© courtesy  | Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 © courtesy  | Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024

Mit diesen Höhepunkten startet das Kulturhauptstadt-Jahr

  • Kulturgenuss im Grünen, Lebensraum
Kultur salz Europa: Das (steirische) Salzkammergut ist 2024 europäische Kulturhauptstadt. Spannende Programmpunkte laden ein, sich aus anderen Blickwinkeln mit dem Salzkammergut auseinander zu setzen.

Kultur salzt los

Vor knapp zwei Wochen wurde die Kulturhauptstadt 2024 mit einem fulminanten und kontroversiell diskutierten Programm in der Bannerstadt Bad Ischl eröffnet. Neben dem Chor der 1000 unter der Leitung von Hubert von Goisern stand auch der Bad Mitterndorfer Tom Neuwirth aka Conchita auf der Bühne. Sein Aufruf zur mehr Menschlichkeit als Leitidee in diesem Kulturhauptstadtjahr begeisterte die mehr als 5.000 anwesenden Gäste und schließt nahtlos an die Aussage von Hubert von Goisern tags zuvor bei der Pressekonferenz zur Eröffnung an: „Das Kulturhauptstadtjahr ist eine Chance für viele!“. Denn erstmals in der 39-jährigen Geschichte der Kulturhauptstadt Europas schließen sich 23 Gemeinden aus dem Salzkammergut, einem ländlich geprägten inneralpinen Raum in Oberösterreich und der Steiermark zusammen, um Kulturhauptstadt Europas zu sein. Mit dabei sind auch die vier Gemeinden aus dem Ausseerland Salzkammergut: Altaussee, Bad Aussee, Bad Mitterndorf und Grundlsee.

Das Programm im Überblick

„Eine Region zeigt, was sie kann“, sagt Elisabeth Schweeger, die künstlerische Leiterin. „Sie verneigt sich vor der traditionsreichen Geschichte ihres Landes und erzählt sie weiter, um nicht darin zu verharren.“ Diesem Gedanken folgend, wurden vier Programmlinien ins Leben gerufen: „Macht und Tradition“ widmet sich der Spurensuche, „Kultur im Fluss“ verschiedensten Kunstformaten, „Sharing Salzkammergut – Die Kultur des Reisens“ der qualitätsvollen Weiterentwicklung des Tourismus in der Region und „Globallokal – Building the New“ der Welt von Morgen.

Das Programmbuch – digital oder als 300-Seiten Schmöker – gibt einen tollen Überblick über die einzelnen Veranstaltungen und Programmschienen. Sozusagen ein „Must have“ für das Jahr 2024 für alle Kultur- und Salzkammergut-Begeisterten.

Zimmer mit Aussicht – ab sofort erlebbar

Ein spannender Mix: 8 ausgesuchte Unterkünfte im Salzkammergut, 5 Designobjekte mit Themen aus dem Salzkammergut, 4 internationale Gestalter und 19 regionale Handwerksbetriebe, das ist die erfolgreiche Mischung, die zum Projekt „Zimmer mit Aussicht“ führt.

LUCY.D – das sind die Industrial- und Interiordesignerinnen aus Wien, Barbara Ambrosz und Karin Santorso und die Initiatorinnen des Projekts „Zimmer mit Aussicht“. Auf ihren Reisen durch das Salzkammergut lernten sie die inspirierende Landschaft und regionalen Handwerkstechniken kennen. Ihr Ziel war es, diese Erkenntnisse in bestehende Hotels und Pensionen einzubringen und mit „Salzkammergut-Zimmern“ erlebbar zu machen. In die neu gestalteten Zimmer hielten Leinenstoffe, Kalkputz, historische Tapeten, handgewebte Wollteppiche, Rasch-Patschen und Porzellan-Leuchten Einzug. Ein vom Salzkammergut inspiriertes Farbkonzept rundet die „Zimmer mit Aussicht“ ab. Besonderes Highlight in den Zimmern sind die Holz-Sitzmöbel mit drei unterschiedlichen Brettschnitten für die Rückenlehnen. Historische Muster werden zu bequemen Sitzmöbeln, die das Genießen des Ausblicks ermöglichen.

Im Gespräch mit Familie Kogler

Das erste – oder besser gesagt, die ersten drei – Zimmer mit Aussicht können in Bad Mitterndorf beim Hotel Kogler gebucht werden. Der Blick auf den Grimming lädt zum Gedanken fließen lassen und genießen ein. Warum die innovativen und leidenschaftlichen Gastgeber Marion und Johannes Kogler vom Hotel Kogler in Bad Mitterndorf bei diesem Projekt mitgemacht haben, verraten sie im Interview:

