5 spannende Infos, die wenige über die Riegersburg wissen

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  • Kulturgenuss im Grünen, Frühling
Imposant strahlt sie erhoben in der Landschaft: Die Riegersburg, erwähnt in einer Urkunde erstmals im Jahr 1138. Welche Geschichten man rund um diese beeindruckende Burg in der Steiermark kennen sollte, das haben wir uns genauer angesehen.

Der Name - Wer hat der Riegersburg ihren Namen verliehen?

Hierzu gibt es unterschiedliche Thesen. Die Bezeichnung stammt laut einigen Quellen vom Begriff „Ruotkerspurch“. In einer Urkunde aus dem Jahr 1138 wird bestätigt, dass Markgraf Leopold der Starke noch vor seinem Tod je eine Bauernhube zu Hartberg und Riegersburg zur Gründung des Zisterzienserklosters Rein bei Gratwein vertauscht hatte. Diese Urkunde wird noch heute im Archiv des Stiftes Rein aufbewahrt. Andere Quellen halten Rüdiger von Hohenberg für den Namensgeber der Riegersburg, stichhaltige urkundliche Beweise für diese These fehlen allerdings. 1142 befand sich die Burg bereits im Besitz des Hartnid von Traisen/Ort. (Quelle: Historiker an der Riegersburg)

Die Legenden: Woher stammen die Legenden zu dieser Burg?

Faszinierend an der Riegersburg ist, dass schon in früher Zeit zwei Frauen die Geschichten rund um die Burg prägten. Bis heute drehen sich zahlreiche Legenden darum: Einerseits war Elisabeth Katharina von Galler von 1637 bis 1672 Herrin der Riegersburg. In ihrem Zusammenhang tauchte die abwertende Bezeichnung „schlimme Liesl“ auf, da sich die Burgherrin nicht an die Konventionen der damaligen Zeit hielt. Da sie sich dem weiblich vorgeschriebenen Idealen der Zeit nicht beugte und die Befehlsgewalt gerne an sich riss, ging sie mit diesem Beinamen in die Burggeschichte ein.

Andererseits machte das Leben der Katharina Paldauf, einer Bediensteten der Gallerin, auf sich aufmerksam. Katharina Paldauf, oft als sogenannte „Blumenhexe“ bezeichnet, wurde Opfer eines Hexenprozesses. Im Mittelalter wurden Frauen, die sich in der Naturheilkunde betätigten und dadurch ein gewisses Bild an weiblicher Freiheit verkörperten, als „Hexen“ degradiert. „Hexen“ galten als bedrohliche Frauengestalten, man sprach ihnen magische Energien zu. So wurde Katharina Paldauf verdächtigt, durch Hagel- und Wettermachen die Ernte der Bauern vernichtet zu haben.

Die Bauweise: Was ist das Besondere an dieser Burganlage?

Gleich sieben Tore, elf Basteien, vier Kilometer Wehrmauern und zwei Burggräben umgeben die Burg. Die Hochburg hat circa 160 Fenster. Die unterschiedlichen Baustile erstrecken sich entsprechend ihrer Entstehung von der Gotik (Kapelle) über die Renaissance (Rittersaal) ins Barock (Weißer Saal). Die Riegersburg kann als eine der größten Festungsanalagen Mitteleuropas bezeichnet werden.

Die Innenräume: Wo befindet sich der "Weiße Saal"?

Der Weiße Saal ist ein barocker Sommerspeisesaal, der von italienischen Handwerkern im Auftrag der Gallerin errichtet wurde. Er befindet sich im Hauptgeschoß der Hochburg an der Ostseite des ersten Hofes.

In den beiden Mittelbildern sind mythologische Schlachtenszenen dargestellt. Die Eckbilder zeigen die vier damals bekannten Erdteile Amerika, Afrika, Europa und Asien, versinnbildlicht durch Paare in entsprechender Tracht. Die an den beiden Schmalseiten eingelassenen Kartuschen beinhalten Darstellungen aus Ovids Metamorphosen ("Der Raub Ganymeds" und "Perseus befreit Andromeda"). Weiters erkennen geschulte Betrachter die Wappenschilde der Familien Wechsler und Galler. Ein in goldenen Lettern auf Blau eingelassener Spruch erinnert an die Bauherrin dieses Raumes, Katharina Elisabeth von Galler.

Die Perspektive: Wo hat man einen schönen Ausblick auf die Riegersburg?

  • Thronend auf steilen Felswänden sticht die Riegersburg aus der grünen Landschaft empor – und zieht den Betrachter in den Bann. Das imposante Antlitz der Burg kann hervorragend entlang der Nordroute der Wanderroute Vom Gletscher zum Wein bestaunt werden.
     
  • Köstlich: Beim Kulinarium Steiermark Wirt Wippel sieht man nicht nur hervorragend auf die Burg, sondern kann sich am Wochenende auch mit Köstlichkeiten To Go verwöhnen.
    Tipp: Picknickdecke direkt bei der Hofbergstubn ausborgen und selbst ein schönes Plätzchen zum Verweilen suchen.
     
  • Faszinierend ist auch der Ausblick von der Winzerei Eibel am Starzenberg, wo man nicht nur die Aussicht genießen kann, sondern sich nach telefonischer Anfrage auch einen edlen Tropfen Wein für zu Hause mitnehmen kann. 
     
  • Ebenso bieten sich wunderschöne Panoramen von Feldbach kommend oder wenn man aus dem Süden von Fehring anreist.

Seit 1822 ist die Riegersburg im Besitz der Familie Liechtenstein. Dieser Text entstand in inhaltlichem Austausch zu historischen Quellen mit Mag. Sonja Liechtenstein. Wir bedanken uns sehr herzlich für die Zusammenarbeit.

Quellenangabe: Zur Genese und Aktualität des Hexenbildes: Becker, Bovenschen, Brackert: Edition Suhrkamp