Warum Wasser nicht gleich Wasser ist

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  • Grünkraft Steiermark, Sommer
Wasser ist mehr als nur ein Durstlöscher: Es hält die Haut jung, entschlackt und beugt unnötigen Hungerattacken vor. Wir haben vor einiger Zeit die erste Mineralwasser-Sommeliére der Steiermark, Gerlinde Mock gefragt, womit sich ein Wasser-Sommelier beschäftigt und wo die Unterschiede beim gefragten „Nass“ liegen.

Julie Maierhofer: Sie waren die erste Wasser-Sommelière der Steiermark. Was kann man sich darunter vorstellen und wie sieht der Alltag einer Wasser-Sommelière aus?

Gerlinde Mock: Wassersommeliers stärken das Bewusstsein für das Kulturgut Mineralwasser und weitere Wassertypen. Wasser ist das wichtigste und einzige Lebensmittel, welches amtlich anerkannt werden muss. Außerdem ist es essentielle Ressource für viele Herstellungsprozesse in der Getränke- und Speisenproduktion und auch Industrie. Der Alltag eines Wasser-Sommeliers kommt ganz auf das Tätigkeitsfeld an. Im Restaurant vermitteln sie die sensorische Charakteristik einzelner Wässer und beraten Gäste bei der passenden Wahl des Wassers als Begleiter zu Speisen, Wein und Kaffee. Im Getränkehandel klären sie über positive gesundheitliche Auswirkungen individueller Wässer auf und machen die Besonderheit sowie die Wertigkeit von Mineralwasser verständlich. Im Mineralwasserbetrieb werden Wassersommeliers im Marketing- und Vertriebsbereich eingesetzt. Sie informieren und beraten ihre Kunden aus Gastronomie und Handel über spezielle Eigenschaften und Vorzüge der eigenen Wassermarken und steigern das Ansehen und die Wertigkeit des Betriebes.

Julie Maierhofer: Jetzt einmal ehrlich: wie unterscheidet sich Wasser von Wasser?

Gerlinde Mock: Wir unterscheiden zwischen Trinkwasser, Quellwasser, Tafelwasser, natürlichem Mineralwasser und Heilwasser. Trinkwasser wird vor allem zum Trinken und Kochen verwendet. Es muss daher frei von pathogenen Keimen sein und unterliegt zahlreichen Behandlungsverfahren, die für natürliches Mineralwasser oder Heilwasser nicht erlaubt sind. Quellwasser stammt aus Quellen mit ursprünglicher Reinheit und unterliegt der Mineral- und Tafelwasserverordnung ohne amtliches Anerkennungsverfahren. Als Tafelwasser bezeichnet man mit Kohlensäure versetztes Leitungswasser. Das Natürliche Mineralwasser stammt aus einer unterirdischen und vor Verunreinigung geschützten Quelle, wird direkt vor Ort abgefüllt und unterliegt hohen Qualitätsanforderungen. Das Heilwasser stammt ebenfalls aus einer unterirdischen Quelle und hat eine nachweisliche Heilwirkung, wie z. B. das Sicheldorfer Heilwasser mit Sofortwirkung gegen Sodbrennen.

Julie Maierhofer: Was macht das steirische Wasser besonders und wozu würden Sie es empfehlen?

Gerlinde Mock: Mineral- und Heilwässer aus der Region verbinden Gesundheit, Genuss und Kulinarik. Auf der Suche nach Erdöl wurde in der Steiermark Mineral- und Thermalwasser entdeckt. Die Wässer haben wichtige Inhaltsstoffe wie Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat, die in unserem Körper gesundheitsfördernd, belebend, entgiftend und stoffwechselanregend wirken. Jedes Wasser verfügt aufgrund unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit und Entstehungsprozesse über besondere, einzigartige Eigenschaften, die mit allen Sinnen erfassbar sind. Mit den steirischen Wässern kann ich vom Aperitif bis zum Digestif, korrespondierend zu Getränken wie Wein und Spirituosen, Speisen, Kaffee- und Teeherstellung, Mischen mit Säften und Wein alles abdecken.

Julie Maierhofer: Auf was kann/soll man beim Kauf eines Wassers achten?

Gerlinde Mock: Dem heimischen, regionalen Mineral- und Heilwasser eine Chance geben und im besten Fall daraus ein Lieblingswasser für sich entdecken. Bewusst wahrnehmen, dass Wasser nicht gleich Wasser ist und weder geruchs- noch geschmacksneutral. „Mineralwasser“ bedeutet auch nicht automatisch, dass es Kohlensäure enthält, es gibt auch viele kohlensäure reduzierte oder -freie Produkte.

10 Fakten über Wasser: Gewusst, dass...

  1. ...es ingsesamt zehn Thermalquellen in der Ost- und Südoststeiermark gibt und diese in bis zu 3.000 Meter Tiefe entspringen?
     
  2. ...Heilwasser, das mit mind. 20 Grad Celsius aus der Erde kommt, bereits offiziell als Thermalwasser gilt und das Wasser im Thermen- & Vulkankland Steiermark aber eine Temperatur von bis zu 110°C aufweist?
     
  3. ...die Hauptwirkstoffe des Thermal- und Mineralwassers Calcium, Magnesium, Natrium und Hydrogencarbonat sind?
     
  4. ...bereits nach einem 25-minütigen Bad im Steirischen Thermalwasser der Stresspegel nachweislich sinkt?
     
  5. ... die Thermalquellen in der Ost- und Südoststeiermark mit 1,4 bis 60 Liter pro Sekunde aus der Erde sprudeln?
     
  6. ...die Mineralwasserquellen in rund 200 Meter Tiefe entspringen?
     
  7. ...bis zu 500.000 Liter Mineralwasser pro Tag zu Tage gefördert werden?
     
  8. ...das Mineralwasser ein völlig reines Naturheilmittel ist und nicht chemisch behandelt wird?
     
  9. ...Mineralwasser ein guter Aperitif ist, da es den Appetit anregt und die Geschmacksnerven stimuliert?
     
  10. ...Trinkkuren mit Mineralwasser eine der ältesten Kuranwendungen der Menschheit sind und erstmalig im 16. Jahrhundert angewandt wurden?

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