26.04.2017 Bettina Purkarthofer

Wer so einen Korb bekommt…

…kann von Glück reden! Bis zu vier Tage braucht Anton Reinisch, einer der wenigen steirischen Korbnäher, für ein kunstvolles Gebilde aus Stroh, das anders als ein Weidenkorb nicht geflochten, sondern genäht wird.


Womit früher Knechte am Bauernhof lange Winterabende verbrachten, gilt heute als seltene Fertigkeit, die man bei Autodidakt Anton Reinisch im Freilichtmuseum Stübing nicht nur beobachten, sondern auch lernen kann. Die aufwändige Produktion nimmt mit Anbau und händischer Ernte des Roggenstrohs ihren Anfang. Danach folgen unterschiedliche Arbeitsschritte – vom Einweichen und Erhitzen über das Biegen bis zum Vernähen der Strohwülste mit gespaltenen und gehobelten Weidenruten. Dann aber ist das Prachtstück mit rund 40 cm Durchmesser und 26 cm Höhe fertig und wartet auf seinen Einsatz als Einkaufs-, Oster- oder Picknickkorb.

Wo Anton Reinisch aus Frauental bei Deutschlandsberg am liebsten picknickt? In Stübing natürlich– etwa neben dem Teich oder vor dem Strohhaus. Bei der Vielzahl der verträumten, romantischen Platzerln fällt einem die Wahl allerdings wirklich schwer.

Im Freilichtmuseum in Stübing wird nicht nur altes Handwerk gezeigt, das Museumsgelände lädt zudem zu thematischen Rundgängen und besonderen Veranstaltungen ein. So trifft man sich zum Maibaumaufstellen mit Pflanzenmarkt oder mit „G´sang und Klang“, zum Sänger- und Musikantenstammtisch, umrahmt von Literatur, Musik und Tanz aus der Region.