Rosegger-Museum Krieglach, Arbeitszimmer | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Das Leben des Peter Rosegger

Der bekannte steirische Schriftsteller Peter Rosegger wurde in Krieglach in einer bäuerlichen Familie geboren. Wichtig für Roseggers literarisches Schaffen ist unter anderem das berühmte Erinnerungswerk „Waldheimat“. Der Dichter galt ebenso als engagierter und zeitkritischer Journalist, der mit vielen Persönlichkeiten wie Wilhelm Busch oder Marie Ebner-Eschenbach zusammenarbeitete.


Peter Rosegger erhielt das Ehrendoktorat der Universität Heidelberg, in seinen Gedenkstätten wird seine bemerkenswerte Geschichte weitervermittelt. Das Rosegger-Geburtshaus in Alpl kann über eine kurze Wanderung erreicht werden und bietet Einblicke in das Leben von damals.

Durch seinen Einsatz wurde die Waldschule am Alpl erbaut, die bis heute besichtigt werden kann. Besonders authentisch: Das Schulzimmer sowie das Roseggerzimmer sind erhalten, zudem befindet sich das Österreichische Wandermuseum in der Waldschule.

Im Landhaus von Peter Rosegger werden sein Leben und Werk präsentiert. Eine Rosegger-Ausstellung gibt es hingegen in St. Kathrein am Hauenstein.   

Ein schöner Ausflug, sowohl im Sommer sowie auch im Winter, ist beispielsweise der „Christmettenweg“ von Peter Rosegger.

Kluppeneggerhof (Geburtshaus von Peter Rosegger) | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Kindheit

Am 31. Juli 1843 erblickte der kleine Peter Rosegger als erstes von sieben Kindern das Licht der Welt. Wie und wo verbrachte der Walbauernbub seine Kindheit? Wie kam es, dass er schreiben und lesen lernen durfte?

Das Leben war hart auf dem „Kluppeneggerhof“ am Alpl. Das Bauernhaus der Roseggers war zwar gar nicht so klein, aber es mussten viele Mäuler gestopft werden. Mägde und Knechte mussten genauso versorgt sein, wie die Familie selbst. Im großen Vorhaus sausten die Hühner herum, in der Stube nebenan stand eine ärmliche Geburtswiege. Peterl schlief in einer ausziehbaren Bettlade.

Durch seine zarte Konstitution war bald klar, dass der keine Peter, den mit seiner Mutter eine besondere Liebe verband, für den Beruf des Bauern nicht geeignet war, und so erwies es sich als Glücksfall, dass ein durch revolutionäre Gedanken in Ungnade gefallener Lehrer aus der Nachbargegend in Alpl Aufnahme fand, und dem Buben Unterricht gab. Fortan gab es für den kleinen Träumer nur noch eins: lesen, lesen, lesen. Diese Leidenschaft half ihm über Schicksalsschläge, den Tod vier seiner Geschwister und das karge Leben im Allgemeinen hinweg.

Und als der Bursche 17 war, ging er zu einem Schneidermeister in die Lehre und verließ sein geliebtes Elternhaus. Nicht ahnend, dass einige Jahre später die Eltern den Hof aufgeben und ins Ausgedinge ziehen müssen.

 

Rosegger-Denkmal (Krieglach) | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Jugend

Peter war 17 Jahre, als er bei Ignaz Orthofer, dem Schneidermeister von St. Kathrein am Hauenstein in die Lehre ging. Bei ihm absolvierte Rosegger seine Lehr- und Wanderjahre. Er lernte Land und Leute kennen und fand Zeit, erste Texte zu verfassen. Über das Leid seiner Landsleute, über die schwierige Situation des Bauernstandes und die für ihn bedrohlichen Auswirkungen der Industriellen Revolution. Immer mehr Fabriken sperrten auf, immer weniger rechnete sich der Beruf des Bauern und immer mehr Leute zogen in die neuen Ballungszentren um in dortigen Fabriken zu arbeiten. Er sah, wie schwer es war, den Kindern Bildung angedeihen zu lassen.

Das alles, sowohl auf humorvolle, als auch auf sorgenvoll- kritische Art begann er, zu Papier zu bringen. Seinen Lohn investierte er zusätzlich in Bücher – vor allem in jene, die sich mit dem Gedanken Heimat und Tradition auf dem Land beschäftigten.

Adalbert Svoboda, Chefredakteur der Tagespost, wurde auf das junge Talent aufmerksam. Er veröffentlichte Texte von Rosegger und startete gleichzeitig einen Spendenaufruf. Dieser brachte dem „Lehrling“ so viel ein, dass er auf die Grazer Akademie für Handel und Industrie gehen konnte. Und das war der Start für eine beispiellose Karriere.

Roseggers Waldschule | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Der reisende Waldbauern"bub"

Er war Schriftsteller, Journalist, er war Dichter. Aber Rosegger war vor allem eines: in seine Heimat verliebt. Und er unternahm auch außerhalb seiner Waldheimat und des Jogllandes, wo er seine Lehrjahre verbrachte, viele Reisen um sie kennen zu lernen.

So fuhr er liebend gern nach Schladming oder in die Ramsau und bestieg „seinen“ Dachstein. Heute führt der 5-Hütten-Weg auf seinen Spuren entlang des mächtigsten Berges der Steiermark. Oder er schrieb euphorische Zeilen über den Stoderzinken. Als er in einem Alpenhaus dort, bei Gröbming, erwachte, schrieb er über sein „wonnigliches Vergnügen“ als er von seinem Fenster aus den Dachstein sehen konnte. Der Stoderzinken ist heute beliebter Aussichtsberg und Garant für Naturschauspiele.

