Tourismus im (Klima-)Wandel
Fachtagung im Schloss Pöllau zeigte Chancen und Herausforderungen auf
Tourismusverband Oststeiermark
Schloss 1 | 8225 Pöllau bei HartbergWie wirkt sich der Klimawandel auf den Tourismus aus und welche Perspektiven ergeben sich daraus für Destinationen und Betriebe? Mit der Fachtagung „Tourismus im (Klima-)Wandel!“ lud der Tourismusverband Oststeiermark am Donnerstag, 1. Oktober 2026, ins Schloss Pöllau ein, um gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie Touristikerinnen und Touristikern einen Blick auf die Zukunft der Branche zu werfen.
„Der Tourismus befindet sich in einer Phase des Wandels. Es gilt, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen für eine erfolgreiche Zukunft unserer Region zu entwickeln“, betont Stefan Schindler, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Oststeiermark.
Michael Feiertag, Geschäftsführer des Steiermark Tourismus ergänzt: „Die Bedürfnisse unserer Gäste verändern sich und mit ihnen auch die Anforderungen an touristische Regionen und Betriebe. Für die Steiermark liegt darin die Chance, ihre große Vielfalt noch stärker auszuspielen und Angebote gemeinsam weiterzuentwickeln. Der Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Regionen, wie hier in der Oststeiermark, liefert dafür wertvolle Impulse.“
Der Tourismus steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Steigende Temperaturen, häufigere Extremwetterereignisse und veränderte Reisegewohnheiten der Gäste erfordern neue Strategien und Anpassungen. Gleichzeitig eröffnen sich für Regionen wie die Oststeiermark auch neue Chancen, von klimatischen Verschiebungen zu profitieren und nachhaltige Angebote zu entwickeln.
Für wertvolle Impulse sorgten im Rahmen der Tourismus Fachtagung renommierte Expertinnen und Experten sowie Praktiker aus unterschiedlichen Bereichen. Der Meteorologe, Wettermoderator und Sachbuchautor Marcus Wadsak beleuchtete die aktuellen Entwicklungen des Klimas und deren Auswirkungen auf den Tourismus.
„Hitze-Sommer, Dürren, Waldbrände und extreme Unwetter bestimmen seit Jahren die Schlagzeilen. Auch der Tourismus steht durch den Klimawandel vor neuen Herausforderungen. Was passiert gerade mit unserem Wetter und in welche Richtung steuern wir? Und vor allem: Was können wir tun, damit Gäste in der Region weiterhin ein breites Angebot vorfinden können?“, erläuterte Wadsak in seinem Vortrag.
Einen wissenschaftlichen Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Freizeit- und Tourismusräume warf Prof. Ulrike Pröbstl-Haider, ehemalige Professorin für Landschaftsentwicklung, Erholung und Tourismus an der BOKU Wien.
„Der Klimawandel stellt Tourismusdestinationen vor große Herausforderungen, eröffnet aber auch neue Chancen. Während kürzere Schneesaisonen, zunehmende Hitzebelastung und häufigere Extremwetterereignisse Anpassungen erforderlich machen, können Regionen durch innovative Strategien ihre Zukunft aktiv gestalten. Im Winter sind effiziente Beschneiungskonzepte, Kooperationen und Angebotsdiversifizierung entscheidend. Im Sommer gewinnen naturnahe Erholungsangebote, Sommerfrische sowie eine Verlängerung der Vor- und Nachsaison an Bedeutung. Erfolgreiche Klimaanpassung bedeutet jedoch mehr als technische Maßnahmen: Sie muss ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigen und die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung einbeziehen. Gleichzeitig ist Urlaub im eigenen Land ein wichtiger Beitrag zur Verringerung von Klimafolgen und stärkt regionale Wertschöpfung.“, Prof. Ulrike Pröbstl-Haider.
Ergänzt wurden die Fachvorträge durch praxisnahe Einblicke von Wolfgang Wiltschnigg von der FUNbase Holzmeisterlift sowie von Peter Pircher, Biobauer und Gastgeber.
Pircher berichtete aus seinem Arbeitsalltag und zeigte die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels auf Landwirtschaft und Tourismus auf: „Als Gastgeber kann ich durchaus sagen, wir profitieren zurzeit und mittelfristig vom Klimawandel. Als Landwirt hingegen werden die negativen Folgen deutlich spürbar und ich komme nicht umhin, den globalen Tourismus dafür auch mitverantwortlich zu machen. Da uns gegenseitige Schuldzuweisungen aber nicht weiterbringen werden, versuchen wir, mit biologischer Kreislaufwirtschaft in der landwirtschaftlichen Produktion und regionalen, biologischen Zutaten in der Küche ein positives, klimafreundliches Zeichen zu setzen. Von unseren Feriengästen werden die Bemühungen geschätzt und durch Wiederkehr honoriert.“
Wolfgang Wiltschnigg: „Der Klimawandel stellt den Tourismus vor große Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig die Chance, neue Wege zu gehen. Wir müssen unsere Regionen ganzjährig denken und attraktive Angebote schaffen, die unabhängig von einzelnen Jahreszeiten funktionieren. Mit der Entwicklung des Holzmeisterlifts zur FUNbase versuchen wir, genau diesen Weg zu gehen und Sommer- und Wintertourismus miteinander zu verbinden. Für mich bedeutet nachhaltiger Tourismus vor allem, regionale Wertschöpfung zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und unseren Gästen auch in Zukunft ein attraktives Erlebnis in unserer Natur zu bieten.“
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Fragen, wie Tourismusbetriebe auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren können und welche Maßnahmen notwendig sind, um die Region langfristig als attraktive Urlaubsdestination zu positionieren. Die Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wertvolle Anregungen für die zukünftige Entwicklung ihrer Betriebe.
Die Tourismusfachtagung machte deutlich, dass der Klimawandel den Tourismus vor große Herausforderungen stellt, zugleich aber auch neue Möglichkeiten eröffnet. Entscheidend werde sein, frühzeitig zu handeln, innovative Konzepte zu entwickeln und die Chancen nachhaltiger Entwicklungen aktiv zu nutzen. Der Tourismusverband Oststeiermark zog ein positives Fazit der Veranstaltung und freute sich über das große Interesse sowie die intensive Diskussion über die Zukunft des Tourismus in der Region.
„Das große Interesse an unserer Fachtagung und die positive Resonanz weit über die Oststeiermark hinaus zeigen, wie wichtig der fachliche Austausch zu den aktuellen Herausforderungen und Chancen im Tourismus ist. Wir möchten diesen Dialog fortsetzen und werden daher künftig jährlich Fachtagungen zu wechselnden Themen veranstalten“, freute sich Stefan Schindler, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Oststeiermark.
Kontakt
Tourismusverband Oststeiermark
Geschäftsführer Dr. Stefan Schindler
Schloss 1 | 8225 Pöllau
Tel.: +43 3335 47 147
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