Michael Feiertag | © Thermen- & Vulkanland | Christian Thomaser Michael Feiertag | © Thermen- & Vulkanland | Christian Thomaser

11 Regionen, ein Grünes Herz 

Mit 1. Oktober 2021 wurden bei der großen steirischen Tourismusstrukturreform aus 96 Tourismusverbänden 11 Erlebnisregionen. Eine davon ist unser Thermen- & Vulkanland und wir sprachen mit dem Geschäftsführer von Steiermark Tourismus, Michael Feiertag, über diese Reform, Chancen und worauf der Tourismus aufpassen muss.

Interview Michael Feiertag

Herr Feiertag, vor fast 5 Jahren wurde die steirische Tourismusstruktur umgesetzt. Wie fällt ihre Bilanz aus?
Michael Feiertag: Für eine Bilanz ist es aus meiner Sicht noch zu früh. Die Zusammenarbeit mit den 11 Erlebnisregionen ist auf einem sehr guten Weg, wie fast alle Statistiken belegen. Der steirische Tourismus schreibt seit 20 Jahren eine Erfolgsgeschichte, in diesen 20 Jahren konnten wir die Nächtigungen um 50 Prozent steigern.

 

Gibt es nach oben hin eine Grenze?

Michael Feiertag: Die Latte liegt sehr hoch und es ist ein Auftrag für alle im Tourismus tätigen Menschen, noch mehr zu erreichen. Zugleich muss der Tourismus aber aufpassen, dass das Wachstum nicht zu schnell ausfällt. Gerade in unserem Bereich ist der Einklang mit der Bevölkerung extrem wichtig und wir alle wissen, welch falsche Auswirkungen es hat, wenn irgendwo nur mehr der Gast im Mittelpunkt steht.

 

Wo sehen Sie in der Steiermark die größten Wachstumschancen?

Michael Feiertag: Wir haben 11 Erlebnisregionen, von denen jede einzelne ihr Schäuferl zum Erfolg beiträgt. Es gibt sehr viel Potenzial nach oben, wie man z.B. beim Camping sieht. Camping rückt immer weiter vom Rand in die Mitte, weil es einfach in ist, mitten in der Natur zu sein. Projekte wie der Campingplatz in Riegersburg machen vor, was der Gast will.

 

Wo sehen Sie im Thermen- & Vulkanland weiteres Potenzial?

Michael Feiertag: Das Thermen- & Vulkanland ist eine der prägenden Regionen in der Steiermark, deren Name eigentlich schon alles sagt. Mit den 6 Thermen ist diese Erlebnisregion ein Schlüsselspieler im Grünen Herz, die Kulinarik macht diese Region zudem zur kulinarischen Schatzkammer Europas. Und gerade bei Thermen und Kulinarik sehe ich noch viel Luft nach oben.

 

Können Sie ihre Zuversicht näher definieren?

Michael Feiertag: Mit den Thermen und eurer Natur habt ihr die perfekten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Gesundheitstourismus, der immer mehr boomt. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur neue Trends wie etwa Longevity nennen, weil der Mensch so lange wie möglich vital und funktionsfähig bleiben möchte. Ich bin aber auch überzeugt, dass bei der Kulinarik noch viel mehr geht – es gibt nirgendwo anders so herausragende Betriebe wie Zotter, Gölles, Vulcano und viele andere mehr, die nur wenige Kilometer voneinander entfernt sind. Feinschmecker finden hier ein wahres Paradies vor, das aufgrund der geringen Entfernungen auch an einem Tag verkostet werden kann. Dazu kommt, dass wir in der Steiermark auch vom Klimawandel profitieren können, weil Urlaube am Meer immer heißer werden.

 

In diesem Zusammenhang: Wie wichtig wird das Thema Nachhaltigkeit in Zukunft sein?

Michael Feiertag: Zu diesem Thema sagt das Grüne Herz eigentlich schon alles aus und Nachhaltigkeit ist für die Zukunft sehr wichtig. Wie auch die KI, die uns völlig neue Möglichkeiten und eigene Werbekanäle ermöglicht. Wir müssen die KI als Chance und Inspiration und nicht als Gefahr erkennen.

 

Kommen wir noch einmal auf die Reform und somit die Vergangenheit zurück. Was waren und sind die größten Vorteile?

Michael Feiertag: Wir haben jetzt 11 statt davor 96 Ansprechpartner und es läuft alles viel professioneller ab. Wir sind zu einem Vorreiter in ganz Österreich geworden.

 

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit von Steiermark Tourismus mit der Erlebnisregion Thermen- & Vulkanland?

Michael Feiertag: Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von Vertrauen und Professionalität. Beide Partner wissen, dass wir gemeinsam Strategien entwickeln müssen, um noch erfolgreicher zu werden. Bei Geschäftsführer Christian Contola bedanke ich mich für die partnerschaftliche Zusammenarbeit, die ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. Zugleich ist das Thermen- & Vulkanland bei Innovationen immer ganz vorne dabei und für alles Neue offen.

 

Die Steiermark ist das beliebteste Urlaubsland der Österreicher:innen, das Thermen- & Vulkanland ist auch bei den Wiener:innen die Nummer eins. Sind auch hier noch Steigerungen möglich?
Michael Feiertag: Im Inland sind wir seit 25 Jahren top, da sind die Nächtigungen leider nicht mehr ausbaufähig. Darum strecken wir unsere Fühler auch immer stärker in die benachbarten Länder und der Erfolg gibt uns recht. Lag der Nächtigungsanteil von ausländischen Gästen vor 10 Jahren noch bei rund einem Drittel, so beträgt er jetzt schon 50 Prozent. Wir setzen dabei auf Länder, aus denen man auch selbst zu uns anreisen kann.

 

Herr Geschäftsführer, wir bedanken uns für dieses Interview und bitten Sie um einen Schlusssatz.

Michael Feiertag: Wichtig für die Zukunft ist, dass alle 11 Erlebnisregionen in der Steiermark ihre Partnerschaft aufrechterhalten. Zugleich ist es wichtig, dass niemand in das alte Kirchturmdenken zurückfällt. Wir sind 11 erfolgreiche Regionen unter einem pulsierenden Grünen Herz! 

 

Interview: Jennifer Tauscher und Christian Thomaser

Michael Feiertag: Wichtig für die Zukunft ist, dass alle 11 Erlebnisregionen in der Steiermark ihre Partnerschaft aufrechterhalten. Zugleich ist es wichtig, dass niemand in das alte Kirchturmdenken zurückfällt. Wir sind 11 erfolgreiche Regionen unter einem Grünen Herz!