Tourismus.