Wo tausend Sterne funkeln

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Wussten Sie, dass sich in der Steiermark einer der dunkelsten Orte Zentraleuropas befindet? Ideale Voraussetzungen also, um nächtens einen genaueren Blick in den Himmel zu werfen. Wir verraten, wo sich der mysteriöse Ort befindet, und geben Ausflugstipps rund um die kommende Vollmondnacht.

Licht aus – Sternenhimmel an!

Dass die Steiermark bei Tageslicht wunderschön ist, brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht länger zu erwähnen. Wenn aber die Sterne am Firmament leuchten und die Umgebung friedlich schlummert, zeigt sich eine ganz andere, geheimnisvolle Seite. Denn dann kommen nicht nur Romantiker und Nachtschwärmer auf ihre Kosten, sondern auch Naturliebhaber und Astrofotografen wie Michael Kleinburger.

Der Steirer hat sich auf das Fotografieren des Nachthimmels spezialisiert und begeistert mit seinen Bildern regelmäßig das Internet. Weit reisen muss er dafür nicht, denn besonders gerne verschlägt es ihn mit seiner Kamera in den Nationalpark Gesäuse. „Hier gibt es noch einen sehr dunklen Nachthimmel und man kann die ganze Pracht des Sternenhimmels erleben. Der Mond, unsere Nachbarplaneten und die unzähligen Sterne unserer Heimatgalaxie der Milchstraße wirken dann zum Greifen nah“, erzählt der Passailer. In guten Nächten kann man hier mit freiem Auge bis zu 6.000 Sterne sehen.

Ein besonderer Blick in die Sterne

Was so selbstverständlich klingt, ist längst zu einer Besonderheit geworden. Denn mittlerweile kennen laut Expertenschätzung rund 99 Prozent der Menschen in den USA und Europa keine absolute Finsternis mehr. Der Grund dafür liegt in der Lichtverschmutzung. Was über Jahrhunderte hinweg zur Normalität gehörte, gerät jetzt allmählich in Vergessenheit. Das hat Folgen für Mensch und Tier: unser natürlicher Schlafrhythmus wird beeinträchtigt, der Wachstumszyklus von Pflanzen gestört und tag- und nachtaktive Tiere kommen sich bei der Futtersuche immer öfter in die Quere.

„Wir sind die erste Generation der Menschheitsgeschichte, die drauf und dran ist, den Bezug zum Sternenhimmel zu verlieren“, warnt Kleinburger. Schuld daran ist das Zuviel an künstlichem Licht, das uns den Blick zu den Sternen verwehrt. Dabei bräuchte es laut ihm oft nur einfache Adaptionen wie wärmere Leuchtmittel oder Zeitschaltuhren. Und ein größeres Bewusstsein dafür, was für ein Schatz ein leuchtender Sternenhimmel ist.

„Wenn ich die Andromedagalaxie beobachte, blicke ich 2,5 Millionen Jahre in die Vergangenheit. Die Erde ist nur ein kleines Staubkorn im Universum.“

Zeit also, wieder einmal einen ganz bewussten Blick in den Himmel zu werfen. Eine gute Gelegenheit dafür bietet der bevorstehende Vollmond. „Aufgrund seiner geringen Entfernung zur Erde lässt er sich schon mit freiem Auge gut beobachten. Mit einem einfachen Fernglas sind bereits die Mondkrater zu sehen“, verrät Kleinburger. Für die perfekten Fotos hat er übrigens noch ein paar besondere Tipps: „Was man braucht ist eine Kamera mit manuellen Einstellmöglichkeiten und ein Stativ. Je lichtstärker das Objektiv, desto besser, denn wenn man zu lange Belichtungszeiten wählt, werden die Sterne durch die Erdrotation zu Strichen.“ Und eine gute Planung kann natürlich auch nicht schaden. Wie das beim Profi aussieht, kann man in diesem Video sehen:

Vollmond in der Steiermark

Aber auch ohne Kamera ist die kommende Vollmondnacht äußerst erlebnisreich. Zahlreiche Ausflugsziele laden zu Veranstaltungen ein:  

Vollmondwanderung im Österreichischen Skulpturenpark
Neue Perspektiven auf Kunst, Gesellschaft und Natur liefert die Vollmondwanderung im Skulpturenpark. Start ist bei Einbruch der Dämmerung - Mit dem aufgehenden Vollmond kann man die Kunstwerke dann bei verschiedenen Lichtstimmungen erleben. Zur anschließenden Stärkung warten dann Sturm und Maroni auf die Besucher.  

Mondlichtführung in der Tierwelt Herberstein
Stachelschweine, Kugelgürteltiere, Lisztaffen und natürlich Wölfe: Sie alle zählen zu den dämmerungs- und nachtaktiven Bewohnern der Tierwelt Herberstein. Bei einem geführten Rundgang kann man sie ganz exklusiv besuchen. Und auch am Wildern Berg in Mautern bietet die Vollmondwanderung ganz besondere Einblicke in das nächtliche Tierreich.

Vollmondführung auf Schloss Seggau
Ausgestattet mit Laternen geht es auf einen romantischen Rundgang durch das Schloss Seggau. Bei der Schlossführung erfährt man Wissenswertes über die Geschichte des Schlosses und kann einen Blick hinter die Kulissen des steirischen Bischofsschloss werfen. Einen Höhepunkt bildet die gemeinsame Vollmondbetrachtung auf der Glockenwiese.

Mondführung durch das Freilichtmuseum Stübing
Mystische Geschichten, Erzählungen, Sagen und Musik kann man in regelmäßigen Abständen auch im Freilichtmuseum Stübing erleben. Dabei erhält man einen spannenden Einblick in das bäuerliche Leben von einst und kann unter dem blanken Sternenhimmel die geheimnisvollen Seiten des Museums ergründen.     

Schneeschuhwandern im Almenland
Ein bisschen muss man sich zwar noch gedulden, aber gerade im Winter sind die geführten Schneeschuhtouren im Naturpark Almenland ein ganz besonderes Erlebnis. Bei absoluter Ruhe stapft man durch die verschneite Landschaft und wird dabei nur vom Mondlicht begleitet. Termine werden noch bekannt gegeben.

Mondscheinschwimmen in der Therme Loipersdorf
Im sprudelnden Wasser liegen und durch die Nebelschwaden den Sternenhimmel beobachten… Es gibt wohl nur wenig, das so entspannend und genüsslich ist wie das Mondscheinschwimmen in der Therme Loipersdorf. Jeden ersten Freitag im Monat kann man diese besonderen Momente erleben.

Selbst zur Kamera greifen im Nationalpark Gesäuse
Wer es Astrofotograf Michael Kleinburger gleichtun will, kann sich auch mit ihm gemeinsam auf die Lauer nach einzigartigen Sternenbildern legen. In seinen Workshops erklärt er die Grundlagen der Astrofotografie und verrät Tipps und Tricks rund um das perfekte Bild. Alle Termine dazu findet man auf seiner Webseite.

Touren bei Tageslicht

Noch mehr Ideen gesucht? Informatives rund um unser Planetensystem liefern auch die folgenden Rundwanderwege: