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Tourentipps zwischen Dachstein und Hochschwab

  • 6 Minuten Lesezeit
  • Wanderroute Vom Gletscher zum Wein , Sommer
Es gibt Momente im Leben, da spürt man das Bedürfnis, sich ein paar Tage Auszeit nehmen zu müssen um seine Zeit mit neuen Gedanken und Erlebnissen zu füllen. Da sind wohl Tourentipps entlang der Wanderroute "Vom Gletscher zum Wein" genau das Richtige. Die Mehrtagestouren mit 3-7 Tagesetappen bieten die Möglichkeit die unterschiedlichen Landschaften der Steiermark - vom ewigen Eis am Dachstein bis zu den Reben im Weinland - kennenzulernen.

In dieser 3-teiligen Serie präsentieren sich Mehrtagestouren als Einladung die Steiermark zwischen Dachstein und Weinland zu erwandern. Je nach Lust und Laune, Wind und Wetter oder auch Jahreszeit finden sich Tourentipps, die sich wie eine Perlenkette entlang der Wanderroute "Vom Gletscher zum Wein" aneinanderreihen. Hier und heute sind es vier 3-Tages-Touren zwischen Dachstein und Hochschwab. Eine Einladung das Dachsteinmassiv, die Tauplitz im Toten Gebirge, das Gesäuse und das Hochschwabmassiv zu entdecken. Hütten und ihre kulinarischen Schmankerl ebenso wie Wirtsleute und kulturelle Sehenswürdigkeiten runden den (Kurz)Urlaub ab.
 

1. Vom Dachstein ins Ausseerland

Diese 3-Tages-Tour vom Dachstein über den Stoderzinken nach Bad Mitterndorf im Ausseerland Salzkammergut bietet unglaubliche landschaftliche Eindrücke. Zahlreiche Geschichten rund um Schmugglerpfade, Wallfahrtswege und alpine Steige in dieser imposanten Bergwelt im Nordwesten der Steiermark sind Wegbegleiter. Geht es zunächst über das ewige Eis des Dachstein Gletschers zum Guttenberghaus oberhalb von Ramsau am Dachstein, so werden am zweiten und dritten Tag die wunderschön gelegenen Almgebiete des östlichen Dachsteinmassivs wie die Grafenbergalm oder die Viehbergalm, die 1468 erstmals urkundlich erwähnt wurde, besucht. Auf der Rotbödenalm hat man allerdings bei Ausgrabungen Römermünzen gefunden, die auf eine noch längere Historie hinweisen. Beeindruckend: Die Nothgasse mit ihren historisch wertvollen Felsritzungen, die ebenso durchwandert wird. Ziel ist Bad Mitterndorf, wo den möglicherweise etwas müden Waden in der Grimming Therme Erholung gegönnt wird.

Tipp: Schon ein paar Tage früher anreisen und mindestens 2 Nächte in einem Sommercard-Betrieb übernachten. Durch die Übernachtungen und gleichzeitig Einstimmung auf die Wandertour ist mit der Sommercard die Auffahrt mit der Dachstein-Gletscherbahn kostenlos.

2. Vom Ausseerland ins Ennstal

Die imposante Landschaft des Toten Gebirges, glasklare Seen in Trinkwasserqualität, im Frühsommer ein duftendes Blütenmeer und zu guter Letzt eine tosende Klamm als krönender Abschluss. Auf der 3-Tages-Tour vom Ausseerland Salzkammergut ins Ennstal besucht man die Tauplitzalm, das größte Seenhochplateau Europas, plantscht in glasklaren Bergseen, durchquert das Tote Gebirge und durchwandert das rauschende Naturdenkmal Wörschachklamm. Wer gemütlich starten möchte kann in den Sommermonaten alternativ zum Aufstieg auf die Tauplitzalm die Variante über den Ort Tauplitz und den Aufstieg mit der Sesselbahn wählen.

Die Nord- und Südroute vom Dachstein bis ins Weinland

Vom Gletscher zum Wein

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3. Von Hütte zu Hütte durch das Gesäuse

Der Abschnitt durch das Gesäuse, den jüngsten Nationalpark Österreichs, startet im Angesicht des Stiftes Admont. Neben zahlreichen Museen ist dieses auch Heimat der größten Stiftsbibliothek der Welt. Endpunkt unserer Route ist Radmer, ein beschaulicher Ort zwischen den Gesäusebergen und den Eisenerzer Alpen. Die alpine Landschaft, die vom wilden Wasser der Enns und Salza geprägt ist, die steilen Felswände der Gesäuseberge und die herrlichen Almen und Orte wie das romantische Johnsbach mit dem berühmten Bergsteigerfriedhof sind Wegbegleiter auf der 3-Tages-Tour. Auf den bewirtschafteten Alm- und Schutzhütten wird man mit steirischen Köstlichkeiten verwöhnt, garniert mit der einen oder anderen Bergsteigergeschichte.

