Wissenswertes über den steirischen Wein
- Publiziert am
- 7 Minuten Lesezeit
- Weinland Steiermark Radtour, Sommer, Herbst, Essen & Trinken
- Autorin: Marie-Thérèse Močnik
Zwischen sanften Weinhügeln und steilen Hängen
Der morgendliche Nebel über den Weinbergen lüftet sich und die ersten Sonnenstrahlen bringen die Reben zum Leuchten: Diesen wunderbaren Anblick kann man in der Steiermark schon viel länger bewundern, als man glaubt. Wein gibt es hier bereits seit langem – die Römer wussten, wie es geht und haben den Wein kultiviert. Davor schon haben die Kelten Trauben vergoren – Nachfahre ist die Sorte Blauer Wildbacher, die für den Schilcher verwendet wird. Jeder Schluck Wein bedeutet also Genuss mit viel Geschichte.
Darüber hinaus sicherten Kirchen und Klöster den Weinbau auch in unsicheren Zeiten. Eng verbunden mit den Habsburgern ist der Aufstieg des Weinbaus und der Buschenschänken. Erzherzog Johann förderte den Weinbau und einige Sorten, darunter Sauvignon Blanc und Morillon, bleiben in der Steiermark bis heute besonders wichtig.
Schon damals gewann die Weinregion an Bedeutung. Dass steirischer Wein heute so hochwertig ist, liegt auch am strengen österreichischen Weingesetz. Und das merkt man bei jedem Glaserl!
Warum steirischer Wein so besonders ist
Abseits der Historie ein Funfact für den nächsten Ausflug in die Weingegenden: Die regionalen Weine sind je nach Herkunft der Trauben oder dem Zuckergehalt unterschiedlich. (Für Vielwisser bei der nächsten Weinverkostung: KMW steht für Klosterneuburger Mostwaage und beschreibt den Zuckergehalt der Trauben. Ein Qualitätswein benötigt 15° KMW Mostgewicht.)
Außerdem sind noch die „typischen“ Eigenschaften und eben das genaue Anbaugebiet des Weins relevant. Die Trauben dürfen eben nur aus einem Gebiet und von bestimmten Rebsorten stammen.
Beim nächsten Zusammensitzen dran denken: In jedem Tropfen steirischem Wein stecken sehr viel Sorgfalt und Handwerk, damit der Wein seine volle Wirkung am Gaumen entfalten kann.
Die bekanntesten steirischen Weine
Die Spitzenreiter unter den steirischen Weinen sind unter anderem:
- Morillon
- Muskateller
- Sauvignon Blanc
- Schilcher
- Welschriesling
- Weißburgunder
Wie Herkunft den Geschmack prägt
Heimischer Wein hat zu Recht einen guten Ruf. Eine weitere Besonderheit hat die Steiermark seit einigen Jahren: Die drei DAC-Gebiete der Steiermark sind die Südsteiermark, das Vulkanland und die Weststeiermark. Was bedeutet DAC denn? Districtus Austriae Controllatus – also kurz gesagt: Qualitätsweine typisch für ihr Gebiet. Interessant ist, dass die Handlese verpflichtend ist, die Trauben also in Handarbeit geerntet werden.
Weinkennerinnen sprechen von Ortsweinen und Riedenweinen: Auch hier gibt es eine Regelung. Sie besagt, dass nicht nur die Region, sondern sogar der Weinberg festgelegt ist, von dem die Trauben stammen. Der Boden und das Klima der Riede geben dem Wein seinen eigenen Charakter: So kann es eben sein, dass zwei Weine aus der gleichen Region ganz anders schmecken.
Von der Buschenschank bis zur Spitzengastronomie
Steirischer Wein beeindruckt: Obwohl es ein kleines Weinanbaugebiet ist, sind die Weine weltweit in der Spitzengastronomie zu finden und heimsen regelmäßig Preise ein. Und das macht den Wein aus der Steiermark so besonders: Die Mischung aus Familienbetrieben mit hohem Anspruch an die Qualität, Wissen über Generationen hinweg, dem idealen Klima der Steiermark und der Innovation der jungen Szene.
Die Steiermark bringt viele Winzerinnen und Winzer hervor, die die Traditionen weiterentwickeln und experimentieren. Das kommt gut an: Der steirische Sauvignon Blanc ist international schon ein Begriff und gewinnt regelmäßig Preise. Ganz gleich, ob bei einer rustikalen Brettljause angestoßen wird oder nachhaltige Naturweine im jahrhundertealten Weinkeller verkostet werden: Steirischer Wein verbindet Tradition, Handwerk und Genuss.
Nach einem Spaziergang durch die Weingärten, einer Einkehr in der Buschenschank oder einer Weinverkostung entlang der steirischen Weinstraßen schmeckt das Glas steirischer Wein gleich noch besser. Am schönsten entdeckt man die Vielfalt dort, wo sie entsteht – mitten in den Weinregionen der Steiermark.
Häufig gestellte Fragen
Steirischer Wein verbindet jahrhundertealte Tradition mit hoher Qualität und echter Handarbeit. Das besondere Klima, die vielfältigen Böden und die steilen Weinhänge verleihen den Weinen ihren charakteristischen Geschmack. Genau diese Mischung aus Herkunft, Sorgfalt und Innovation macht steirischen Wein weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Steirischen Wein kannst du direkt bei Winzerinnen und Winzern, in Buschenschänken oder bei Weinverkostungen entlang der steirischen Weinstraßen entdecken. Besonders beliebt sind die Südsteirische Weinstraße, die Schilcherweinstraße und das Vulkanland Steiermark. Viele Weingüter bieten Führungen, Verkostungen und Einblicke in ihre Weinkeller an.