Energieeffizienz im Wintertourismus

Kann denn Skifahren Energiesünde sein? Beim Anblick fröhlicher, im Schnee tobender Kinder wird es einem warm ums Herz. Die ersten Schwünge auf Skiern sind ein prägendes Erlebnis und oft der Beginn einer lebenslangen Liebe zum Wintersport. Gleichzeitig taucht immer wieder ein anderes Bild auf: Schneekanonen, die feinen Schnee in die Luft pulvern. Man fragt sich, ob das guten Gewissens mit einem nachhaltigen Lebensstil vereinbar ist und wie viel Energie hinter einem Skitag eigentlich steckt.

Schneekanonen:

viel Meinung, wenig Fakten

Technische Beschneiung wirkt auf den ersten Blick wie Energieverschwendung. Tatsächlich verbrauchen Schneekanonen weit weniger Energie, als viele glauben. Für einen Kubikmeter Schnee werden rund 1 bis 3 Kilowattstunden Energie aufgewendet. Das ist etwa so viel wie ein Spülgang mit dem Geschirrspüler. Rund 90 Prozent der eingesetzten Energie stammen mittlerweile aus erneuerbaren Quellen.

Zum Vergleich: Ein Skigebiet mit rund 30 Hektar Pistenfläche verbraucht über die gesamte Saison hinweg weniger Energie als ein kommunales Hallenbad. Der erzeugte Schnee besteht ausschließlich aus Wasser und Luft und gelangt beim Schmelzen vollständig zurück in den natürlichen Wasserkreislauf.


Österreich zählt zu den weltweit nachhaltigsten Tourismusdestinationen

  • 54 % der touristischen Gesamtenergie stammen aus erneuerbaren Quellen 
  • Die Seilbahnbranche hat ihren Energiebedarf in 10 Jahren um 20 % gesenkt 
  • Der gesamte Wintertourismus verursacht nur 0,9 % des österreichischen Energieverbrauchs und
  • beschäftigt 282.000 Menschen in Hotellerie, Gastronomie und Seilbahnen

Quelle: Österreich Werbung

Warum wird überhaupt beschneit?

Schneesicherheit ist eine Grundvoraussetzung für Wintersportregionen. Nur wenn Gäste, Skischulen und Betriebe halbwegs planen können, ist Wintersport-Tourismus überhaupt möglich. Allein in dieser Wintersaison zieht es über neun Millionen Menschen zum Wintersport nach Österreich. Dafür werden Mitarbeitende und Infrastruktur benötigt. Immerhin sind rund 282.000 Menschen jede Saison in den Gastbetrieben und bei den Seilbahnen beschäftigt.

Gerade für die Kinder sind ist Bewegung an der frischen Luft und das Naturerlebnis enorm wertvoll. Statt Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen, sind sie draußen unterwegs und werden in Skischulen und Wintersportvereinen sicher an den Wintersport herangeführt.

Der Reichtum des Winters

Skifahren ist außerdem nur eines von vielen schönen Wintererlebnissen. Die meisten Gäste kombinieren es mit anderen Erlebnissen. Winterwandern, Rodeln, Spaziergehen, regionale Kulinarik – all das steht für Entschleunigung und bewusste Auszeit. Wer zusätzlich einen Betrieb oder eine Region mit Umweltzertifizierung wählt, kann sich auf geprüfte Nachhaltigkeit verlassen.

Zertifizierte Nachhaltigkeit vom Berg bis ins Tal

Besondere Landschaften erfordern besondere Lösungen. Im Ausseerland ist Nachhaltigkeit kein Slogan. Die Destination ist mit dem Österreichischen Umweltzeichen vom BMLUK ausgezeichnet.

Auch die Betreiber der Bergbahnen übernehmen Verantwortung. Die Loser Panoramabahn wurde kürzlich mit dem BIG SEE Architecture Award für ihre ökologisch-touristische Gestaltung prämiert. Das Skigebiet ist zu einem großen Teil eigenstromversorgt durch Photovoltaik-Anlagen an der Mittel- und Bergstation.

Ebenso setzt das Skigebiet „Die Tauplitz“ auf nachhaltige Konzepte: erneuerbare Energien in der Mittersteinbahn, Ladestellen für Elektroautos sowie der bewusste Einsatz regionaler Mitarbeitender und Lieferanten gehören hier zum Selbstverständnis.