Alois Stadlober

Herzgeschichte 07: Auf den Spuren eines WEltmeisters

Alois Stadlober ist der steirische Experte, wenn es ums Langlaufen geht. Der ehemalige Profisportler leitet das Internationale Nordische Leistungszentrum und das Sportbüro in Ramsau am Dachstein und ist als Leistungssportkoordinator für das Land Steiermark tätig. Uns erklärt er, was die Faszination Langlaufen ausmacht.

Zugegeben: Der Zeitpunkt, an dem wir Alois Stadlober erwischen, ist ein wenig ungünstig. Als Sportkommentator ist er gerade für die Olympia-Berichterstattung in Peking. Doch neben der Arbeit für den ORF durfte er dort auch einen der schönsten Siege überhaupt feiern: Seine Tochter Teresa gewann die Bronze-Medaille im Skiathlon. Die Freude steht dem Papa sichtlich ins Gesicht geschrieben. Als Trainer hat er ebenfalls einen kleinen Anteil am olympischen Erfolg. Das Langlauf-Talent scheint auf jeden Fall in der Familie zu liegen. Und das machte sich bei Stadlober schon früh bemerkbar…

Vom Hobby zum Beruf 

Begonnen hat für Alois Stadlober alles in den 70er-Jahren, als er im Abteigymnasium Seckau erstmals auf den Langlaufskiern stand. Die ersten Trainingsgebiete führten damals rund um das Kloster in Seckau, auf das Gaberl, nach Hohentauern und in den Gaaler Graben. „Auch bei mir daheim in Rattenberg hat mein Vater mit einem kleinen Skidoo eine Langlaufspur ins Blümeltal gezogen“, erinnert sich der gebürtige Judenburger zurück. Im Landescup auf der Tauplitzalm konnte er sich erstmals in der Schüler-Klasse einen Podiumsplatz sichern. Vom Nachwuchskader ging es dann ziemlich schnell in den Leistungssport, wo er bis zur Jahrtausendwende aktiv blieb.

Einblicke ins private Fotoalbum: Alois Stadlober bei einem seiner ersten Rennen. | © Sportbüro Ramsau
Bei der Heim-WM in der Ramsau holte der Steirer Gold und Silber. | © Sportbüro Ramsau
Bei den Olympischen Spielen in Lillehammer belegte er 1994 Platz 10. | © Sportbüro Ramsau

Enorme Entwicklung 

Seitdem hat sich viel getan: „Der Langlaufsport hat sich immens weiterentwickelt: von den schmalen Spuren zu den breit angelegten, präparierten Loipen. Das ist natürlich auch der Skatingtechnik geschuldet, die Mitte der 80er-Jahre aufkam“, erklärt er. „Material, Ski, Schuhe, Stöcke und vor allem die Kleidung haben neben der Funktionalität einen großen modischen Touch erhalten, was das Langlaufen aufgewertet hat und jetzt zum Lifestyle des modernen Menschen gehört“, ist sich Stadlober sicher. Auch die Steiermark hat sich dieser Entwicklung angenommen und kann so mit einer top Loipenqualität, Schneesicherheit und speziellen Angeboten für die Gäste punkten.

Überhaupt hat sich das Langlaufen in den letzten Jahren immer mehr zu einer Trendsportart entwickelt. Kein Wunder für Stadlober: „Es ist die einzige Sportart, die Ausdauer, Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Gleichgewicht in einem Workout trainiert. Und das an der frischen Luft und stressbefreit in der winterlichen Landschaft.“ Die Steiermark kann man laut ihm dabei ohne Weiteres als das Nordische Zentrum Mitteleuropas bezeichnen. Auch seine Tochter Teresa trainiert regelmäßig hier.

Starkes Team

Bei den Olympischen Spielen in Peking war Familie Stadlober voll im Einsatz: Papa Alois feuerte als ORF-Kommentator mit an und Mama Roswitha war als ÖSV-Präsidentin ebenfalls vor Ort. 

Profi-Tipps

Wenn er nicht gerade auf Großveranstaltungen unterwegs ist, zieht es Alois Stadlober übrigens regelmäßig auf die steirischen Langlaufloipen. „Das steirische Loipengütesiegel, mit dem 15 Loipengebiete in der Steiermark ausgezeichnet sind, garantiert beste Loipenqualität, Schneesicherheit und tägliche Präparierung“, empfiehlt er. Die Hotels, Gasthöfe und Hütten vor Ort sind auf den Langlaufgast bestens vorbereitet und bieten für Anfänger und Fortgeschrittene beste Voraussetzungen. „Hier bei uns gibt es Kurse, bei denen man beispielsweise in 3 x 2 Stunden bereits das Langlaufen erlernen kann“, wirbt Stadlober abschließend. Dem Weg auf die Loipe steht also nichts mehr im Weg!

  • Ramsau am Dachstein: Hier wurde 1999 die Nordische Ski-WM ausgetragen und hier feierte Alois Stadlober seinen größten Triumph - Gold im Staffelbewerb über 4x10 Kilometer. Jährlich findet in der Region außerdem der Weltcup in der Nordischen Kombination statt.
  • Dachsteingletscher: Sportler aus mehr als 30 Nationen kommen regelmäßig zum Trainieren hier her.
  • Tauplitzalm: Auch auf der Tauplitz befindet sich ein Trainingsmekka für ambitionierte Langläufer.
  • Bad Mitterndorf: Auf der Skiflugschanze Kulm wird 2024 die Skiflug-WM ausgetragen. Gleichzeitig bietet das abwechslungsreiche Loipennetz beste Bedingungen für Anfänger und Profis. Wer es sportlich angehen will, ist beim alljährlichen Steiralauf, dem mittlerweile schon legendären Volkslanglauf, richtig.