Steirische Buschenschank-Jause | © TVB Südsteiermark | Lukas Elsneg

Herbst in der Steiermark: Zwischen Brettljause und Bademantel

  • Publiziert am
  • 7 Minuten Lesezeit
  • Essen & Trinken, Herbst
  • Autorin: Miriam Defregger
Der steirische Herbst verbindet, was jetzt besonders guttut: kräftige Aromen, regionale Klassiker und wohltuende Wärme. Von Kürbis und Kastanien über Schilcher und Brettljause bis zum Thermalwasser zeigt sich die Jahreszeit von ihrer genussvollsten Seite.

Langsam zeigt er sich, der Herbst. Und ganz ehrlich - Zeit wirds! Gerade nach einem so intensiven Sommer wie dem heurigen sehnt man sich umso mehr nach einer kühleren Jahreszeit. Und die Zeichen sind da: Die Blätter beginnen sich langsam zu färben, die Tage werden wieder kürzer und sogar im Supermarkt findet man bereits wieder Lebkuchen und Kekse. 

Doch nicht nur wegen der angenehmeren Temperaturen wird der Herbst sehnlichst erwartet. Mit September beginnt in der Steiermark auch eine der genussvollsten Zeiten des Jahres: Trauben werden gelesen, Äpfel geerntet, Kürbisse verarbeitet und in den Kellern gibt es den ersten Sturm zu verkosten. So bekommt der steirische Herbst seinen ganz eigenen Geschmack.

Wenn die Steiermark nach Herbst schmeckt

Es gibt Dinge, die gehören einfach zusammen: Kürbiscremesuppe und Kernöl, Sommer und Eis - und die Südsteiermark und der Herbst. Zwar ist der Süden des Landes zu jeder Jahreszeit eine Reise wert, doch gerade im Herbst zeigt er sich von seiner besonders genussvollen Seite. Am besten lässt sich diese Vielfalt dort erleben, wo Wein, regionale Produkte und Geselligkeit seit jeher zusammengehören: in den Buschenschänken. Vor allem die drei Weinstraßen der Südsteiermark gelten als Urquell des Genusses: In den Buschenschänken werden Weine aus den eigenen Weingärten, Säfte aus selbst geernteten Früchten und hausgemachte Spezialitäten serviert.

Doch die Buschenschankkultur lebt nicht nur von ihren Traditionen - sie bekommt auch immer wieder neue Facetten. Manche Betriebe überraschen heute mit veganen Jausen und Bio-Weinen, andere verbinden den Buschenschankbesuch mit Veranstaltungen, Freizeitangeboten oder tierischen Begegnungen.

So schmeckt Einkehr auf Steirisch: frisch, bunt und direkt aus der Buschenschank. | © TVB Südsteiermark | Lukas Elsneg
So schmeckt Einkehr auf Steirisch: frisch, bunt und direkt aus der Buschenschank. | © TVB Südsteiermark | Lukas Elsneg
Ein steirischer Klassiker darf nicht fehlen: Käferbohnensalat. | © TVB Südsteiermark | Lukas Elsneg
Ein steirischer Klassiker darf nicht fehlen: Käferbohnensalat. | © TVB Südsteiermark | Lukas Elsneg
Buschenschank in der Südsteiermark | © TVB Südsteiermark | Lukas Elsneg
Buschenschank in der Südsteiermark | © TVB Südsteiermark | Lukas Elsneg

Südsteiermark: Buschenschank einmal anders

Unsere fünf Top-Tipps für ein Buschenschank-Erlebnis der etwas anderen Art:

  1. Beim Oberen Germuth wird beispielsweise sichtbar, dass sich Buschenschank und urbaner Lebensstil keineswegs ausschließen: Neben klassischen Spezialitäten kommen hier auch vegane Speisen auf den Tisch und vor der Tür werden auch die Autos der Gäste mit neuen E-Ladestationen versorgt. Mit Veranstaltungen wie "Pilates & Brunch" werden Bewegung, Genuss und die Weinregion auf eine ganz besondere Art miteinander verbunden.

  2. Ein ebenfalls besonderes Buschenschank-Erlebnis bietet der Buschenschank Großschmidt Edelsee. Neben dem freitäglichen Buschenschank-Buffet gibt es hier einen großen Fischschauraum mit heimischen Fischarten zu bestaunen – darunter "Fritz", ein rund 40 Kilo schwerer Silberkarpfen sowie zwei Riesenstöre. Auch die hauseigenen Fischteiche und ein Museum mit Oldtimern und bäuerlichen Erinnerungsstücken machen die Einkehr zum Erlebnis.

