Lebenshilfe Ausseerland: „Inklusion lebt von echter Begegnung“
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Henrieta Piroskova ist Pädagogische Leiterin der Tageswerkstätte Berta und seit 15 Jahren bei der Lebenshilfe Ausseerland tätig. Sie kennt die Hoffnungen und Talente ihrer Klient:innen und erzählt, was das gesellschaftliche Miteinander alles bewegen kann und worauf es ankommt.
Wir haben ganz viele Menschen mit Fähigkeiten, Talenten und Lebensfreude hier.
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Henrieta, die Lebenshilfe Ausseerland leistet einen wichtigen Beitrag für Wohlergehen, menschenwürdige Arbeit und Gerechtigkeit. Was wünscht Du Dir?
Dass wir die alten Klischees wegbekommen. Oft hören wir Sätze wie „Diesen Beruf könnte ich nicht machen“ oder „Eure Leute tun mir so leid“. Solche Aussagen zeigen, dass viele noch wenig Einblick haben. Ich wünsche mir, dass die Teilhabe für Menschen mit Behinderung zur Normalität wird. Soziale Kontakte sind immer noch die größte Hürde. Wir haben ganz viele Menschen mit Fähigkeiten, Talenten und Lebensfreude hier.
Fabian ist unser Künstler und hatte bei einer Modeschau eine Vernissage.
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Kannst Du uns mitnehmen? Erzähle uns über diese Fähigkeiten und Talente
Es sind oft kleine Dinge, die auf den ersten Blick niemand vermuten würde – sei es kreativ, handwerklich oder musikalisch. Fabian zum Beispiel ist unser Künstler und hatte bei einer Modeschau eine Vernissage. Er sitzt im Rollstuhl, malt leidenschaftlich gerne und durfte seine Bilder ausstellen. Von den verkauften Werken hat er sich eine digitale Sprachassistenz für seinen Raum gekauft. Wir vermitteln und begleiten auch Klient:innen auf dem 2. Arbeitsmarkt.
Wie nehmen die Betriebe Euer Angebot an?
Es gibt eine Lebenshilfe Servicestelle für Teilhabe an Beschäftigung, kurz TaB, in Bad Aussee. Da begleiten wir die Menschen und bringen sie assistiert mit Betrieben zusammen. So ein Betrieb muss ja bereit sein, sich darauf einzulassen – und wir merken, dass sie das mehr und mehr sind und es probieren, wenn sie davon erfahren. Viele Klient:innen bringen wertvolle Fähigkeiten mit, sie brauchen nur eine Chance und eine verlässliche Begleitung.
Was hat sich verändert zu früher?
Die Betreuung im Familienverbund, wie sie früher in Regionen wie im Ausseerland üblich war, wird weniger. Die Elternarbeit, dass die ganze Familie eingebunden ist, ist nach wie vor sehr stark. Aber Menschen mit Behinderung werden heute wie wir alle auch älter, das heißt die meisten müssen irgendwann ohne Familie leben. Dann liegt es an der Qualität der Institutionen wie der Lebenshilfe, und an uns allen in der Gesellschaft.
Betriebe sind mehr und mehr bereit, es zu probieren, wenn sie davon erfahren
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