Der Sackwiesensee am Hochschwab

4. Hochschwab-Überschreitung

Steirisches Gamsgebirge, Arena der Einsamkeit - das sind nur zwei der unzähligen Attribute, mit denen das weitläufigste Gebirgsmassiv der Ostalpen gerne bedacht wird. Die Überschreitung des Hochschwab ist mit ihren 3 Tagesetappen ein absoluter Klassiker in den Ostalpen. Gestartet wird in Eisenerz am Fuße des imposanten Erzberg, wo seit dem 11. Jh. Erz abgebaut wird. Neben dem Bergbau bietet auch die beeindruckende Erlebniswelt "Abenteuer Erzberg" zahlreiche Möglichkeiten diesen riesigen Bodenschatz näher kennen zu lernen. Über den Leopoldsteinersee und zahlreiche Hütten wie dem Schiestlhaus, dem ersten Schutzhaus in Passivbauweise im Alpenraum, führt die Tour nach Seewiesen. Wer hier neben den unzähligen Gämsen und Steinböcken nur Wald, Almen und Felsen sieht, nimmt nur einen Bruchteil dessen wahr, was der Hochschwab wirklich ist: Eine Seelenlandschaft mit schroffen Felsen, engen Schluchten und einem beeindruckendem Hochplateau mit einem einzigartigen Blumenreichtum.

Über die Redakteurin / den Redakteur

Günther Steininger
„Was man laut ihm nicht verpassen sollte: Die Angebote des Nationalparks Gesäuse und der Naturparke mit ihren Naturjuwelen. Die Palette reicht von Besuchen im Urwald bis zum Fotografieren der Milchstraße.“
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Die schönsten Fotopunkte

Nach der Auffahrt mit der Panoramagondel auf den Dachstein erwarten einen gleich zu Beginn der Wanderroute "Vom Gletscher zum Wein" mehrere beeindruckende Fotopunkte: das Glaspodest der "Treppe ins Nichts" in schwindelerregender Höhe, die Hängebrücke als Zugang zum Eispalast und der Treppe ins Nichts, oder der Skywalk.

Das Steirerseebankerl auf der Tauplitzalm bietet eine herrliche Aussicht auf die gleichnamigen Seen, die direkt an der Route liegen. Im Frühsommer verwandeln sich die Wiesen rund um das Bankerl wie auch auf der gesamten Tauplitzalm in ein Alpenblumenmeer. Almrausch, Enzian, Nieswurz, Steinnelken, Kugelblumen, Anemonen und wilder Thymian lugen zwischen den Steinen am Wegesrand hervor.

In jahrtausendlanger Wühlarbeit hat sich der Wörschachbach rauschend und wild durch das Felsgestein seinen Weg gegraben. Vor etwa 140 Jahren sind hier noch Händler mit Pferdegespannen durchgefahren und Holzknechte transportierten mit der Kraft des Wassers das Holz zu Tal. Der Bau des Steiges durch die Wörschachklamm, im Sommer 2021 übrigens umfangreich saniert, war eine wahre Pionierleistung.

Wie im Zeichentrickfilm „In einem Land vor unserer Zeit“, als das „Große Tal“ auf der Leinwand erscheint, ergeht es einem beim Anblick der Sulzkaralm. Es ist eine Alm wie aus dem Alpen-Bilderbuch, die sich hier im Bereich des Sulzkarhundes vor einem ausbreitet.

Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Wandern mit Bahn & Bus

Einsteigen, aussteigen und die Steiermark genießen: Alle angeführten Mehrtageswanderungen lassen sich mit den Bahn- und Buslinien der ÖBB und Partnern der Verbundlinie Steiermark sowie regionalen Mobilitätsangeboten umweltfreundlich umsetzen:

  • Bei der Tour vom Dachstein ins Ausseerland erfolgt die Anreise mit der Bahn bis Schladming, vom Bahnhof Schladming gelangt man mit dem Wanderbus nach Ramsau am Dachstein. Vom Ziel in Bad Mitterndorf geht es mit Bahn und Bus in etwas mehr als 1 Stunde retour nach Schladming.
  • Vom Ausseerland ins Ennstal gestaltet es sich einfach: Bad Mitterndorf ist aus allen Himmelsrichtungen einfach mit der Bahn erreichbar, und auch die Rückfahrt von Wörschach (Bahnhof Wörschach Schwefelbad) zum Startpunkt erfolgt mit der Bahn.
  • An Samstagen, Sonn- und Feiertagen fährt 2 x täglich ein Direktzug von und nach Wien durch das Gesäuse, an Wochentagen wird die Strecke durch das Gesäuse von der Buslinie 912 bedient. Um vom Ziel Radmer nach Admont zurückzukehren kombiniert man die Buslinien 920 und 912 (Fahrzeit 1 - 2 Stunden). Tipp: Gesäuse Sammeltaxi.
  • Nimmt man die Hochschwabüberschreitung in Angriff, so kombiniert man bei der Rückreise von Seewiesen nach Eisenerz die Buslinie 170 ab Seeweisen mit der Bahn zwischen Kapfenberg und Leoben und der Buslinie 820, die von Leoben nach Eisenerz führt.

Detaillierte Informationen mit genauen An- und Ankunftszeiten bietet der Verkehrsplaner der Verbundlinie Steiermark.