Picknick im Grünen Picknick im Grünen
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Kultur im Grünen

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Ausgehend von der Landeshauptstadt Graz erkunden wir drei Standorte des Universalmuseum Joanneum. Eines haben sie alle gemeinsam: wertvolle Architektur in reizender Landschaft. Als Höhepunkt des Tages genießen wir ein Museums-Picknick unter knorrigen Nussbäumen.

Barockes Juwel

Frisch und munter starten wir nach unserem Frühstück im Intercity Hotel in den Tag. Von unserer Unterkunft in der Grazer Innenstadt sind es nur wenige Bus-Minuten nach Eggenberg. Durch ein schmiedeeisernes Tor betreten wir die Gartenanlage von Schloss Eggenberg. Sofort fühlen wir uns wie angekommen in einer anderen Zeit. Wir können die adligen Gäste des Schlosses förmlich vor uns sehen, wie sie gemächlich durch den Park flanieren. Die stolzen Pfauen und ihre hohen Schreie verstärken das royale Ambiente noch zusätzlich.

Über den Kiesweg spazieren wir zum Schloss, das von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Die Führung führt uns vom Innenhof hinauf in den 1. Stock in die sehenswerten Prunkräume. Prachtvolle Ausstattung und luxuriöse Opulenz in der Gestaltung erwarten uns. Die Geschichten und Erklärungen zu den Verzierungen faszinieren. Im Planetensaal nehmen wir staunend die Decke in Augenschein und entdecken unter fachkundiger Anleitung kunstvolle Allegorien. In Erinnerung bleibt uns auch der eigens aus dem Land der aufgehenden Sonne importierte Paravent zur Vertäfelung des japanischen Kabinetts.

Naturverbundene Aufgabe

In der Kastanienallee vor Schloss Eggenberg steigen wir zurück in den Bus, nur um rund eine halbe Stunde später wieder unter ausladenden Kastanien anzukommen. Wir sind im Weinbauort Stainz in der Weststeiermark. Im Schloss über dem Ort ist ein weiterer der 14 Museumsstandorte des Universalmuseum Joanneum, das einst von Erzherzog Johann gegründet wurde, beheimatet. Die Ausstellungen drehen sich um die Landwirtschaft und um die Jagd.

In rund 60 Minuten hören wir auf einem Rundgang durch das Jagdmuseum „Alles über die Jagd“: von ihren Ursprüngen als überlebensnotwendiger Nahrungslieferant bis zum heutigen Stellenwert als essenzielle Lebensraumpflege und Quelle besonderer Spezialitäten. Das Zusammenleben zwischen Mensch und Natur ist seit jeher ein ambivalentes und die Museumspädagogin wirft spannende Fragen und Denkanstöße auf.

Voller Genuss

Nach der Führung ist vor dem Picknick: Mit viel Gusto holen wir uns unsere Picknick-Körbe für eine Mahlzeit im Freien. Im Schatten alter Gehölze machen wir es uns gemütlich: wir breiten die bunten Decken aus, strecken uns darauf aus und nehmen unsere Mittagsjause in Augenschein. Die Produkte sind vollständig biologisch produziert und wir freuen uns sehr über die große Auswahl an vegetarischen Snacks. An der frischen Luft schmeckt es gleich noch einmal so gut! Satt gegessen liegen wir glücklich ausgebreitet in der Wiese und fühlen uns in der herrschaftlichen Umgebung fast ein wenig dekadent.

Materielles Kulturerbe

Im Bus dösen wir zufrieden vor uns hin während draußen erst Weinberge und später bewaldete Hänge an uns vorbeiziehen. Als die Straße immer schmaler wird packt uns die Neugier auf das nächste Ziel: Wir sind auf dem Weg in das Freilichtmuseum Stübing. Vom Eingang gehen wir ein kurzes Stück durch einen schmalen, schattigen Kessel. Dahinter öffnet sich die Landschaft und gibt den Blick auf das „Tal der Geschichte“ frei. Rund 100 Objekte erzählen in einem der bedeutendsten Freilichtmuseen Europas aus dem Leben unserer bäuerlichen Vorfahren. Ein interessanter Kontrast zu den beiden Schlössern, die wir heute bereits besucht haben.

In und um die historischen Bauernhäuser lernen wir in Vergessenheit Geratenes neu kennen: das sorgfältig auf den Jahreskreis ausgerichtete Leben, die Mühen des Alltags, aber auch das gesellige Beisammensein an Sonntagen. An einigen Stationen versuchen wir kleinere Arbeitsaufgabe wie früher zu lösen – und kommen dabei ganz schön ins Schwitzen! Der Schmäh rennt, wie die Leute hier in der Steiermark zu sagen pflegen, und wir erzählen uns Anekdoten aus der eigenen Kindheit auf dem Land, bevor es schließlich zurück in die Stadt Graz geht.

Natur, Kultur und ein Picknick: kostbare Zutaten für einen glücklich-machenden Tag!