Auf der Planneralm mit Hund | © STG | photo-austria.at
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Wandern mit Hund: Drei steirische Touren für Zwei- und Vierbeiner

Die Wanderschuhe stehen bereit, die Leine hängt am Haken – und irgendwer wedelt seit zehn Minuten erwartungsvoll vor der Tür. Wer mit Hund wandert, erlebt die Steiermark mit anderen Augen: Plötzlich zählen der schattige Waldweg, der Bach am Wegrand und der Gastgarten, in dem auch ein Wassernapf Platz hat. Wir haben drei Touren ausgesucht, die beiden Spaß machen.

Gut vorbereitet losgehen

Der Herbst ist eine der schönsten Jahreszeiten für Touren mit Hund: Die Temperaturen sind angenehm, die Wege ruhiger als im Hochsommer, und die Wälder leuchten in Gelb und Rot. Damit der Ausflug für alle entspannt bleibt, lohnt ein kurzer Check vor dem Start:

  • Tour an den Hund anpassen: Ein junger Border Collie hat andere Reserven als ein Dackel im Seniorenalter. Plane Strecke und Pausen nach dem Tempo deines Vierbeiners.
  • Wasser und Napf einpacken: Nicht an jedem Weg gibt es einen Bach.
  • Pfoten im Blick behalten: Kalkgestein, Schotter und Asphalt können rau sein. Ein kurzer Blick auf die Ballen in jeder Pause beugt Verletzungen vor.
  • Leine und Maulkorb dabeihaben: Auf allen drei vorgestellten Touren gehört dein Hund an die Leine. Wer mit Bus oder Bahn anreist, braucht in Österreich zusätzlich einen Maulkorb.
  • Sackerl mitnehmen: Was der Hund hinterlässt, nimmst du wieder mit – auch mitten in der Natur. Warum das auf Wiesen und Weiden besonders wichtig ist, liest du gleich.
Bergfrühling: Hund auf Krokuswiese | © Steiermark Tourismus / photo-austria.at | Martin Huber
Bergfrühling: Hund auf Krokuswiese | © Steiermark Tourismus / photo-austria.at | Martin Huber
Frau spielt mit Hund vor Ringwarte | ©  Oststeiermark Tourismus | VLMMEDIA
Frau spielt mit Hund vor Ringwarte | © Oststeiermark Tourismus | VLMMEDIA
Wandern mit Hund | © TV Region Graz | Mias Photoart
Wandern mit Hund | © TV Region Graz | Mias Photoart

Auf der Alm: So bleiben Hund, Kuh und Mensch entspannt

Drei Wandertipps für dich und deinen Hund

1. Ausseerland Salzkammergut: Rund um den Altausseer See

Der Altausseer Seerundweg zählt zu den bekanntesten Panoramawegen im Salzkammergut – und ist wie gemacht für eine gemütliche Runde mit Hund. Der Weg verläuft nahezu eben am Ufer entlang und führt vom Kurpark Altaussee über das schattige Südufer bis zur Seewiese am Fuß der Trisselwand. Dort öffnet sich der Blick auf den Dachsteingletscher, und Gastbetriebe mit Terrasse laden zur Pause ein. Zurück geht es am Fuß des Losers entlang der Seepromenade.

Wichtig zu wissen: Im ganzen Ausseerland gilt Leinenpflicht, und der See ist Naturschutzgebiet. An den offiziellen Badeplätzen sind Hunde nicht überall erlaubt – in kleinen Buchten abseits davon darf dein Vierbeiner aber die Pfoten ins Wasser halten.

Einkehren: Saibling und Lebkuchen
Im Ausseerland dreht sich vieles um die Seen. Der Ausseer Seesaibling mit seinem zartrosa Fleisch ist die kulinarische Visitenkarte der Region – ob gebraten, als Tatar oder frisch aus dem Räucherofen. Für den süßen Abschluss sorgt der Ausseer Lebkuchen, der hier bereits seit 1584 nach überliefertem Rezept gebacken wird.

Strecke: 7,6 km, Dauer: ca. 2,5 Std., Schwierigkeit: leicht, Start: Kurpark Altaussee

© Oesterreich-Werbung_Jonathan-Graml
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Saibling am Altausseer See | © STG | Tom Lamm
Saibling am Altausseer See | © STG | Tom Lamm
Herbst am Altausseer See im Ausseerland Salzkammergut | © TVB Ausseerland Salzkammergut | Karl Steinegger
Herbst am Altausseer See im Ausseerland Salzkammergut | © TVB Ausseerland Salzkammergut | Karl Steinegger

2. Hochsteiermark: Rund um die Mariazeller Bürgeralpe

Mariazell kennen viele als Wallfahrtsort. Mit Hund lohnt sich vor allem der Weg auf den Hausberg. Die Runde startet im Ortszentrum und führt über Schießstattgasse und Buschniggweg auf dem Weg 694 in Serpentinen durch den Wald hinauf zur Bergstation. Oben wartet die Erzherzog-Johann-Warte mit Rundumblick über das Mariazellerland, gleich daneben erzählt das Holzknechtland vom Leben der Holzarbeiter. Für die Pause bieten sich der Berggasthof Bürgeralpe und die Edelweißhütte an. Zurück ins Tal geht es auf dem Weg 692 und dem Sebastiani-Rosenkranzweg, vorbei an der Holzknechthütte.

Der Aufstieg verlangt Mensch und Hund etwas Kondition ab – pack für den Waldweg genug Wasser ein. Wem die Runde zu lang ist, der kürzt mit der Seilbahn ab und erkundet nur das Plateau. Hunde sind auch hier erlaubt.

