Nachhaltigkeitsteam Region Murau: TVB Murau Geschäftsführer Lukas Bencsics, Obmann Heimo Feiel, Nachhaltigkeitsbeauftragte Marie-Christine Romirer und Berater zum Österreichischen Umweltzeichen Rainer Stifter. | © TVB Murau | Roland Rappitsch

Auf geht's: Region Murau startet mit Green Teams

Gemeinsam auf dem Weg zum Österreichischen Umweltzeichen

Liechtensteinstraße 3-5 | 8850 Murau
Verfasst von: Marie-Christine Romirer

Die Region Murau macht einen weiteren Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft: Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung wurde der Weg zur Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen vorgestellt. Neben Informationen zu den Kriterien, notwendigen Formalitäten und den Zielen der Zertifizierung stand vor allem eines im Mittelpunkt: Nachhaltigkeit soll in der Region gemeinsam gestaltet werden.

Dazu wurde im Rahmen der Veranstaltung ein Beteiligungsprozess gestartet. Bewohnerinnen und Bewohner, Betriebe, Gemeinden, Vereine und weitere regionale Akteurinnen und Akteure sind eingeladen, sich aktiv einzubringen und in sogenannten Green Teams an konkreten Themen der nachhaltigen Regionalentwicklung mitzuarbeiten.

„Das Österreichische Umweltzeichen ist für uns nicht nur eine Zertifizierung. Es ist vor allem ein gemeinsamer Prozess, bei dem wir Bestehendes weiterentwickeln, voneinander lernen und neue Ideen umsetzen wollen“, fasst Geschäftsführer Lukas Bencsics zusammen.

Vom Wissen ins Tun
In einem ersten Brainwalk arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in vier Green Teams zu den Themen „Energie, Verkehr & Klima“, „Freizeit, Sport & Kultur“, „Gastronomie & Kulinarik“ sowie „Natur & Umwelt“. Dabei wurden zahlreiche Ideen, Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze gesammelt. Deutlich wurde dabei: In der Region gibt es bereits viele gute Initiativen und Angebote. Gleichzeitig besteht großes Potenzial, diese stärker miteinander zu vernetzen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Green Teams im Überblick
Im Green Team „Energie, Verkehr & Klima“ standen Energiesparen, nachhaltige Mobilität und erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Neben langfristigen Infrastrukturprojekten wurden vor allem auch einfache und rasch umsetzbare Maßnahmen diskutiert. So entstand unter anderem die Idee einer kompakten Energie-Checkliste für Betriebe, die dabei helfen soll, Einsparpotenziale im Arbeitsalltag leichter zu erkennen. Auch ein verstärkter Erfahrungsaustausch zwischen Betrieben sowie gemeinsame Beschaffungsmodelle wurden angeregt.
Bei der Mobilität reichten die Vorschläge von einem dichteren öffentlichen Verkehrsangebot und einem möglichst durchgängigen Stundentakt über den Ausbau von Wanderbussen bis hin zu besseren Möglichkeiten für die Fahrradmitnahme im öffentlichen Verkehr. Auch der weitere Ausbau von Radwegen sowie E-Ladeinfrastruktur wurde thematisiert. Als positives Beispiel wurde die Elektrifizierung der Murtalbahn genannt.
Beim Ausbau erneuerbarer Energien wurden Wasserkraft, Solar- und Windenergie ebenso diskutiert wie Speicherlösungen und alternative Antriebe.
Als fachlicher Begleiter wird KEM-Manager Jürgen Riegler von der Holzwelt Murau das Green Team bei den weiteren Treffen unterstützen.

Im Green Team „Freizeit, Sport & Kultur“ wurde deutlich, dass nachhaltige Entwicklung häufig dort gefordert ist, wo unterschiedliche Interessen zusammentreffen: bei Großveranstaltungen, im Naturraum, zwischen Tourismus und Landwirtschaft oder bei der Gestaltung barrierefreier Infrastruktur. Auch die wirtschaftliche Nachhaltigkeit, besonders in Themenbereichen wie Veranstaltungen, wurde ausgiebig diskutiert. Schlussendlich muss diese als eine zentrale Säule der Nachhaltigkeit garantiert werden, um das qualitativ hochwertige Angebot in der Region in Zukunft weiterhin gewährleisten zu können.
Auch die Nutzung des Naturraums war ein wichtiges Thema. Klare Wegführungen, aktuelle digitale Karten und eine bessere Abstimmung zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus, Einheimischen und Gästen sollen dazu beitragen, Konflikte zu vermeiden.

Gleichzeitig wurde auf bereits bestehende Stärken der Region hingewiesen: Wanderwege, Weitwanderwege und Tälerbusse bieten gute Anknüpfungspunkte, um Naturerlebnis und nachhaltige Mobilität noch stärker miteinander zu verbinden.

