17.03.2017 Anita Ericson

Wer braucht schon Erdöl...wenn er heißes Wasser hat?

Tief unter der Erde in der Steiermark liegen riesige Wasserspeicher, aufgeheizt von den Temperaturen aus dem Erdinneren. Heilkräftiges, warmes Thermalwasser sprudelt aus der Erde in der Thermenregion und garantiert neben weiteren Naturschätzen rundum genussreiche Aus-Zeiten.


Wenn das Wasser aus bis zu 3.000 m Tiefe an die Oberfläche sprudelt, misst man bis zu 110 Grad Celsius. Man nimmt an, dass es sich um Reste eines Urmeeres handelt, wenngleich Wissenschaftler davon ausgehen, dass der Großteil des Wassers aus Niederschlägen stammt, die in der Erdkruste über einen langen Zeitraum hinweg versickern. Dabei löst das Wasser Mineralstoffe aus dem Gestein, mit dem es in Berührung kommt – diese aufgenommenen Stoffe verleihen den meisten Thermalwässern heilende Wirkung.

Warum es ausgerechnet im Steirischen Becken solche Wasservorräte gibt, liegt an der vulkanischen Vergangenheit der Gegend, die sich weithin sichtbar – man denke nur an die Riegersburg, die auf einem erloschenen Vulkankegel thront – manifestiert. Als Beweis dafür, dass die hier gefundenen Tiefenwässer mit magmatischen Prozessen in Verbindung stehen, gilt ihr Kohlensäuregehalt. Durch die vulkanischen Tätigkeiten sind auch jene Kammern entstanden, die heute als Wasserspeicher dienen.

Mit dem Wissen um die Hitze im Erdinneren erscheint es logisch, dass tief liegendes Wasser ebenfalls heiß ist. Im Steirischen Becken kommt noch eine Besonderheit hinzu: Die Übergangszone zwischen Erdkruste und Erdmantel, wo die Temperaturen bereits mindestens 300 Grad Celsius erreichen, liegt hier gerade einmal in 19 km Tiefe – während sie im weltweiten Schnitt erst bei Kilometer 35 beginnt.

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