Franz Schauer startet mit Anfang 70 noch einmal neu durch | © STG | Miriam Defregger

Neustart mit 73 Jahren: Franz Schauer bringt frischen Wind ins Draxlerhaus

Zwischen Bergen, Zirbenwäldern und klarer Höhenluft liegt ein Haus, um das es in Hohentauern lange Zeit still geworden war. Jetzt brennt dort wieder Licht. Es duftet nach kräftigen Saucen, frisch gebackenem Kaiserschmarren und ehrlicher Küche. Und in der Küche steht einer, der eigentlich längst alles erreicht hat: Franz Schauer.

Franz Schauer zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Köchen des Landes. Jahrzehntelang kochte er in renommierten Häusern im In- und Ausland, arbeitete in der Schweiz, in Holland, Italien und Österreich, führte Haubenrestaurants und prägte die steirische Gastronomie maßgeblich mit. Nun hat er dem traditionsreichen Draxlerhaus neues Leben eingehaucht und führt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sophia Brandtner seit Anfang 2026 das "Schauer’s Draxlerhaus Hotel & Restaurant" in Hohentauern.

Freund der ehrlichen Küche

Wer Franz Schauer begegnet, merkt schnell: Hier steht keiner am Herd, der sich zur Ruhe setzen möchte. Ganz im Gegenteil: Der gebürtige Thalheimer strotzt nur so vor Energie, spricht mit Begeisterung über Produkte, Produzenten und seine Ideen für die Zukunft. Schon als Kind wusste er, dass er einmal selbstständig sein würde. Jetzt, mit über 70 Jahren, verwirklicht er sich noch einmal neu.

Seit einigen Jahren kommt Schauer privat immer wieder nach Hohentauern. Dabei beobachtete er, wie nach und nach Gastronomiebetriebe zusperrten. "Das kann's doch nicht sein", dachte er sich. Genau dieser Gedanke wurde schließlich zum Anfang einer neuen Geschichte. 

Im Draxlerhaus serviert Franz Schauer keine komplizierte Sterneküche. Vielmehr möchte er Klassiker neu interpretieren - kleiner, feiner und kreativer. Sein Anspruch: traditionelle Gerichte auf hohem Niveau präsentieren, ohne ihre Seele zu verlieren.

Besonders bekannt ist er für seine Suppen, Saucen sowie Fleisch- und Fischgerichte. Saisonale Zutaten spielen dabei die Hauptrolle. Die meisten seiner Produkte stammen aus Österreich, viele direkt aus der Region. Das Gemüse baut er teilweise selbst im Burgenland an, dazu kommen Beeren aus dem eigenen Garten, die später in der Küche verarbeitet werden.

Fertigprodukte kommen Franz Schauer hingegen nicht ins Haus. Seine Speisekarte bleibt bewusst klein und verändert sich laufend mit den Jahreszeiten. Tafelspitz, Schweinsbraten oder Kaiserschmarren zählen bis heute zu seinen persönlichen Lieblingsgerichten - bodenständig, ehrlich und mit viel Gefühl gekocht.

Und genau diese Ehrlichkeit ist ihm heute wichtiger als jede Auszeichnung: "Hauben? Die habe ich auch schon gehabt, aber heute geht es mir vor allem um echte Gastfreundschaft und gutes Essen ohne Inszenierung."

Franz Schauer interpretiert Klassiker neu | © Draxlerhaus | Herbert Lehmann
Franz Schauer interpretiert Klassiker neu | © Draxlerhaus | Herbert Lehmann
Cordon Bleu steht auch auf der Speisekarte von Franz Schauer | © Draxlerhaus | Herbert Lehmann
Cordon Bleu steht auch auf der Speisekarte von Franz Schauer | © Draxlerhaus | Herbert Lehmann

