9 Plätze - 9 Schätze: Friedenskircherl

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Am Nationalfeiertag wird alle Jahre wieder einer der österreichischen Schätze im ORF zum Sieger gekürt. Dieses Mal hat das Friedenskircherl am Stoderzinken gewonnen - wir gratulieren ganz herzlich! Warum das gerade jetzt ein wichtiges Zeichen setzt und was dahinter steckt...

"Es hat Dichter berührt, Gläubigen Trost gespendet und Wandernden himmlische Erinnerungen beschert: das Friedenskircherl am Stoderzinken. Auf einer Seehöhe von 1.898 Metern ist die Kapelle vor 120 Jahren im Gemeindegebiet von Aich im Bezirk Liezen erbaut worden – mit dem Ziel, Menschen zusammenzubringen. Ganz egal wer sie sind oder woran sie glauben." - so liest sich die offizielle Beschreibung des Friedenskircherls am Stoderzinken.

Die Geschichte

Emil Ritter von Horstig - ein wichtiger Name für unser Friedenskircherl. Als Sohn eines Bergbauunternehmers hat er nämlich besonderen Gefallen an der Bergwelt gefunden und war immer schon gerne hoch oben unterwegs. Diese Liebe zu seiner "Welt über den Wolken" wollte er gerne teilen – und so ließ er im Jahre 1902 das Friedenskircherl in den Felsen auf dem Hausberg Gröbmings erbauen. Auf 1.898 Metern Seehöhe wollte er "Wind und Wetter – und allem, was die Menschen voneinander trennt – zum Trotz ein Symbol der Zusammengehörigkeit und der Achtung aller Konfessionen" schaffen. Über ein Jahrhundert später wandern die Menschen nun hinauf und sehen sich dieses symbolisch anmutige Kircherl an, welches übrigens bis heute von keiner Religionsgemeinde geweiht wurde. 

Es steht unter Denkmalschutz, bietet überdachte Tische und Bänke, und soll ein Platz der Verbundenheit sein. Immer wieder wird das Platzerl am Stoderzinken unter Bedacht seiner historischen Wichtigkeit mit neuem Glanz versehen: so werden Schindeln und Geländer nach jedem Winter auf ihre Sicherheit überprüft. Daran hätte Emil Ritter von Horstig wohl Gefallen gefunden, denn seine letzte Ruhe verbringt er hier. Eine Alpenvereinstafel verrät: "Hier irgendwo ruht die Asche von Emil Ritter von Horstig, gestorben am 30. Oktober 1931 im 87. Lebensjahr. Er wollte 'ein Blümle am Stoder' werden".

Die Wanderung

Zum Friedenskircherl findet es sich leicht. Über die Stoderzinken Alpenstraße (Mautstraße) gelangt man mit herrlichem Panorama bis zum Parkplatz Steinerhaus - von dort an geht es dann zu Fuß. Alternativ gelangt man mit dem Zug bis Gröbming und von dort entweder mit dem Bus oder dem Rad zum Steinerhaus. Der Aufstieg zum Kircherl dauert zirka 20 Minuten und ist auch für Familien geeignet, wobei es sich um einen schmalen und engen am Felsen führenden Steig handelt - eine gewisse Trittsicherheit sollte also gegeben sein. 

Wer damit nicht genug hat, kann weiter auf den Stoderzinken wandern. Das ist schon ein bisschen anspruchsvoller - hier können bergerfahrene Kinder ab acht Jahren mitwandern. Die Aussicht ist es in jedem Fall wert.

Die Abstimmung

Bereits zum neunten Mal leiteten Armin Assinger und Barbara Karlich mit den Morderator:innen der ORF-Landesstudios und zahlreichen Promis die Zuseher:innen durch die neun Schätze unseres Landes. So wurde auch dieses Jahr am Mittwoch, dem 26. Oktober, um 20.15 Uhr wieder abgestimmt - und unser Friedenskircherl hat gewonnen! 

Mit diesen 5 Gründen wird klar, warum das Friedenskircherl als wohlverdienter Sieger gekürt wurde:

  • die einzigartige Lage auf 1.898 Meter Seehöhe
  • die Friedensbotschaft mit dem Ziel, Menschen zusammenzubringen
  • der atemberaubende Ausblick ins Ennstal
  • die Glocke am Kircherl, die Ihnen einen Wunsch erfüllt
  • die kurze, aber sehr schöne Wanderung vorbei am Peter Rosegger Denkmal

In diesem Sinne gratulieren wir ganz herzlich und bedanken uns bei allen, die abgestimmt haben!