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Zwischen Gondeln & Gämsen: Umweltökonomie bei den Loser Bergbahnen

  • Publiziert am
  • 5 Minuten Lesezeit
  • Winterfrische, Skifahren, Lebensraum
  • Autorin: Madeleine Mitrovic
Wusstest Du, dass im Winter eine beachtliche Anzahl an Gämsen am Loser Nahrung findet? Außerdem sind hier bereits seit Mitte der 1980er-Jahre PV-Anlagen im Betrieb, die inzwischen weiter ausgebaut wurden. Der Hausberg der Ausseer:innen verbindet touristische Nutzung mit Maßnahmen in den Bereichen Energie, Mobilität und Biodiversität. Dabei haben die Betreiber der Bergbahnen einige Herausforderungen zu meistern. In der Bergbahn-Branche sind Ökologie und Wirtschaftlichkeit nämlich eng miteinander verwoben
Unser Zugang ist es, umweltverträglich und dabei erfolgreich zu sein, denn schlechte Projekte sind am wenigsten nachhaltig.

– Rudolf Huber, Geschäftsführer der Loser Bergbahnen

Umweltschutz von Anfang an

Nachhaltigkeit beginnt bei der Planung

Damit bringt er ein zentrales Prinzip der Umweltökonomie auf den Punkt: Die wichtigsten Leitplanken werden immer schon bei der Planung gesetzt. Ist ein Projekt zu klein oder schlecht dimensioniert, führt das später zu Nachrüstungen, die der Natur unnötig schaden. Die Vegetation erholt sich bei Einsatz von standortgerechtem Saatgut, Abdeckung mit Heu und viel Handarbeit in 2 bis 3 Jahren, wobei hier viel „Herzblut“ dahintersteckt.

Ein Projekt, bei dem das gelungen ist, ist die neue Loser Panoramabahn. Sie wurde mit dem BIG SEE Architecture Award für ihre ökologisch-touristische Gestaltung ausgezeichnet und berücksichtigt zahlreiche Aspekte für eine ausgewogene Auslastung im Ganzjahresbetrieb. Die Beschneiung wurde so gelegt, dass sie mit möglichst geringem Pumpbedarf auskommt, der Betrieb barrierefrei gestaltet und die Panoramastraße autofrei gemacht, wenn die Seilbahn in Betrieb ist.

Biodiversität am Loser

Viele Details von der Geologie und Hydrogeologie, bis hin zur Land- und Forstwirtschaft sprengen das Laienverständnis. Alles hängt mit allem zusammen. So lebt am Loser eine große Population der seltenen Apollofalter. Als im Zuge des Neubaus Steinschlichtungen und Stütz-Vorrichtungen nötig wurden, pflanzte man gezielt Fettweiden aus, die den Raupen als Nahrungsquelle dienen. Auch die heimischen Gämsen profitieren. Rund 35 Tiere halten sich im Winter auf der Südseite des Losers auf, wo sie auf den abgesprengten Flächen Äsung finden.

Für Rudi Huber sind viele Maßnahmen auch eine Frage des Hausverstandes: „Der Tourismus stellt im Ausseerland eine wertvolle Lebensbasis dar. Wenn wir die Natur kaputt machen, schaden wir uns selbst und den nächsten Generationen.“ Verantwortung beginnt dabei im Hier und Jetzt. Regionale Wintersportvereine, die den jüngsten Einwohner:innen den Zugang zum Skifahren erleichtern, leisten einen wichtigen Beitrag. Entscheidend ist auch die offene Kommunikation mit der Bevölkerung und den Gästen. Nicht jede:r war anfänglich erfreut über die Sperrung der Panormastraße während der Betriebszeiten. Dafür können mindestens 40.000 PKW-Fahrten jährlich eingespart werden – die Umstellung macht sich also für Umwelt und Lebensraum bezahlt.

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© dernister.at | Johannes Nister
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Maßnahmen für ressourcenschonenden Ganzjahresbetrieb

Loser Panoramabahn

·         Energieeffiziente Beschneiung: optimale Lage der Schnei-Teiche reduziert Pumpbedarf

·         Lawinensichere Anlagen als Schutz von Menschen und Natur

·         Sorgfältige Anpassung an Geologie, Hydrogeologie und Ökologie

·         Barrierefreier Bahnbetrieb: Nutzung mit Rollstuhl und Kinderwagen, Zugang für Rettungsdienst und Versorgung der Berg-Gastronomie

·         Autofreiheit auf der Panoramastraße während des Seilbahnbetriebes

·         Auspflanzung von Fettweiden in den Steinschlichtungen für die Apollofalter

Energiefakten der Loser Bergbahnen

Eigenstromerzeugung durch Photovoltaik:

Zwischenstation: 180 kWp
Bergstation: 26 kWp

 

Mobilität: Betrieb der Panoramabahn spart jährlich mindestens 40.000 PKW-Fahrten auf der Panoramastraße ein.

-       Reduktion verkehrsbedingter Emissionen

-       Rückbau & Entsiegelung von Parkflächen: ca. 5.000 m² wurden entsiegelt und renaturiert.