Gastgeber vom Frühstück bis zum Abendessen

Mit Anfang 70 noch einmal ein traditionsreiches Gasthaus wie das Draxlerhaus zu übernehmen, verlangt Mut, Erfahrung und eine große Portion Leidenschaft. Dass Franz Schauer gleichzeitig auch das dazugehörige Hotel neu aufgestellt hat, zeigt, wie entschlossen er dieses Kapitel angeht. Die Entscheidung dafür sei allerdings weniger romantisch als vielmehr wirtschaftlich motiviert, erzählt Schauer offen: "Ein Restaurant alleine ist heute kaum mehr rentabel. Die Gastronomie hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert, viele klassische Einnahmequellen funktionieren nicht mehr wie früher. Mit dem Hotel können wir unsere Gäste jetzt den ganzen Tag begleiten: vom Frühstück bis zum Abendessen."

Das Draxlerhaus verfügt aktuell über 24 Zimmer und 28 Betten in drei Kategorien - Standard, Business und Deluxe. Die Zimmer tragen die Namen regionaler Berge und greifen damit die alpine Umgebung auf. Besonders viel Wert legt der Gastgeber auf ein hochwertiges Frühstücksbuffet mit gesunder Küche, regionalen Zutaten und veganen Optionen.

An den Wänden des Draxlerhauses hängen ausschließlich die Werke von Schauers Lebensgefährtin Sophia Brandtner. Gemeinsam möchten die beiden das Haus künftig auch als Ort für kreative Begegnungen öffnen. Geplant sind verschiedene Formate unter dem Motto "Kunst & Kulinarik" - von Mal- und Holzschnittkursen mit Brandtner bis hin zu gemeinsamen Kochabenden mit dem Kochprofi.

Das Draxlerhaus von innen | © STG | Miriam Defregger
Das Draxlerhaus von innen | © STG | Miriam Defregger
Eines der Zimmer im Hotel | © STG | Miriam Defregger
Eines der Zimmer im Hotel | © STG | Miriam Defregger
Franz Schauer in seinem Element | © STG | Miriam Defregger
Franz Schauer in seinem Element | © STG | Miriam Defregger

Ein Haus mit Zukunft

Noch befindet sich vieles im Draxlerhaus bzw. im angrenzenden Hotel im Aufbau. Seit dem 1. September 2025 wird das Draxlerhaus Schritt für Schritt renoviert, die offizielle Eröffnung ist für Sommer 2027 geplant. Derzeit ist das Team bewusst klein gehalten, aktuell können bis zu 25 Gäste bewirtet werden - Vorrang haben die Hotelgäste.

Doch die ersten Stammgäste gibt es bereits. Und das Feedback sei durchwegs positiv, erzählt er mit sichtbarer Freude. Schauer kennt seine Produzenten alle persönlich – egal ob Fischzüchter, Wildlieferant oder Flusskrebs-Produzent. Von jedem hängt ein Bild im Eingangsbereich des Restaurants. "Man muss sich gegenseitig unterstützen", sagt er.

Und während draußen die Berge von Hohentauern in der Abendsonne leuchten, wird drinnen schon wieder angerichtet. Für Franz Schauer ist Kochen eben weit mehr als ein Beruf. Es ist das, was ihn seit Jahrzehnten antreibt - und offenbar auch mit 73 Jahren noch lange nicht loslässt.

Bilder der Produzenten und Lieferanten | © STG | Miriam Defregger
Bilder der Produzenten und Lieferanten | © STG | Miriam Defregger
Franz Schauer vor dem traditionsreichen Draxlerhaus | © STG | Miriam Defregger
Franz Schauer vor dem traditionsreichen Draxlerhaus | © STG | Miriam Defregger

Häufig gestellte Fragen

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Der Steirische Backhendlsalat ist einer der bekanntesten Klassiker der steirischen Küche. Knusprig paniertes Hühnerfleisch wird mit saisonalem Salat, Käferbohnen oder Erdäpfeln serviert und mit Kürbiskernöl sowie Apfelessig verfeinert. Das Gericht verbindet Bodenständigkeit mit regionalem Charakter.