  3. Wer sich vor der Jause noch ein wenig auspowern möchte, findet beim Weinbau Skringer-Ranz eine besondere Kombination aus Genuss und Action: Zum Betrieb gehört ein Hochseilgarten, der vor der Jause noch einmal für ordentlich Adrenalin und jede Menge Spaß sorgt. Danach geht es zum gemütlichen Teil über: Bei einem Glas Wein und einer regionalen Jause klingt das Abenteuer genussvoll aus.

  4. Beim Bio-Buschenschank Otto Knaus wird Bio konsequent weitergedacht: Der Betrieb ist seit 2005 bio-zertifiziert, seit 2010 gibt es auch eine vegane Bio-Brettljause. Dazu werden Bio-Weine und weitere vegan-zertifizierte Getränke angeboten. Ein besonderer Tipp für alle, die traditionelle Buschenschank-Kultur einmal von ihrer pflanzlichen Seite erleben möchten.

  5. Beim Ofnerpeter, dem "bärigen Buschenschank", bekommt man bei der Einkehr tierische Gesellschaft: Neben steirischer Jause und Eigenbauweinen sind hier auch Waschbären zu Hause. Der kleine Familienbetrieb an der Schilcherweinstraße verbindet urige Gemütlichkeit mit einem tierischen Extra, das besonders bei Familien gut ankommt.

Vom Stadtbummel direkt zur Buschenschank

Doch nicht nur in der Südsteiermark lässt sich der steirische Herbst von seiner genussvollen Seite entdecken. Auch die Erlebnisregion Graz verbindet Erntezeit, regionale Spezialitäten und herbstliche Landschaften auf besondere Weise und bringt dabei Stadt und Land nah zusammen. Schon mitten in Graz lässt sich der Herbst mit allen Sinnen erleben. Auf den zahlreichen Bauernmärkten, etwa am Lendmarkt oder Kaiser-Josef-Markt, füllen Kürbisse, Kastanien sowie Äpfel und Käferbohnen die Marktstände. Danach lohnt sich ein Spaziergang durch die herbstlichen Gassen hinauf auf den Schlossberg. Von dort reicht der Blick über das rote Dächermeer der Altstadt, eingerahmt von den bunt gefärbten Bäumen.

Doch auch abseits der Innenstadt zeigt Graz seine genussvolle Seite. Am Kehlberg wächst mit dem FALTER EGO sogar ein eigener Grazer Stadtwein. Der traditionsreiche Weinbau wurde dort vor einigen Jahren wiederbelebt, heute gedeihen unter anderem Gelber Muskateller, Sauvignon Blanc und Grauburgunder. So reicht der herbstliche Genuss in Graz vom Marktstand in der Innenstadt bis zu den Weingärten am Stadtrand.

Eine weitere kulinarische Besonderheit verbirgt sich in den Grazer Stadtwäldern: Bei geführten Wanderungen geht es auf die Suche nach den edlen Trüffeln, die beim Grazer Trüffelfestival von 20. Oktober bis 1. November auch auf den Tellern in den Mittelpunkt rücken. Markt, Stadtwein und Trüffel zeigen, wie vielfältig der Herbst bereits innerhalb der Grazer Stadtgrenzen schmecken kann.

Herbstlicher Ausblick vom Schlossberg Graz mit Uhrturm | © Region Graz | studio draussen
Herbstlicher Ausblick vom Schlossberg Graz mit Uhrturm | © Region Graz | studio draussen
Frisch vom Bauernmarkt: steirische Käferbohnen. | © Region Graz | Grün um die Welt
Frisch vom Bauernmarkt: steirische Käferbohnen. | © Region Graz | Grün um die Welt
Ein Glas Schilcher gehört zum steirischen Herbst einfach dazu. | © Region Graz | Mias Photoart
Ein Glas Schilcher gehört zum steirischen Herbst einfach dazu. | © Region Graz | Mias Photoart

Herbst zwischen Stadt und Schilcher

Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt wechselt die Kulisse - und mit ihr der Geschmack des Herbstes. In Ligist beginnt die Schilcherweinstraße und damit die Heimat eines der typischsten Weine im Westen der Steiermark. Der roséfarbene Schilcher wird aus der Blauen Wildbacher Traube gekeltert und prägt gemeinsam mit Weinbergen, Obstgärten und Buschenschänken die Landschaft. Gerade zur Erntezeit gehört eine Einkehr fast dazu: Dann kommen Schilcher und Sturm ins Glas, Kastanien auf den Tisch und dazu eine typisch steirische Jause.