Oder er fuhr zum Grimming und ins Ausseerland. Vom Grimming schrieb er: „Gegen Osten ragt der Grimming, welcher von hier aus gesehen die Gestalt eines auf seinen Hinterfüßen sitzenden, ungeheuren Löwen hat.“

Eine weitere Station des Heimatliebhabers: das Gesäuse im Ennstal, dem heute jüngsten Nationalparks Österreichs, mit seinen wilden Wassern und schroffen Felsen. Einige seiner Reisen führten ihn auch nach Mariazell und von dort über den Seeberg, wo er sich als „Mieter“ vorstellte. Weiter führte sein Weg dann über Turnau und Mürzsteg wieder in seine Waldheimat. Aber auch das Raxgebiet und die Schneealm wurden von dem Mann mit der großen Liebe zu Natur und Gott „erwandert“.

Und fallweise ging es auch gen Süden: Über den Kulm gelangte er bis ins Apfeldorf Puch bei Weiz und schrieb verzückt, von einer „Wanderung ins Paradies“. Er liebte die Strecke entlang der Schlösserstraße bis nach Feldbach zur beeindruckenden Riegersburg.

Wie oft es bei Rosegger „Vierterl nach“ geworden ist, wenn er durchs Schilcherland genusswandelt ist, sei hier nicht erwähnt. Fest steht, sowohl die West- als auch die Südsteiermark entzückten ihn.

Aber wenn er sich auch vor allem in der Natur wohlgefühlt hat, auch Graz nahm einen großen Platz in seinem Steiermark-Herzen ein. Er liebte das kulturelle Leben, den Austausch mit Persönlichkeiten, er schlenderte stundenlang durch die Stadt mit ihren berühmten roten Dächern und saß mit Vorliebe in Kaffeehäusern. Peter Rosegger, ein ewiger Wanderer, dessen Geist für die Vielfalt der steirischen Landschaft immer offen war.

Peter Rosegger | © Steiermärkisches Landesarchiv

Roseggers Lebenswerk

Bald begann Roseggers Aufstieg, und aus dem schneidernden Bauernbuben wurde ein bekannter Dichter, Schreiber und kritischer Zeitgeist. Und neben anderen war es niemand geringerer als Peter v. Reininghaus, der den jungen Schriftsteller förderte und ihm Zeit des Lebens enger Freund blieb.

Peter Roseggers Thema waren immer die einfachen Menschen, ihre Sorgen, ihre Traditionen, aber auch humorvolle Erlebnisse aus seiner Kindheit. Rosegger war bald mit vielen Persönlichkeiten auch jenseits der Grenzen in Kontakt, ging viel auf Lesereisen und bekam zahlreiche Auszeichnungen verliehen. Zweimal wurde er sogar für den Nobelpreis vorgeschlagen. Das erste Mal wurde er jedoch abgelehnt, weil seine Äußerungen zum Nationalbewusstsein falsch gedeutet wurden. Den zweiten hätte man ihm posthum verleihen müssen, was nicht möglich ist.

Neben der Schriftstellerei und der erfolgreichen Herausgabe der Monatsschrift „Roseggers Heimgarten“ bemühte er sich, die Bildung der Kinder zu forcieren. „Seinen“ Älplern baute er deshalb eine eigene Schule (die Waldschule).

Peter Rosegger war neben Jules Verne der meistgelesene Autor seiner Zeit. 15 Millionen verkaufte Bücher und Übersetzungen in 20 Sprachen sprechen eine klare Sprache. Sein Lebenswerk umfasst 43 Bände.

Roseggers Waldschule | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Die Familie

Drei Frauen spielten wichtige Rollen im Leben des Peter Rosegger. Zuerst seine Mutter Maria die er über alles liebte, und die auch Verständnis dafür hatte, dass der Bub sich nicht zum Bauern eignete.

In Graz lernte er seine große Liebe, Anna Pichler, kennen. Er heiratete die Tochter eines Hutfabrikanten 1873. Ein Jahr später wurde ein Sohn geboren, das Glück schien perfekt. Umso mehr traf es ihn, als seine geliebte Frau nach der Geburt ihres Töchterchens im Kindbett starb.

Rosegger kehrte zurück in seine Heimat und erfüllte sich, nach schweren Depressionen und tiefer Traurigkeit seinen Traum von der Waldheimat. Er errichtete das Landhaus in Krieglach und zog ein. Jedoch zu früh, denn die Mauern waren noch nicht trocken und so holte er sich schweres Asthma, das ihn den Rest seines Lebens plagte. Aber er fand auch neues Glück. Mit der 19-jährigen Anna, die er heiratete und mit der er noch weitere drei Kinder bekam.

Besonders tragisch war für den jungen Peter, als seine Eltern 1868 durch viele schwere Schläge den Bauernhof, sein Geburtshaus, aufgeben mussten, um ins Ausgedinge zu ziehen und mit ansehen zu müssen, wie sich die neuen Herren, einer nach dem anderen, die Klinke in die Hand drückten.

Rosegger-Museum Krieglach, Arbeitszimmer | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Roseggers Werke

Er war neben Jules Verne der meistgelesene Autor seiner Zeit. 15 Millionen Bücher hat der große Sohn der Steiermark verkauft. Leider sind nicht mehr alle erhältlich, hier können Sie ein wenig gustieren und bestellen.