  • Warum habt ihr euch für die Teilnahme am Projekt „Zimmer mit Aussicht“ entschieden? Welche Erwartungen hattet ihr?
    Wir waren von Anfang an total enthusiastisch und glücklich, dass unser wunderschönes Salzkammergut den Zuschlag zur ersten, österreichischen Kultur-Region erhalten hat. Da war für uns sofort klar, wir wollen hier mitmachen und mitgestalten.
    Kulturhauptstadt oder Kultur-Region zu sein, bedeutet für uns einfach über den Tellerrand zu schauen, international präsenter zu werden und neue Gästeschichten zu erschließen. Eine einmalige Riesenchance für uns alle. Fürs Salzkammergut. Marion und ich sind sehr kunstaffine Menschen und lieben schöne Dinge. Hier mit lokalen wie auch internationalen Designern das Zimmer mit Aussicht zu kreieren hat uns von Beginn an gereizt und abgeholt. Alle Schritte bis zur Fertigstellung und bis zum ersten Check in im Dezember sind aus voller Überzeugung, mit Herzblut und mit Bedacht von uns gewählt und gesetzt worden. Auch für eine enkeltaugliche Zukunft beim Kogler.
     
  • Was ist das besonderen am Projekt und an euren Zimmern mit Aussicht?
    Das besondere ist bestimmt die Verschmelzung alter Salzkammergut-Traditionen, kombiniert mit modernem, zeitlosem Design. Sei es der bekannte Holz-Brettschnitt unserer Balkone und Brückerl, das allumfassende Thema Salz, die Trachtenwelt oder auch das Attersee-Seegras. Hier finden sich neuzeitlich umgesetzte Design- und Stilelemente in allen Zimmern wieder. Ein richtiges Salzkammergutzimmer. Uns war zudem wichtig, auch die weiteren Materialien wie den Admonter-Naturholzboden oder die Vorhänge aus österreichs öltester Bio-Leinenweberei zu beziehen und regionale Handwerker mit der Umsetzung zu Beauftragen. 
     
  • Auf was freut ihr euch im Kulturhauptstadtjahr 2024?
    Wir haben neben dem Kernprojekt „Zimmer mit Aussicht“ noch weitere Kleinprojekte, wo wir mit viel Energie und Spannung daran feilen, diese fertigzustellen. Darunter „Das vermutlich Beste Hotel der Welt“ oder das „Heimspiel“ von Conchita Wurst, direkt neben unserem Hotel. Und wenn es unsere persönliche Zeit erlaubt, so möchten wir auch viele Projekte, Ausstellungen und Darbietungen besuchen, um uns weiter zu entwickeln. Wir freuen uns einfach, ein Teil davon zu sein und hoffen auf viele glückliche und begeisterte Besucher und Gäste aus der ganzen Welt. 

Wer sich einen Überblick über alle Zimmer mit Aussicht verschaffen möchte, kann sich in der Festivalzentrale in der Trinkhalle Bad Ischl die Objekte und Möbel anschauen.

Aus dem steirischen Salzkammergut

Weitere spannende Projekte im Überblick

Die Reise der Bilder – Wolfgang Gurlitt. Kunsthändler und Profiteur in Bad Aussee

Im Kammerhofmuseum in Bad Aussee ist ab 28. März die Ausstellung „Wolfgang Gurlitt. Kunsthändler und Profiteur in Bad Aussee“ zu sehen. Gurlitt war Kunsthändler aus Berlin, der mit seiner jüdischen Geschäftspartnerin Lilly Chistiansen ab 1944 in Bad Aussee lebte. Die Ausstellung ist Teil einer dreiteiligen Ausstellungsserie, die sich mit Kulturpolitik, Kunsthandel und Einlagerungen in der NS-Zeit im Salzkammergut beschäftigt.

Verborgen im Fels. Der Berg, das Salz & die Kunst

Im Steinberghaus in Altaussee zeigt der Comickünstler Simon Schwartz mit seinen Werken die Geschichte des Altausseer Salzbergs sowie der im Berg gelagerten Kunstschätze und deren Bergung. Seit 1147 wird hier Salz abgebaut, zwischen 1943 und 1945 war der Salzberg NS-Versteck für Raubkunst. Der vielfach prämierte Comickünstler hat eine Graphic Novel gestaltet und macht Zeitgeschichte ab 23. März erlebbar.

Region, Welt und Ding. Think global, act regional

Die Ausstellung auf Schloss Trautenfels in Stainach-Pürgg ab 24. März beschäftigt sich mit der Frage „Wie global kann ein Ort im regionalen Raum in der Vergangenheit, im Jetzt und in der Zukunft sein?“. Zu sehen ist auch das Community-Art-Projekt „Signal vom Dachstein“ vom Festival „La Strada“.

"Das andere Leben" – Fotografien von Konrad Mautner

Die Kulturhauptstadt strahlt aber auch weit über das Salzkammergut hinaus. So gibt die Ausstellung im Volkskundemuseum am Paulustor in Graz Einblicke in die Arbeit von Konrad Mautner. Der Ethnologe und Volkskundler widmet sich in seinen Fotografien den Traditionen des Salzkammerguts. Die bildliche Entdeckungsreise wandert ab Mitte Juli vom Universalmuseum Joanneum weiter nach Bad Ischl.

Quelle Bild Konrad Mautner: 

Konrad Mautner, vermutlich in Wien, um 1898

Stephen M. Mautner, Vertreter der Erben von Anna und Konrad Mautner