Herbst an der Salza I Gesäuse | © TV Gesäuse | Stefan Leitner
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Oktober im Gesäuse: Goldene Wälder, große Töne und lange Nächte

  • Publiziert am
  • 6 Minuten Lesezeit
  • Herbst, Region
  • Autorin: Hanna Giraudo
Der Oktober kann sich im Gesäuse sehen lassen. Goldene Wälder. Klare Luft. Ruhigere Wege. Und weil die Sonne früher Feierabend macht, bleibt danach noch mehr Zeit für Sterne. Dazwischen? Hütten, Äpfel, Orgelklänge, Jodler und die eine oder andere gute Ausrede, noch ein bisschen länger draußen zu bleiben. Hier kommt dein Oktober im Gesäuse.

Noch einmal rauf.

Goldene Wälder, klare Luft und oben vielleicht noch ein Kaspressknödel. Der Oktober ist wie gemacht für die letzte große Portion Berg vor dem Winter.

Viele Hütten im Gesäuse sind im Herbst noch geöffnet und machen eine Wanderung gleich doppelt lohnenswert. Welche Tour? Das entscheidet am besten die Tagesverfassung. Deine. Und die des Wetters.

Denn im Oktober gilt am Berg ganz besonders: Bedingungen checken, Tour passend wählen und lieber eine warme Schicht zu viel einpacken.

Aktuelle Hüttenöffnungszeiten im Gesäuse

Waldböden statt Blütenmeer.

Im Frühling schaut alles nach oben. Im Oktober lohnt sich der Blick nach unten.

Pilze, Moose und Flechten haben jetzt ihren großen Auftritt. Dazwischen raschelt das Laub, über dir leuchten die Blätter und irgendwo knackt garantiert ein Ast. Hoffentlich war’s ein Eichhörnchen.

Der Herbstwald im Gesäuse ist jedenfalls Grund genug, das Tempo ein bisschen herauszunehmen. Denn nicht jede Wanderung braucht einen Gipfel. Manchmal reicht ein Weg durch den Wald und die Erkenntnis, dass es direkt vor den Wanderschuhen erstaunlich viel zu entdecken gibt.

Im Nationalpark Gesäuse und im Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen findest du dafür reichlich Gelegenheit.

Natur erleben im Gesäuse

Unten Nebel. Oben Sonne.

Manchmal braucht es im Oktober nur ein paar Höhenmeter, und aus Grau wird Blau.

Während sich der Nebel noch durchs Tal zieht, wartet weiter oben nicht selten die Herbstsonne. Dazu klare Luft, Fernsicht und Wälder, die gerade noch einmal alles an Farbe auspacken, was sie haben.

Ob gemütliche Runde oder ausgedehnte Bergtour: Möglichkeiten gibt es genug. Und falls der Nebel doch schneller ist als du – auch gut. Mystisch kann das Gesäuse nämlich ebenfalls.

Im Oktober werden die Tage bereits deutlich kürzer. Also Tour passend zum Tageslicht wählen, Wetter und Bedingungen checken und los geht’s.

Wandertouren im Gesäuse

Und wenn’s dunkel wird? Bleib noch kurz.

Im Oktober kommt die Nacht wieder früher ins Gesäuse. Perfekt.

Denn nach Wanderung und Einkehr wartet noch eine Zugabe: der Sternenhimmel. Rund um die Schutzgebiete der Region gibt es viel Dunkelheit und wenig künstliches Licht. Beste Voraussetzungen also, um den Kopf in den Nacken zu legen und ein bisschen länger nach oben zu schauen.

Warm anziehen. Dunklen Platz suchen. Augen an die Nacht gewöhnen lassen. Der Rest passiert über dir.

Und plötzlich ist „früher dunkel" gar keine so schlechte Nachricht mehr.

Sternenhimmel im Gesäuse

Ohren auf. Oder Mund.

Der Oktober kann nicht nur gut ausschauen. Er klingt auch ziemlich ordentlich.

Beim Jodelkurs im Gesäuse bist du selbst dran. Gemeinsam wird gejodelt, ausprobiert und – wenn es das Wetter zulässt – das Ganze mit einer Wanderung Richtung Kölblalm verbunden. Vorkenntnisse? Braucht’s keine. Stimme einpacken reicht.

Wer seine Stimmbänder lieber schont, darf einfach zuhören. Beim Admonter Orgelherbst füllt die große Orgel die Stiftskirche Admont mit ordentlich Klang.

Holladiridings trifft Orgelpfeife. So klingt Oktober im Gesäuse.

Jodelkurs im Gesäuse

Veranstaltungen im Stift Admont

Erntezeit beim Veitlbauer.

Apfel aus dem Supermarkt? Kann man machen. Apfel direkt vom Baum? Knackiger wird’s nicht.

Beim Genussmosthof Veitlbauer in Weißenbach bei Sankt Gallen dreht sich im Herbst vieles ums Streuobst. Auf den Wiesen rund um den Hof wachsen zahlreiche Apfelsorten, die anschließend frisch genossen oder weiterverarbeitet werden.

Wer zur Erntezeit vorbeikommt, erlebt ein Stück Landwirtschaft im Gesäuse ziemlich unmittelbar. Und merkt spätestens beim ersten Biss: Regionalität kann sehr einfach sein.

Baum. Apfel. Reinbeißen.

Mehr zum Genussmosthof Veitlbauer

Museumswetter? Nehmen wir.

Und wenn draußen die Wolken übernehmen? Dann wechseln wir eben das Programm.

Im Forstmuseum Silvanum in Großreifling geht es tief hinein in die Geschichte von Wald, Holz und Forstwirtschaft. Wie wurde Holz früher transportiert? Wie haben Menschen im und mit dem Wald gearbeitet? Und welche Rolle spielt der Wald bis heute? Hier gibt’s die Antworten.

Ein paar Kilometer weiter wartet mit dem Stift Admont ein ziemlicher Kontrast – und gleichzeitig das nächste starke Schlechtwetterprogramm. Kunst, Museum und natürlich die weltgrößte Klosterbibliothek sorgen dafür, dass ein Regentag im Gesäuse erstaunlich schnell zu kurz werden kann.

Forstmuseum Silvanum

Stift Admont

Oktober. Kann bleiben.

Noch einmal rauf auf den Berg. Durch raschelndes Laub gehen. Äpfel direkt vom Baum holen. Jodeln. Orgel hören. Ins Museum verschwinden. Und wenn die Sonne weg ist, beginnt über dir schon das nächste Programm.

Der Oktober im Gesäuse ist eben keine halbe Sache.

Außer vielleicht beim Tageslicht.