© www.stefanleitner.com © www.stefanleitner.com
Rinntaverne

sagenumwoben

Die Rinntaverne ist bereits eine alte Dame. Zum ersten Mal von ihr gehört hat man 1272, als „Taverne an der Rinn“. Diese „Rinn“ gibt es heute noch. 


 

© www.stefanleitner.com

man erzählt sich 

Wie bereits vor 750 Jahren plätschert auch heute noch der Bach vor der Rinntaverne. Nomen est Omen: Wasser hat den Hof immer schon geprägt. Die unmittelbare Nähe zur Eisenstraße hat anno dazumal vor allem Flößer und Fuhrleute angespült, aber selbst Kronprinz Rudolph soll hier schon abgestiegen sein. Und auch von einem verschwundenen Hirten, drei weiß gewandeten Bergfrauen und einem mysteriösen Tor im Hausberg, der Frauenmauer, erzählt man sich noch heute. Wen wundert’s? Eine Taverne, die Monarchen empfängt hat sich freilich auch ihre eigene Sage verdient.

Die Frauenmauer bei Palfau

Am unteren Gamsstein ist ein Felsen, die "Frauenmauer" genannt. Als eines Abends der Schafhirte von der Rinntaverne an diesem Felsen mit seiner kleinen Herde vorbeizog, drängte sich eines seiner Lämmer zur Wasserquelle, die aus dem Felsen sprudelte, um zu trinken. Da zeigten sich auf einmal drei schöne, weißgekleidete Bergfrauen. Eine davon begehrte das jüngste Lämmlein. Der Hirte willigte auch ein und gab es ihr. Auf das hin öffnete sich die Felsenmauer und ein herrliches Schloss war zu sehen. Zwei weißgekleidete Diener führten den Hirten in den prächtigen Saal, dessen Wände wie Kristall glänzten. In der Mitte saßen die drei Bergfrauen. Auf dem Tische stand eine goldene Schüssel, darin lag ein gebratenes Lamm. Davon mußte nun der Hirte mit ihnen essen, durfte dabei aber auf kein Knöchelchen beißen. Der Schafhalter wurde aber von der Pracht des Saales und dem stummen Benehmen der drei Bergfrauen so verwirrt, daß er auf diese Warnung vergaß und auf ein Knöchelchen biß. Da erbebte aber sofort unter lautem Donnerschlag der ganze Berg und der Hirte stand wieder mit seiner Herde vor der Felsenmauer und glaubte, geträumt zu haben. Er zählte seine Schafe und fand auch das jüngste wieder dabei, doch es hatte ein gebrochenes Füßchen und hinkte.

Als er mit seiner Herde ins Dorf kam, sah er überall fremde Menschen und niemand wollte seine Schafe einstellen lassen. Die Dorfleute standen verwundert um den Hirten, der ihnen begreiflich machte, er sei doch von der Rinntaverne und habe nur eine kleine Weile vor dem Gamsstein geschlafen.

Da erinnerte sich ein altes Weiblein, daß ihr einst die Großmutter erzählt habe, der Schafhalter von der Rinntaverne sei mit seinen Schafen nie mehr heimgekommen. Die Bergfrauen hätten ihn verzaubert.