Michael Schlamberger

Herzgeschichte 11: Eine filmische Reise durch die Steiermark

Der Kameramann, Regisseur und Produzent ist auf der ganzen Welt unterwegs, um spannende Filmprojekte zu realisieren. Vergangenen Sommer war der gebürtige Südsteirer auch in seiner Heimat unterwegs, um den neuen Sommer-Spot für Steiermark Tourismus zu drehen. Im Interview verrät er uns, wie es ihm dabei ergangen ist.

Das Grüne Herz, das Markenzeichen der Steiermark, wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Was verbinden Sie persönlich mit dem Grünen Herz?

Ich bin beruflich viel unterwegs, weil wir in Österreich, in Europa und auf der ganzen Welt drehen. Wenn man dann nach einem langen Drehtag mit dem Auto nach Hause kommt, über die Pack fährt und das Grüne Herz sieht, kommt bei mir als Steirer ein Gefühl von "nach Hause kommen" auf. Dann wird zur Begrüßung gehupt. Das hat sich mittlerweile zu einer echten Tradition entwickelt. Und mittlerweile wissen es alle unsere Kollegen und machen es auch, wenn wir zusammen fahren. 

Wie sind die Dreharbeiten für den neuen Steiermark-Spot gelaufen?

Sehr gut. Wir haben ja durch unsere Arbeit schon viele steirische Ecken und Geheimtipps kennengelernt. Und auch die unterschiedlichsten Menschen im Laufe der Zeit. Da haben wir jetzt versucht, so viel von diesem Know-how wie möglich in diese Steiermark-Spots hineinzupacken. Das Wichtige ist die Recherche, die nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch, um die richtigen Momente zu finden bzw. um im richtigen Moment dort zu sein, wo man dann einen tollen Shot bekommt.

Und dann geht es darum, alles zu koordinieren: das Wetter, die Darsteller, die Ausrüstung und das Team. Das ist mitunter nicht immer ganz einfach. Die Zeit ist eigentlich immer kurz und dann kommt man halt in Situationen: Beispielsweise ist der Eröffnungsshot vom Sommersport eine Dame, die in den Altausseer See springt. Das ist im Spätherbst passiert und weil es am schönsten ist bei Sonnenaufgang, war es da fast schon frostig. Aber das muss dann natürlich mit Badeanzug so genussvoll aussehen, als hätte es 30 Grad im Schatten.

Gar nicht so einfach wahrscheinlich…

Genau, das ist halt ein Beispiel. Aber da muss man dann halt Wege finden, damit es dann am Ende passt. Und ich glaube, das ist uns recht gut gelungen. 

Gibt es typisch steirische Motive, die bei so einem Spot auf jeden Fall dabei sein müssen?

Ja, auf jeden Fall. Also zum Beispiel ganz typisch steirisch ist das Spannungsfeld zwischen dem Hochgebirge, dem Gletscher, dem Dachstein und dem süd- und weststeirischen Hügel- und Weinland. Weil das eine ist extrem schroff, dramatisch, wild und das andere ist genussvoll, weich und sonnig. Und das ist das Schöne an der Steiermark, dass diese Kontraste, diese Gegensätze, sich wirklich zu einem harmonischen Ganzen vereinen. Und das haben wir auch versucht, im Spot umzusetzen. Die Vielfalt, die aber trotzdem ein gemeinsames Ganzes ergibt.  

Haben Sie persönlich einen steirischen Lieblingsplatz?

Da gibt es mehrere… Also es ist auf jeden Fall das Salzkammergut, weil die Seen haben mich schon immer angezogen, weil wir im Unternehmen ja mit Unterwasserfilm und -fotografie begonnen haben und da in unserer Anfangszeit irrsinnig viel getaucht sind. Der Grüne See, der leider Gottes jetzt schon extrem überlaufen ist. Und die Südsteiermark, dort bin ich aufgewachsen. Da sind auch viele Erinnerungen an die Kindheit. Wobei sich die Region ja extrem verändert hat. Wie ich Volksschule gegangen bin, war das noch eine ganz andere Zeit. Da hat sich extrem viel entwickelt. Und ja, der Dachstein eigentlich... Das ist natürlich auch so eine steirische Ikone und da haben wir das Glück gehabt, dass wir mit einem ganz lieben Kollegen und Freund, dem Herbert Raffalt, unterwegs waren und gedreht haben.

Für ihre Filmprojekte sind sie auf der ganzen Welt unterwegs. Gibt es etwas, das sie auf Reisen an der Heimat vermissen?

Wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin nicht so sehr, weil wir sind es seit unserer Jugend gewohnt, irgendwo gemeinsam unterwegs zu sein. Dann sind wir halt füreinander Heimat. Aber sonst fehlt mir das Grüne… Wir sind sehr oft in Gegenden unterwegs, in Nordafrika, in der Sahelzone oder auf irgendwelchen Inseln im Atlantik. Wenn die Landschaft dort dann so karg und reduziert ist, dann ist das zwar faszinierend und toll, aber nach diesem Grünen und dem angenehmen Klima, da gibt es dann schon immer wieder eine gewisse Sehnsucht. Grundsätzlich ist es, wenn ich es zusammenfassen möchte, aber auch oft ein gutes steirischen Schwarzbrot, das fehlt. Weil das hat man in der Regel nicht, sondern nur irgendein Weißbrot.

Und umgekehrt? Gibt es irgendetwas, dass es in der Steiermark dringend brauchen würde?

Ja, ein direkter Zugang zum Meer (lacht). Aber das wird wohl nur schwer machbar sein.

Und zum Abschluss würden wir gerne wissen, ob Sie vielleicht noch ein paar Geburtstagsglückwünsche für das Grüne Herz hätten?

Auweh, da bin ich ganz schlecht in so was… (überlegt). Ja ich wünsche dem Grünen Herz mindestens noch 10-Mal so viele Jubiläen wie bisher und dass es nicht übertreibt. Das es bei dieser Ursprünglichkeit, bei dieser Nachhaltigkeit bleibt und nicht versucht, dem „immer schneller, immer mehr“ nachzulaufen, sondern bei der Stärke bleibt, die es ausmacht. Für mich sind das Nachhaltigkeit, Kultur, ein bisserl Eigenwilligkeit, ein bisserl Sturheit. Das sind Stärken, die sich auch wirklich entwickelt haben, die über so viele Generationen gewachsen sind und daher auch unheimlich kostbar sind. Darauf kann man stolz sein.

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