Einkehren: Lebkuchen, Magenlikör und Wild
In Mariazell gehört Süßes zum Ausflug einfach dazu: Mariazeller Lebkuchen aus den traditionsreichen Lebzeltereien des Wallfahrtsortes nehmen viele als Souvenir mit nach Hause. Nach der Wanderung wärmt ein Gläschen Mariazeller Magenlikör. Und aus den Wäldern rund um den Hochschwab kommt Wild, das im Herbst als Ragout oder Braten auf vielen Speisekarten der Region steht.

Strecke: 9,0 km, Dauer: ca. 3:45 Std., Höhenmeter: 469 hm, Schwierigkeit: mittel, Start: Ortszentrum Mariazell (Anreise auch mit der Mariazellerbahn)

Pilgergruppe mit Blick auf die Mariazeller Basilika | © TV Hochsteiermark | weinfranz.at
Pilgergruppe mit Blick auf die Mariazeller Basilika | © TV Hochsteiermark | weinfranz.at
Lebkuchen-Verkostung bei Lebkuchen Pirker | © STG | Tom Lamm
Lebkuchen-Verkostung bei Lebkuchen Pirker | © STG | Tom Lamm
Bürgeralpe Holzknechtland | © Mariazeller Bürgeralpe |  Rudy Dellinger
Bürgeralpe Holzknechtland | © Mariazeller Bürgeralpe | Rudy Dellinger

3. Südsteiermark: Am Wasser entlang in Leibnitz

Nicht jede Hunderunde muss auf einen Gipfel führen. In Leibnitz, dem Tor zum südsteirischen Weinland, startet beim städtischen Freibad der Kurzerholungs- und Familienwanderweg. Der fast ebene Rundweg zieht sich nordwärts an der Sulm entlang, bis sie auf die Laßnitz trifft. Zurück geht es durch den Wald am Seggauberg, vorbei an der Bergmühle. Unterwegs gibt es Vogelhäuser, Infotafeln zur Tier- und Pflanzenwelt und flache Uferstellen, an denen man Steine übers Wasser springen lassen kann.

Es wird darum gebeten, Hunde stets an der Leine zu führen – vor allem im Wald und in der Nähe von Weideflächen. Wer danach noch zum Buschenschank in die Weingärten hinauffährt, merkt sich: Trauben sind für Hunde giftig. Halte deinen Vierbeiner also von den Rebzeilen fern, auch wenn es dort im Oktober verlockend duftet.

Einkehren: Brettljause, Kernöl und Sturm
Im Buschenschank kommt die Brettljause auf den Tisch: Geselchtes, Verhackert, Aufstriche und kräftiges Bauernbrot. Dazu gehört ein Käferbohnensalat mit Kürbiskernöl – dunkelgrün glänzend und nussig im Geschmack. Im Glas wartet ein Sauvignon Blanc oder Welschriesling, im Herbst auch ein trüber Sturm. Und wenn es draußen kühler wird, werden in vielen Buschenschänken die ersten Maroni geröstet.

Strecke: 3,7 km, Dauer: ca. 1 Std., Schwierigkeit: leicht, Start: Freibad Leibnitz (Bahnhof Leibnitz in der Nähe)

Hauptplatz Leibnitz | © Stephan Friesinger | © Stephan Friesinger
Hauptplatz Leibnitz | © Stephan Friesinger
Buschenschank-Jause  | © STG | Tom Lamm
Buschenschank-Jause | © STG | Tom Lamm
Herbstwanderung an der Schwarzen Sulm | Christa Ortner
Herbstwanderung an der Schwarzen Sulm | Christa Ortner

Tipp: Hundefreundliche Touren auf einen Klick

Lust auf mehr Runden mit Vierbeiner? Im Tourenportal auf steiermark.com kannst du gezielt nach hundefreundlichen Wanderungen filtern. Einfach bei den Eigenschaften „hundefreundlich“ anhaken und nach Belieben mit Region, Länge, Schwierigkeit oder Erreichbarkeit mit Öffis kombinieren – so findest du schnell die Tour, die zu deinem Hund passt, vom kurzen Spaziergang bis zur Halbtagestour.

Häufig gestellte Fragen

In Öffis sind Hunde in der Regel erlaubt, meist mit Leine und Maulkorb. Auch viele Bergbahnen nehmen Vierbeiner mit, teils gegen eine kleine Gebühr. Die genauen Bedingungen variieren, ein kurzer Blick auf die Website des Betreibers vor der Fahrt erspart Überraschungen.

In vielen Gemeinden, Naturschutzgebieten und Nationalparks gilt Leinenpflicht. Die Regeln unterscheiden sich von Ort zu Ort, achte daher auf die Hinweisschilder oder frag beim Tourismusverband nach. Auf Almen mit Weidevieh, in der Nähe von Wildtieren und auf viel begangenen Wegen gehört dein Hund ohnehin an die Leine.

Genug Wasser und ein faltbarer Napf, Leine und Maulkorb, Kotsackerl, ein paar Leckerli und ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Zeckenzange und Pfotenverband. Ein Handtuch ist praktisch, wenn dein Hund unterwegs baden war.

Frühling und Herbst sind ideal: angenehme Temperaturen und ruhigere Wege. Im Sommer startest du am besten früh am Morgen, wählst schattige Touren mit Wasserstellen und meidest heißen Asphalt. Im Winter schützen Pfotenbalsam oder Hundeschuhe vor Streusalz und Eisklumpen zwischen den Ballen.

Das hängt von Alter, Rasse und Trainingszustand ab. Starte mit kürzeren Runden und steigere dich langsam. Welpen und ältere Hunde brauchen kurze Etappen und viele Pausen. Bleibt dein Hund immer öfter zurück, hechelt stark oder legt sich hin, ist es Zeit für eine längere Rast oder den Rückweg.