die 3 Ks der Steiermark: Kürbis, Kren und Käferbohnen. | © STG | pixelmaker.at die 3 Ks der Steiermark: Kürbis, Kren und Käferbohnen. | © STG | pixelmaker.at

Kultig, köstlich, kernig – steirische Schmankerl mit Siegel

  • Publiziert am
  • 6 Minuten Lesezeit
  • Essen & Trinken
  • Autor: Enzo Sartori
Wer an die Steiermark denkt, denkt an Genuss. Hier hat sich eine kulinarische Vielfalt entwickelt, die weit über die Grenzen Österreichs hinaus geschätzt wird. Einige dieser Spezialitäten tragen eine geschützte Herkunftsbezeichnung – sie sind also so typisch steirisch, dass man sie anderswo schlicht nicht nachmachen kann. Drei davon stehen sinnbildlich für die Genusskultur des Grünen Herz Österreichs: Steirischer Kren, Steirische Käferbohne und Steirisches Kürbiskernöl.

Steirischer Kren - zum Weinen gut

Er kommt ursprünglich aus Osteuropa, hat aber in der Steiermark längst Wurzeln geschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Seit den 1960er-Jahren wird Steirischer Kren g.g.A. (geschützte geographische Angabe) rund um Feldbach, Fehring und Bad Gleichenberg angebaut. Heute beträgt die gewerbsmäßige Anbaufläche 300 Hektar in der Steiermark – also fast die gesamte österreichische Produktion.

 1976 wurde die Erzeugergemeinschaft Steirerkren gegründet, um den Anbau und die Qualität zu sichern. Und das Ergebnis kann sich sehen – und schmecken – lassen: frisch gerieben bringt der „steirische Meerrettich“ Tränen in die Augen und Glück auf den Teller. Ob klassisch zu Tafelspitz, als würzige Beigabe im steirischen Wurzelfleisch oder als raffinierte Note in modernen Saucen – Steirischer Kren verleiht jedem Gericht Charakter.

 

Steirischer Kren (Meerrettich) | © Feldbacher Fruit Partners/SteirerKren
Steirischer Kren (Meerrettich) | © Feldbacher Fruit Partners/SteirerKren
Speckbrot mit Kren (Meerrettich)  | © STG | Achim Schmidt
Speckbrot mit Kren (Meerrettich) | © STG | Achim Schmidt
Steirische Brettljause | © STG | Harry Schiffer
Steirische Brettljause | © STG | Harry Schiffer

Steirische Käferbohne - eine Bohne mit Geschichte

Sie ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine echte Traditionspflanze. Schon zu Zeiten Erzherzog Johanns wurde die Steirische Käferbohne g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) in der Region kultiviert – und hat seither ihren fixen Platz in der steirischen Küche.

 Heute bewirtschaften 120 Vertragslandwirtinnen und -wirte rund 600 Hektar Anbaufläche. Damit stammen beeindruckende 90 Prozent des österreichischen Käferbohnenanbaus aus der Steiermark. Die violett-weiß gesprenkelten Bohnen sind ein Symbol für Regionalität und Vielfalt – ob als klassischer Käferbohnensalat mit Kernöl, als cremiges Bohnenmus oder als Zutat in innovativen Desserts.

Ihr Geschmack ist mild-nussig, ihre Konsistenz weich und zugleich kräftig – eine Kombination, die nicht nur Vegetarierinnen und Vegetarier begeistert.

 

Frisch geerntete Käferbohnen | © STG | Tom Lamm
Frisch geerntete Käferbohnen | © STG | Tom Lamm
Steirische Kulinarik: Käferbohnen | © STG | Atelier Jungwirth, Christian Jungwirth
Steirische Kulinarik: Käferbohnen | © STG | Atelier Jungwirth, Christian Jungwirth
Käferbohnen | © STG | Atelier Jungwirth / Rita Newman
Käferbohnen | © STG | Atelier Jungwirth / Rita Newman

Steirisches Kürbiskernöl - das Grüne Gold der Steiermark

Kaum ein Produkt ist so eng mit der steirischen Identität verbunden wie das Steirische Kürbiskernöl g.g.A. – jenes tiefgrüne, nussig duftende Öl, das in keiner Küche fehlen darf und vermutlich sowieso durch die Adern der Steirerinnen und Steirer läuft.

Die Zahlen sprechen für sich: 9.067 Hektar Ölkürbis wurden 2025 in der Steiermark angebaut. Für einen Liter Kürbiskernöl braucht es 2,1 bis 2,5 Kilogramm Kerne, also etwa 30 bis 40 Kürbisse. Rund zwei Drittel der Produktion bleiben in Österreich, der Rest wird in alle Welt exportiert – nach Deutschland, die Schweiz, Frankreich, in die Benelux-Länder, aber auch bis nach Südkorea, Taiwan und in die USA.

Die Geschichte dieses grünen Goldes reicht weit zurück: Die ersten Kürbissamen kamen im 16. Jahrhundert aus Mexiko nach Europa. Der Steirische Ölkürbis selbst entstand um 1880 als spontane Mutation – ohne harte Schale um die Kerne, was das Pressen erst möglich machte. Heute ist das Kürbiskernöl fester Bestandteil steirischer Esskultur, ob über frischen Salaten, Vanilleeis oder schlicht auf einer Scheibe Bauernbrot. Wie man sieht: Steiermark gibt’s nicht ohne Kernöl.

 

Und damit: Mahlzeit!

Kernöl, das grüne Gold der Steiermark | © STG | Reinhard Lamm
Kernöl, das grüne Gold der Steiermark | © STG | Reinhard Lamm
Kürbiskerne Weinhandmühle | © Thermen- & Vulkanland | Robert Maybach
Kürbiskerne Weinhandmühle | © Thermen- & Vulkanland | Robert Maybach
Kürbiskernöl Weinhandmühle | © Thermen- & Vulkanland | Robert Maybach
Kürbiskernöl Weinhandmühle | © Thermen- & Vulkanland | Robert Maybach