Wer die herbstliche Landschaft nicht nur vom Buschenschanktisch aus genießen möchte, kann sich den nächsten Genussstopp auch erradeln. 18 beschilderte Genussradtouren führen durch die Erlebnisregion - entlang der Mur, durch das Grazer Hügelland und bis in die Lipizzanerheimat. Mit Namen wie "Schmankerl Tour" oder "Ligister Tour" ist der kulinarische Zwischenstopp dabei fast schon Programm. Viele Ausgangspunkte sind direkt von Graz oder mit der S-Bahn erreichbar. Und wer lieber zu Fuß unterwegs ist, findet rund um Graz ebenfalls reichlich Herbstkulisse: vom Schöckl bis zum Alten Almhaus führen Wege durch bunt gefärbte Wälder und über aussichtsreiche Höhen.

Die kurzen Wege zwischen Stadt und Land machen den steirischen Herbst besonders abwechslungsreich: vom Bauernmarkt in Graz geht es hinaus in die Herbstlandschaft und weiter zu Schilcher, Kastanien und steirischer Jause beim Buschenschank. So lassen sich Stadtgenuss und Weinland ganz unkompliziert miteinander verbinden. Und wer daraus gleich eine kleine Auszeit machen möchte, findet in der ganzen Steiermark besondere Unterkünfte, um den Herbst noch ein wenig länger zu genießen.

Klassische Buschenschank-Jause. | © Region Graz | Mias Photoart
Klassische Buschenschank-Jause. | © Region Graz | Mias Photoart
Weinberge mit Weitblick: Herbststimmung in der Erlebnisregion Graz. | © Region Graz | Mias Photoart
Weinberge mit Weitblick: Herbststimmung in der Erlebnisregion Graz. | © Region Graz | Mias Photoart
Buschenschank Kremser Kreitbauer in Ligist: Genuss mit Ausblick | © TV Region Graz | Die Abbilderei
Buschenschank Kremser Kreitbauer in Ligist: Genuss mit Ausblick | © TV Region Graz | Die Abbilderei

Herbstgenuss trifft Thermenwärme

Eine dieser besonderen Unterkünfte ist das ****Vitalhotel der Parktherme in Bad Radkersburg. Mitten in der sanften Landschaft des Thermen- & Vulkanlandes und direkt an der Parktherme gelegen, verbindet das Hotel erholsame Tage mit typischen Facetten des steirischen Herbstes: Bewegung in der Natur, regionale Kulinarik und wohltuende Stunden im Thermalwasser.

Direkt vor der Hoteltür starten verschiedene Rad- und Wanderwege. Sie führen durch die idyllischen Murauen, vorbei an Feldern und weiter bis in die Weinberge. Unterwegs lohnt sich eine Einkehr in eine der Buschenschänke, wo regionale Weine, typisch steirische Spezialitäten und im Herbst auch der erste Sturm auf den Tisch kommen.

Nach einem aktiven Tag beginnt dann der entspannte Teil der Auszeit: Über den sogenannten "Bademantelgang" gelangen Gäste vom Vitalhotel in die direkt angeschlossene Parktherme. Dort warten 2.700 Quadratmeter Wasserwelt mit unterschiedlich temperierten Becken, ein weitläufiges Saunadorf und eine große Parklandschaft. Besonders praktisch: Die Parktherme kann bereits am Anreisetag ab 8 Uhr genutzt werden. Der Eintritt in Therme und Saunadorf ist bei jeder Nächtigung im Vitalhotel der Parktherme inkludiert.

Wer noch mehr Entspannung möchte, findet in der hauseigenen Kosmetik- und Wellnessabteilung "KAORI" verschiedene Massagen und Kosmetikbehandlungen. So lässt sich ein Herbsttag zwischen Bewegung, Genuss und Thermalwasser ganz entspannt ausklingen.

