Ölkürbis - eine Spezialität aus der Steiermark | © Thermen- & Vulkanland Steiermark | Harald Eisenberger Ölkürbis - eine Spezialität aus der Steiermark | © Thermen- & Vulkanland Steiermark | Harald Eisenberger
Von der Blüte zum Genuss

Steirischer Ölkürbis

Der Kürbis - regional, hochwertig und echt steirisch. Der Steirische Ölkürbis ist zu einem kulinarischen Wahzeichen geworden. Er wird als das "Grüne Gold" der Steiermark bezeichnet.

Sie haben sicher schon bemerkt, wo der wahre Schatz der Steirer liegt: auf ihren Kürbisfeldern. Auf über 12.000 Hektar werden Kürbisse angebaut, aus denen das tiefgrüne Öl gewonnen wird, das unumstrittenes Hoheitsrecht in den steirischen Salatschüsseln genießt. Seinen Siegeszug feierte das "grüne Gold" der Steirer aber nicht nur im eigenen Land; längst ist es auch hoch begehrtes Exportgut, das von Feinschmeckern in der ganzen Welt geschätzt wird.

Das Ausgangsprodukt - der runde steirische Ölkürbis - zählt durch seine schalenlosen Kerne zu einer besonderen Varietät der Speisekürbisse und ermöglicht so eine effiziente Pressung. Was dabei herauskommt, ist das grüne Gold der Steiermark - das köstliche Kürbiskernöl.

Wo kommt der Kürbis eigentlich her und wann kam er in die Steiermark? 

Der Ursprung der heute bekannten Speisekürbisse liegt in Mittel- und Südamerika. Dort gehören Kürbisse seit 10.000 Jahren zu den Grundnahrungsmitteln der indigenen Bevölkerung. Er wurde dort zusammen mit Mais und Bohnen angebaut. Der Mais diente der kletternden Bohne als Halt, der Kürbis beschattet mit seinem Blattwerk den Boden und verhindert die Wasserverdunstung. Angeblich hat Christoph Kolumbus den Kürbis von seiner Amerikafahrt mit nach Europa gebracht. Seit dem 16. Jahrhundert ist der Kürbis in Europa und Asien bekannt.


In der Steiermark kam die Nutzung im 18. Jahrhundert auf.  In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in der Steiermark Kürbisse bereits in großer Menge angebaut, meist zusammen mit Mais, als Schweinefutter und zur Gewinnung des Kernöls. Aber erst im ausgehenden 20. Jahrhundert hielt der Kürbis als vitaminreiche und kalorienarme Kost vermehrt Einzug in die gehobene Küche und feinen Restaurants. Der Ölkürbis wird im Sommer, solange er noch grün und zart ist, zu Gerichten verkocht. Das Fruchtfleisch selbst besitzt keinen allzu großen Eigengeschmack, schmeckt aber gut gewürzt ganz hervorragend. Es gibt auch sehr gut lagerfähige Kürbissorten, sodass dem Kürbisgenuss beinahe das ganze Jahr über nichts im Wege steht.

Echtes steirisches Kürbiskernöl ist die Spezialität schlechthin. Es gibt aber noch viel mehr und sehr Kreatives aus Kürbis zu entdecken. Ob als Suppe, gebacken, gegrillt, gefüllt, für Mehlspeisen, zur Bereitung von Marmelade oder Chutneys über Schnaps und Likör bis hin zu Zwieback, Seife und Papier - dem Einfallsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt.

Kürbis Blüte Pflanze Feld
Kürbisblüte | © Thermen- & Vulkanland Steiermark | Robert Sommerauer I Pixelmaker
Reifer Kürbis | © Thermen- & Vulkanland Steiermark | Robert Sommerauer I Pixelmaker
Kürbissuppe mit Kernöl | © Thermen- & Vulkanland Steiermark | Robert Sommerauer I Pixelmaker
Kürbiskernöl aus der Steiermark | © Steiermark Tourismus  | www.christianjungwirth.com

Steirisches KÜrbiskernöl g.g.A.

Die steirischen Kernölproduzenten pressen Kernöl stets nach Bedarf, denn frisch schmeckt es am besten. In den Ölmühlen werden die trockenen Kerne gemahlen, mit Wasser und Salz verknetet und schonend geröstet. Die steirischen Kürbiskerne und das traditionelle Herstellungsverfahren ohne jegliche chemischen Zusätze garantieren ein unverwechselbares und naturbelassenes Qualitätsprodukt.

DER STEIRISCHE KÜRBIS: ZAHLEN UND FAKTEN

Für ein Liter Kürbiskernöl benötigt man ca. 2,5 bis 3 kg Kürbiskerne (entspricht der Menge von ca. 30 bis 40 Kürbissen). Kürbiskernernte: Aus den geernteten Kernen werden zu 60 Prozent Kürbiskernöl und zu 40 Prozent Knabberkerne hergestellt. Marktanteil des steirischen Öls in Österreich: 66 Prozent. Exportanteil: Rund 40 Prozent der Gesamtproduktion, Tendenz steigend. Zielmärkte: Deutschland, Schweiz, Frankreich, Benelux, aber auch Japan, Korea und USA. Mitgliedsbetriebe der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl: rund 2.800 Betriebe. Kernölproduzenten der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl: ca. 1.150. Ölmühlen in der Steiermark: ungefähr 60, davon sind ca. die Hälfte Mitglied bei der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. (Quelle: Landwirtschaftskammer Steiermark).

Kürbis ist nicht gleich Kürbis

Welche Varianten der Kürbisfrucht kennen wir bei uns noch?

Patisson
Aufgrund seiner Form ist der Patisson-Kürbis mit dem Spitznamen "Ufo-Kürbis" versehen. Diese Sorte des Gartenkürbisses kann jung geerntet und mit der Schale gegessen werden.


Langer von Neapel
Der Lange von Neapel ist ein exzellenter Stangenkürbis mit wenig Kernen, einem festen, orangenen Fruchtfleisch und leicht nussiger Note. Er ist vielfach verwendbar für Suppen, Pikantes und Süßspeisen.


Hokkaido
Der Hokkaido-Kürbis ist von wunderschöner oranger Farbe und hat ein schmackhaftes nussiges Fleisch. Im Gegensatz zu vielen anderen Kürbis-Sorten muss der Hokkaido-Kürbis bei der Zubereitung nicht geschält werden.


Spaghettikürbis
Der Name leitet sich vom Spaghetti-ähnlichen Fruchtfleisch ab, das beim Kochen entsteht. Dazu die ganze oder halbierte Frucht kochen. Das Fruchtfleisch mit einer Gabel auskratzen und wie Pasta-Nudeln mit einer Sauce servieren.


Acorn Squash
Der Acorn Squash gehört zu einer alten Sorte, welche aus Nord-Dakota stammt. Sie wurde früher vom Arikara-Indianer-Stamm angebaut. Die länglichen oval-förmigen, gerippten Früchte haben einen süßlichen Geschmack und trockenes, gelblich-oranges Fleisch.


Zierkürbisse
Zierkürbisse sind durch ihren giftigen Bitterstoff "Cucurbitacin" für den Verzehr nicht geeignet. Sie sind aber im Herbst ganz besonders dekorativ und teilweise bis zu mehreren Jahren haltbar! 

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