Polarlichter über der Steiermark: Die besten Orte für Beobachtungen
- Publiziert am
- 6 Minuten Lesezeit
- Winter, Wandern
- Autorin: Bettina Hochreiner
Manchmal reicht dieses kosmische Leuchten sogar bis nach Österreich. In diesen seltenen Nächten wird der Himmel über der Steiermark zur spektakulären Bühne. Aus tiefem Schwarz wird ein zartes Grün, das sich wie ein Schleier bewegt, manchmal gefolgt von Rosa und Violett. Und während wir staunend nach oben blicken, wird uns bewusst, dass ein kosmisches Ereignis, das sonst dem hohen Norden vorbehalten ist, seinen Weg bis zu uns gefunden hat.
Je dunkler der Himmel, desto größer die Chance
Aber wie entsteht dieses Polarlicht überhaupt?
Die Sonne schleudert große Mengen geladener Teilchen ins All und ein Teil davon gelangt zur Erde. Dort trifft dieser Strom auf das Magnetfeld, das die Partikel wie in einem unsichtbaren Trichter zu den Polen lenkt. Gelangen sie in die oberen Schichten der Atmosphäre, stoßen sie mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen zusammen. Diese beginnen dadurch zu leuchten – in Grün, Rot, Rosa oder Violett, je nach Höhe und Gasart. So wird ein Sonnensturm, der Millionen Kilometer entfernt beginnt, bei uns zu einem stillen Farbspiel am Himmel.
Das Naturschauspiel über der Hochsteiermark
Die schönsten Spots für Polarlicht-Beobachtungen
Damit sich die zarten Farben abzeichnen können, braucht es vor allem eines: dunkle Nächte. Lichtsmog ist der größte Feind der Aurora, weshalb sich der Weg an entlegene Orte lohnt. Und die Steiermark bietet davon reichlich:
- Sommeralm: Wer sich rasch einen Überblick verschaffen will, fährt am besten hinauf auf die Sommeralm. Die Wanderung ist einfach und das Gipfelkreuz des Plankogels völlig freistehend.
- Bründlweg: Der Pogusch bietet durch seine abgeschiedene Lage und den weiten Blick ins Hochschwabgebiet ideale Bedingungen für Polarlichter. Der romantische Bründlweg ist hervorragend, um das Naturschauspiel zu beobachten.
- Frauenalpe: Ist man in der Region Murau unterwegs, fährt man am besten auf die Frauenalpe. Durch die abgeschiedene Lage und die weiten, offenen Flächen ergibt sich ein ungehinderter Blick zum Himmel. Ein weiterer Tipp ist die Turracher Höhe - auch hier gab es bereits Sichtungen.
- Blaa Alm: Die Blaa Alm bietet mit ihrer offenen Lage und kaum störendem Licht einen guten Blick Richtung Norden. Mit dem Loser im Rücken und freiem Himmel vor sich erlebt man hier klare Nächte, in denen das Farbspiel der Aurora besonders schön sichtbar sein kann.
- Winterleitenseen: Am Fuße des Zirbitz liegen die beiden Winterleitenseen. Vom ersten See, der gleich vor der Winterleitenhütte liegt, wandert ihr ca. 10 Minuten weiter zum zweiten See. Hier kann man das Naturerlebnis in vollen Zügen genießen.
- Almkapelle Maria Loretto: Die auf 1.850 Meter stehende Almkapelle Maria Loretto ist eine sehr kleine, einfache Holzbaukonstruktion, die auf einem Steinfundament erbaut wurde. Die Abgeschiedenheit der Kapelle und das großartige Bergpanorama laden zu einer stillen Andacht und einem tollen Sternenhimmel ein. Auch hier hat man gute Chancen!
- Schöckl: Der Grazer Hausberg, der Schöckl, hat ebenso schon so manches Polarlicht auf seiner Schöcklblick-Kamera gezeigt.
- Stradner Kogel: Der Stradner Kogel bei St. Anna/Aigen ist mit 609 Metern die höchste Erhebung des Thermen- & Vulkanlandes und ein Platz, an dem der Himmel besonders weit wirkt. Das Hochplateau bietet freie Sicht Richtung Norden, was es zu einem idealen Standort macht, um das Himmelsphänomen zu beobachten.
- Gleichenberger Kogel: Wenn im Thermen- & Vulkanland die Nacht klar ist und geomagnetische Stürme die Atmosphäre zum Leuchten bringen, dann ist ein weiterer idealer Aussichtspunkt der Gleichenberger Kogel, der einst ein aktiver Vulkan war.
Vulkanlandsternwarte in Feldbach
Faszination Nachthimmel
Häufig gestellte Fragen
Polarlichter sind faszinierende Leuchterscheinungen am Nachthimmel, die vor allem in den Regionen rund um den Nord- und Südpol auftreten. Sie erscheinen als grüne, rote oder violette Lichtbänder, Bögen oder Schleier. Das Nordlicht heißt Aurora Borealis, das Südlicht Aurora Australis.
Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen der Sonne auf das Magnetfeld der Erde treffen. Sie werden zu den Polen gelenkt und stoßen dort mit Gasen in der Atmosphäre zusammen. Dabei entsteht Energie, die als farbiges Leuchten sichtbar wird. Die Stärke hängt von der Sonnenaktivität ab.
Die besten Chancen bestehen zwischen September und März. Wichtig sind dunkle, klare Nächte und möglichst wenig Lichtverschmutzung. In Österreich sind Polarlichter nur bei starker Sonnenaktivität sichtbar.
Polarlichter lassen sich begrenzt vorhersagen, basierend auf Messungen der Sonnenaktivität. Kurzfristige Prognosen sind meist zuverlässig, langfristige jedoch weniger genau.
Am besten an einem dunklen Ort mit freier Sicht nach Norden. Ein Stativ, eine längere Belichtungszeit und ein Nachtmodus helfen dabei. Auch Smartphones liefern inzwischen gute Ergebnisse.