Eine Auszeit für alle Sinne

Der Herbst findet sich im Vitalhotel der Parktherme aber nicht nur draußen vor dem Fenster. Auch beim Sekt-Frühstück mit rund 150 Speisen und Getränken zeigt sich, wie viel Steiermark hier auf den Tisch kommt: Kürbiskernöl aus Bad Radkersburg, Obst aus Klöch, Marmelade aus Deutsch Goritz oder Apfel-Holundersaft aus St. Anna am Aigen sorgen schon am Morgen für Genuss mit Herkunft. Am Abend knüpft die Genuss-Halbpension in den Restaurants der Parktherme daran an und bringt mit Kürbis, Käferbohne, Kren, Aronia oder Holunder weitere steirische Aromen auf den Teller. Dazwischen bleibt am Nachmittag noch Zeit für die süße Seite der Auszeit: Von 14.30 bis 16 Uhr stehen wechselnde Mehlspeisen, Strudel und Cremes am Kuchenbuffet bereit.

Wer die herbstliche Auszeit gerne noch verlängern möchte, findet mit dem Genusspaket "Vita Felice" die passende Möglichkeit: Zwei oder mehr Nächte im klimatisierten Wohlfühlzimmer werden dabei mit Sekt-Frühstück, Genuss-Halbpension und dem Eintritt in Parktherme und Saunadorf kombiniert. Je nach Zimmerkategorie reicht der Blick in den Toskana-Garten, Richtung Parktherme oder hinaus zum Weingarten - so bleibt der Herbst auch beim Entspannen am Zimmer präsent. In der Saison A startet das Paket bei 338 Euro pro Person für zwei Nächte im Doppelzimmer der Kategorie B.

Auch Familien können die Auszeit besonders unkompliziert genießen: Kinder bis 5,9 Jahre übernachten im Zimmer der Eltern kostenlos, Frühstück und Parkthermeneintritt sind inkludiert. In der Therme gibt es außerdem einen Kinder-Erlebnisbereich mit Rutsche sowie an Wochenenden und während der steirischen Schulferien eine kostenlose Kinderbetreuung.

Doppelzimmer im Vitalhotel der Parktherme | © Vitalhotel der Parktherme | Harald Eisenberger
Doppelzimmer im Vitalhotel der Parktherme | © Vitalhotel der Parktherme | Harald Eisenberger
Umfangreiches Frühstücksbuffet | © Vitalhotel der Parktherme | Barbara Majcan
Umfangreiches Frühstücksbuffet | © Vitalhotel der Parktherme | Barbara Majcan
Parktherme Bad Radkersburg | © Parktherme Bad Radkersburg | Harald Eisenberger
Parktherme Bad Radkersburg | © Parktherme Bad Radkersburg | Harald Eisenberger

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Südsteiermark, der Erlebnisregion Graz und dem Vitalhotel der Parktherme Bad Radkersburg entstanden. 

Häufig gestellte Fragen

Die steirische Küche zeichnet sich durch Regionalität, Saisonalität und intensive Aromen aus. Typische Zutaten sind steirisches Kürbiskernöl, Käferbohnen, frischer Kren, Äpfel sowie regionale Fischarten wie Karpfen. Die Kombination aus traditionellem Handwerk und modernen Interpretationen macht die steirische Kulinarik besonders vielfältig.

Steirisches Kürbiskernöl ist das kulinarische Aushängeschild der Region. Es wird aus gerösteten Kürbiskernen gepresst und überzeugt durch sein nussiges Aroma und die dunkelgrüne Farbe mit rötlichem Schimmer. Das Öl ist vielseitig einsetzbar – von Salaten über Suppen bis hin zu Desserts – und steht für höchste Qualität und regionale Herkunft.

Zu den bekanntesten steirischen Spezialitäten zählen der Steirische Backhendlsalat, Gerichte mit Käferbohnen, Krensuppe, regionale Fischgerichte wie Karpfen sowie traditionelle Mehlspeisen wie Spagatkrapfen. Diese Gerichte stehen exemplarisch für die Vielfalt und den authentischen Geschmack der Steiermark.

Die Steiermark verbindet traditionelle Rezepte, hochwertige regionale Produkte und kreative Küchenkunst. Die enge Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben, kurze Wege und saisonale Zutaten prägen die Küche. Diese Kombination macht die Steiermark zu einer der spannendsten Genussregionen Österreichs.

Der Steirische Backhendlsalat ist einer der bekanntesten Klassiker der steirischen Küche. Knusprig paniertes Hühnerfleisch wird mit saisonalem Salat, Käferbohnen oder Erdäpfeln serviert und mit Kürbiskernöl sowie Apfelessig verfeinert. Das Gericht verbindet Bodenständigkeit mit regionalem Charakter.