Mit kleinen Schritten zum großen Ziel
Rückblick auf den Nachhaltigkeitstag 2026 der WKO Steiermark
Wie passen Nachhaltigkeit und erfolgreiches Wirtschaften zusammen? Perfekt! Denn nur ein nachhaltiges Unternehmen kann langfristig gesehen auch erfolgreich sein. Dieser Ansicht ist man auch in der Wirtschaftskammer Steiermark. Unter der Leitung von Mag. Gabi Lechner und Dr. Silvia Lind-Leitner, Leiterin der stabstelle Themenmanagement und Netzwerke, fand am 24. Juni 2026 bereits zum dritten Mal der Nachhaltigkeitstag der WKO Steiermark statt.
Im Fokus stand, die Vereinbarkeit zwischen nachhaltigem und wirtschaftlichem Erfolg zu etablieren, Best Practice Beispiele aus verschiedenen Branchen vorzustellen, sowie der Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander. Außerdem wurde ein Positionspapier zum Thema „Nachhaltigkeit und Wirtschaft“ der WKO Steiermark vorgestellt, das spannende Erkenntnisse verschiedener Wirtschaftssparten liefert.
„Nachhaltiges Wirtschaften muss optimiert werden“
Mag. Gabi Lechner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Steiermark und selbst glühende Verfechterin des Nachhaltigkeitsgedankens, eröffnete die Veranstaltung und stellte das vor Kurzem finalisierte Positionspapier „Nachhaltigkeit und Wirtschaft“ vor. Darin enthalten sind sowohl die Erkenntnisse einer Nachhaltigkeitsumfrage sowie Reflexionsworkshops mit den sieben Sparten (Handel, Gewerbe und Handwerk, Industrie, Information und Consulting, Tourismus und Freizeitwirtschaft, Transport und Verkehr sowie Bank und Versicherung) und dem Regionalmanagement und Unternehmensservice über den aktuellen Status, bestehende Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten in Sachen Nachhaltigkeit. Auf dieser Grundlage wurden erste Leitlinien für Maßnahmen entwickelt, um das bestehende Angebot gezielter an den Anforderungen der Unternehmen auszurichten. „Nachhaltigkeit bedeutet, wirtschaftliche Stabilität, soziale Verantwortung und ökologische Zukunftssicherung in Einklang zu bringen. Die steirische Wirtschaft wird diesen Weg mit Innovationskraft, unternehmerischem Engagement und einer klaren strategischen Ausrichtung weiterverfolgen“, macht Lechner klar.
Das Positionspapier „Nachhaltigkeit und Wirtschaft“ kann unter diesem Link heruntergeladen werden: Positionspapier: Nachhaltigkeit und Wirtschaft WKO Steiermark
Best Practice zeigen: Jedes Unternehmen kann nachhaltiger werden
Wer bei Nachhaltigkeit im Unternehmen immer gleich an große Investitionen denkt, liegt falsch. Das haben zahlreiche Best Practice Beispiele am Podium gezeigt. Die Sparten waren bunt gemischt, das Ergebnis jedoch eindeutig: Schon kleine Schritte führen in die richtige Richtung – und es muss nicht immer die große Investition sein. So gaben beispielsweise eine Friseurin und der Geschäftsführer eines Autohauses Auskünfte über ihre Erfahrungen und Maßnahmen. Bei beiden begann alles mit einem Termin mit einem Energieberater. Im Zuge dessen wurde genaues Augenmerk auf die derzeitige Situation und potenzielle Einsparungen gelegt. Unisono berichteten beide von kleinen Maßnahmen – wie beispielsweise der Senkung des Wasserdrucks oder geänderten Boilereinstellungen im Friseurgeschäft oder einer Nachtabsenkung der Heizung im Autohaus –, die aber schon spürbare Ergebnisse brachten. Ihr Tipp für alle Unternehmen: Beratungstermin vereinbaren und genau hinschauen, wo Energie gespart werden kann!
In anderen Punkten sind größere Investitionen nötig, die aber auch gravierende Einsparungen bringen können. Anton Berger, steirischer Landesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüfrungstechniker, gab Einblicke in ein spannendes Projekt seiner Sparte. Ein CO2-Vergleich von Heizsystemen wurde durchgeführt und das Energiesparpotenzial nach 20 Jahren fiktiv berechnet. Die Ergebnisse machten deutlich: Ein Umstieg lohnt sich! Am besten abgeschnitten hat dabei ein Umstieg von einem alten Ölkessel (Ausgangslage) auf eine Pelletsheizung. 196 Tonnen CO2 Einsparpotenzial wurden berechnet. „Das wären umgerechnet 68.000 Benzinkilometer, einmal mit dem Flugzeug rund um den Äquator oder 477 gepflanzte Bäume, die bei einem Einfamilienhaus auf 20 Jahre gerechnet hier an CO2 eingespart werden können“, so Berger. Außerdem – nicht unwichtig in Zeiten wie diesen – schafft man sich so ein Stück Unabhängigkeit von fossilen Importen und den damit zusammenhängenden Unsicherheiten – finanziell und sozioökonomisch.
Eine weitere Erfolgsgeschichte berichtete Ulrike Rabmer-Koller von der oberösterreichischen Rabmer-Gruppe. Spezialisiert unter anderem auf Umwelttechnik – von Energiegewinnung aus Abwasser bis hin zu Schacht- und Behältersanierung – bietet das Unternehmen in Sachen Wasser, Abwasser und erneuerbarer Energie eine kompetente Expertise. Interessant beispielsweise für Beherbergungsbetriebe: Das innovative Wassersparsystem Ecowaterjet für Dusche oder Waschbecken, das für bis zu 50% Wassereinsparung bei 100% Duschkomfort sorgt. Das Versprechen des Unternehmens: Zufrieden oder Geld zurück – zwei Monate lang gibt es die Möglichkeit, das System zu testen, wer dann nicht überzeugt ist, bekommt sein Geld zurück.
Wie funktioniert Nachhaltigkeit bei mir?
Eines ist klar herausgekommen beim Nachhaltigkeitstag 2026: Nachhaltigkeit geht uns alle an – und jeder kann seinen Teil dazu beitragen. „Wir müssen aufhören, Nachhaltigkeit als Last für die Wirtschaft zu sehen und sollten sie endlich als Chance für uns alle erkennen“, ist Ulrike Rabmer-Koller überzeugt. Wichtig ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit, denn er kann nur gemeinsam funktionieren. Den Weg dorthin muss jedes Unternehmen für sich selbst finden, um die passenden Maßnahmen und Aktionen für sich selbst zu bestimmen. Und dann können aus vielen kleinen Schritten große Wege werden.