Atelier Erika Thümmel
Graz
Restaurierungsatelier für gefasste Holzobjekte, Gemälde und Vergoldungen in der Grazer Innenstadt, seit 1983 von Erika Thümmel geführt. Das Team betreut sowohl große kirchliche Restaurierungsprojekte als auch kleinere Aufträge für Privatpersonen und Museen.
Motto: Kostbarkeiten in guten Händen
Champagnerkreide, Karnaubawachs, Schellack, Staubbürsten, Skalpelle, Pinsel in jeder erdenklichen Stärke, Dosen mit Hasenhautleim, Terpentinflaschen, dazu ein Sammelsurium an Farbtuben: Kadmiumgelb, Preußischblau, Cyan. In Regalen, Schubladen und Schachteln liegt das Handwerkszeug von Erika Thümmel bereit, fein sortiert und griffbereit. Was wie ein Alchemistenlabor aussieht, ist das Atelier der Restauratorin in einem historischen Altstadthaus in der Grazer Jakoministraße. Mit 16 Jahren sah sie zufällig eine Fernsehdokumentation über die Restaurierung der Schallaburg – in diesem Moment wusste sie, welchen Beruf sie ausüben wollte. Handwerkliches Geschick, ein Faible für komplexe Aufgaben und die Freude am wissenschaftlichen Arbeiten bringt sie mit – die hohe Kunst des Restaurierens erlernt sie am Opificio delle Pietre Dure in Florenz. 1983 eröffnete sie ihr eigenes Atelier in Graz.
Weil die Jahrhunderte an Altären, Engeln, Kanzeln und Orgelgehäusen nicht spurlos vorübergehen, zählt die Diözese Graz-Seckau zu ihren regelmäßigen Auftraggeberinnen. Transportieren lassen sich diese Objekte kaum, also kommt Thümmel mit ihrem Team an Ort und Stelle, aktuell in die Stiftskirche des Benediktinerklosters Kremsmünster. Zu großen Kirchenprojekten kommen kleinere Aufträge: Bilderrahmen, Holzskulpturen, Dachbodenfunde oder ererbte Stücke, an denen der Zahn der Zeit genagt hat. Ein Gemälde, das sie gerade restauriert hat, zeigt ein Craquelé, ein feines Sprungnetz, das entsteht, wenn Ölfarbe über die Jahrzehnte spröde wird: „Dagegen ist man machtlos." An einer Marienfigur aus der Kapelle in der Karlau ist die Farbe abgeplatzt. Nach dem Verkitten der Fehlstellen beginnt die Retusche mit löslichen Harzölfarben. „Man denkt als Restaurator immer in langen Zeitspannen", sagt sie. „Wenn in 50 Jahren ein Kollege oder eine Kollegin dieselbe Marienfigur wieder in Händen hält und die Farbe abnehmen will, muss das möglich sein, ohne das Original zu beschädigen." Eine bemerkenswerte Form von Wertschätzung – vor dem Kunstwerk und vor den Menschen, die ihre Arbeit in ferner Zukunft fortsetzen werden.
Besonderes:
Langjährige Erfahrung, fundiertes Wissen um historische Techniken und Kunstgeschichte, höchste Sorgfalt bei jedem einzelnen Arbeitsschritt sowie eine klare, ehrliche Kommunikation mit unseren Kunden und verlässliche Preise, die in einem vernünftigen Verhältnis zum Wert der jeweiligen Objekte stehen.
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