Pfarrkirche-Murtal-Steiermark | © Georgsgemeinschaft zu Praitenfurt Pfarrkirche-Murtal-Steiermark | © Georgsgemeinschaft zu Praitenfurt

Pfarrkiche St. Georgen

St. Georgen ob Judenburg

Das äußere Erscheinungsbild des nach Osten orientierten Kirchenbaues wird sehr wesentlich vom mächtigen, viergeschossigen romanischen Turm mit barocker Haube, Zwiebel und Laterne geprägt.

Der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als rechteckige Saalkirche mit Ostturm angelegte Bau wurde im 15. Jahrhundert im Osten durch Hinzufügung von Chor und Sakristei vergrößert; diese gotische Ergänzung ist an dem hochstrebenden Baukörper, den schmalen Spitzbogenfenstern und den Strebepfeilern am Chorschluß gut erkennbar.

Mitte des 17. Jahrhunderts erfolgte eine weitere bauliche Veränderung durch die Einwölbung des ursprünglich flachgedeckten Langhauses und die Errichtung eines Querschiffes in Form von barocken Kapellen mit Halbkreisschluß. Stilistisch ist der romanische Gründungsbau dem Typus der “Chorturmkirche” mit eingezogenem quadratischen Chorraum im Ostturm zuzurechnen – eine Bauform, welche in der Steiermark mit mehreren Beispielen aus dem 12. und 13. Jahrhundert vertreten ist.

Eine Besonderheit sind die im Zuge der Innenrenovierung von 1987 bis 1989 freigelegten und restaurierten romanischen Wandmalereien im Turmquadrat der Kirche. Es handelt sich dabei um eine der wenigen vollständigen Ausstattungen eines Raumes aus dem 13. Jahrhundert.
Die Malereien sind ein höchst interessantes stilgeschichtliches Dokument zwischen Spätromanik und dem Zackenstil. Sie umfassen die Darstellung der Kirche (Ecclesia), der Evangelisten, der Apostel und der Propheten, das himmlische Jerusalem sowie 20 Szenen aus der Georgslegende. Bemerkenswert ist auch die Lesbarkeit sämtlicher Inschriften im Gewölbe.

Vor einigen Jahren hat das Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Wien Proben aus den Wandmalereien genommen und in der Folge untersucht. Dabei konnte eine bisher unbekannte Bakterienart entdeckt werden.
Diese neue Gattung wurde nach dem Ort der Entdeckung – also St. Georgen ob Judenburg – benannt und hat als “Georgenia muralis” in wissenschaftliche Publikationen Eingang gefunden.

Kontakt

Georgsgemeinschaft zu Praitenfurt
Herbert Mitterfellner
Kirchengasse 3
8756 St. Georgen ob Judenburg

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St. Georgen ob Judenburg (737m)

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