Das Green Team „Gastronomie & Kulinarik“ befasste sich mit großem Potenzial auch bei regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Gäste würden regionale Produkte und Spezialitäten schätzen – gleichzeitig stehen Gastronomie und Landwirtschaft vor praktischen Herausforderungen bei Verfügbarkeit, Mengen, Preis und Logistik. Hier soll deshalb vor allem auf die Stärkung regionaler Lieferketten und den Austausch zwischen Landwirtschaft, Produzentinnen und Produzenten, Gastronomie und Tourismus gesetzt werden.

Bestehende Strukturen wie Bauernläden, Bauernmärkte, Naturpark-Spezialitäten und zertifizierte Betriebe bieten dafür bereits eine gute Basis. Auch regionale Leitprodukte könnten noch stärker als Teil der regionalen Identität und des touristischen Angebots sichtbar gemacht werden.
Ein wichtiger nächster Schritt ist es, erfolgreiche Kooperationen sichtbar zu machen und voneinander zu lernen: Wer arbeitet bereits erfolgreich mit wem zusammen? Welche Produkte sind verfügbar? Und wie können Angebot, Nachfrage, Saison und Logistik besser zusammengebracht werden?

Im Green Team „Natur & Umwelt“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie die wertvolle Natur- und Kulturlandschaft der Region langfristig erhalten und gleichzeitig für Einheimische und Gäste erlebbar bleiben kann. Dabei wurde insbesondere die Rolle der Landwirtschaft hervorgehoben. Die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte für die Pflege der Kulturlandschaft sollen sichtbarer gemacht und die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Tourismus, Naturpark, Gemeinden und Bevölkerung weiter gestärkt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Besucherlenkung und Bewusstseinsbildung. Klare Regeln, aktuelle Beschilderungen und eine verständliche Kommunikation sollen helfen, sensible Naturräume zu schützen. Themen wie Müllvermeidung, Hundekot, Leinenpflicht oder der respektvolle Umgang mit Weidetieren zeigen dabei, dass Nachhaltigkeit oft bei den kleinen Dingen des Alltags beginnt.
Auch konkrete Beteiligungsmöglichkeiten wurden diskutiert – von Aktionstagen zur Landschaftspflege bis hin zu Angeboten, bei denen Gäste selbst aktiv zum Schutz der Natur beitragen können. 

Besonders wichtig ist den Beteiligten, Umweltbildung früh anzusetzen. Naturparkschulen und andere Bildungsangebote könnten dazu beitragen, bereits Kinder und Jugendliche für den respektvollen Umgang mit Natur und Landschaft zu sensibilisieren.
Das Green Team wird bei den weiteren Treffen von Maria Luise Mürzl, Geschäftsführerin des Naturparks Zirbitzkogel-Grebenzen, begleitet.

Gemeinsam statt nebeneinander
Die Ergebnisse der ersten Arbeitsrunde zeigen viele Gemeinsamkeiten zwischen den vier Green Teams. Nachhaltigkeit wird dabei nicht als einzelnes Umweltthema verstanden, sondern als Querschnittsaufgabe für die gesamte Region. Mehrfach genannt wurden insbesondere der Wunsch nach einem stärkeren Austausch zwischen Betrieben, die bessere Nutzung bestehender Strukturen und Angebote, der Ausbau nachhaltiger Mobilität sowie eine stärkere Regionalität in Landwirtschaft und Gastronomie.

Ein zentraler gemeinsamer Nenner lautet dabei: Vom Wissen ins Tun. Neben langfristigen Projekten braucht es auch kleine, konkrete Maßnahmen, die rasch umgesetzt werden können. Gleichzeitig können Kooperationen und gemeinsame Lösungen helfen, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen.

Beteiligung ausdrücklich erwünscht
Mit dem Start der Green Teams ist der Beteiligungsprozess in der Region Murau eröffnet. Die Teams sollen künftig regelmäßig zusammenkommen, Ideen weiterentwickeln, konkrete Maßnahmen anstoßen und damit einen aktiven Beitrag auf dem Weg zum Österreichischen Umweltzeichen leisten. Alle, die sich für eine nachhaltige Entwicklung der Region Murau engagieren möchten, sind herzlich eingeladen, sich einem oder mehreren Green Teams anzuschließen. Gesucht sind interessierte Bewohnerinnen und Bewohner ebenso wie Betriebe, Gemeinden, Vereine, Institutionen und weitere regionale Akteurinnen und Akteure.

Wer mitarbeiten und zu den nächsten Treffen eingeladen werden möchte, kann sich bei Nachhaltigkeitsbeauftragter Marie-Christine Romirer vom Tourismusverband Murau unter  
marie-christine.romirer@regionmurau.at melden.
Denn nachhaltige Regionalentwicklung funktioniert dann am besten, wenn viele mitmachen: mit Ideen, mit Erfahrung und vor allem mit konkreten Beiträgen für eine lebenswerte Zukunft in der Region Murau.

 

Kontakt für Medienanfragen

Marie-Christine Romirer | Tourismusverband Murau | +43 3532 2720 - 30
marie-christine.romirer@regionmurau.at 

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