Advent im Schilcherland | © Schilcherland Steiermark | Lupi Spuma Advent im Schilcherland | © Schilcherland Steiermark | Lupi Spuma

Unsere liebsten Weihnachtsbräuche

  • 5 Minuten Lesezeit
  • Abenteuer für Groß & Klein
Rund um Weihnachten finden sich zahlreiche Bräuche: typisch-steirische, aber auch ganz persönliche und familiäre. Wir haben unser Redaktionsteam gefragt, welche besonderen Erlebnisse und Traditionen sie mit dem Weihnachtsfest verbinden. Herausgekommen ist ein bunter Mix an ganz persönlichen Erlebnissen. Viel Freude beim Lesen!

Günther Steininger

Der perfekte Weihnachtsbaum

Eine meiner besonderen Kindheitserinnerungen war immer das Aussuchen des Christbaums im Wald (Erlaubnis vom Bauern hatten wir natürlich 😊). Wir suchten den Baum immer im Herbst aus und markierten ihn mit einem „bunten Mascherl“, um ihn im Winter leichter zu finden. Ging fast immer gut, in einem Jahr hatten wir so viel Schnee – das waren noch Zeiten – dass das Mascherl nicht mehr sichtbar war ... der Baum war aber trotzdem schön. Diese Erinnerung ist heuer etwas Besonderes, denn erstmals suchen wir heuer mit unseren Söhnen – die endgültig nicht mehr ans Christkind glauben – gemeinsam einen Baum aus ... 😊

Annette Krenkl

Glänzende Kinderaugen

Früher hatten mein Papa und ich immer einen Brauch, der mir besonders gut in Erinnerung geblieben ist. Bevor es die Bescherung gab, sind wir zusammen in die Grazer Innenstadt gefahren und haben das Christkind gesucht. Am Weihnachtsabend ist die Innenstadt besonders besinnlich, alle Geschäfte sind zu und die Straßen sind menschenleer. Die Weihnachtslichter leuchten in den Kinderaugen magisch, besonders wenn man auf der Suche nach dem Christkind ist und es immer nur um einen Hauch am Himmel verpasst. Mein Papa hat mich immer mit: „Ach, da war es gerade Annette, jetzt warst du nicht schnell genug.“ darauf hingewiesen, dass ich es leider wieder verpasst habe. 😉 Aufgeregt und gefreut habe ich mich trotzdem sehr, immerhin musste es dann ganz nahe sein.

Als wir dann zu Hause waren, hat der Baum gestrahlt und die Geschenke waren wunderbar verpackt. Bis heute habe ich das Christkind leider nicht am Weihnachtshimmel erblickt, aber geblieben ist diese schöne Erinnerung mit den Weihnachtslichtern und der Aufregung, doch einmal schnell genug zu sein, um es am Himmel erspähen zu können. 🎄

Anja Leitner

Der Weihnachts- cocktail

Meine Familie hat eine Vielzahl ungewöhnlicher Bräuche, aber der Cocktail-Brauch ist ganz klar mein Liebling – denn seit Jahrzehnten kommen meine Großeltern am Heiligen Abend mit einer Kiste voller Cocktailzutaten in mein Elternhaus.
Noch vor dem Essen klappt mein Opa dann sein Cocktailbuch auf, das bestimmt älter ist als meine Mama, und stellt das Gift des Abends vor. Aufgrund des hohen Alters der Rezepte ist das Getränk meistens eine Mischung von Schnaps mit Schnaps und einem Likör mit lustiger Farbe. Voller Stolz schüttelt er uns dann seinen Cocktail der Wahl zusammen und serviert ihn mit einer bloßen Andeutung eines Eiswürfels.
Alle Jahre wieder ist seine giftgrüne, türkisblaue oder blutrote Mischung scheußlich. Gesichtsverzerrend, magendrehend furchtbar. Aber weil mein Opa so eine Freude mit seinen Cocktails hat, versuchen wir alle krampfhaft unsere Mimik zu kontrollieren. Es beginnt ein Chor aus „super, Opa“, „echt gut dieses Jahr“ und „das schmeckt wirklich ausgezeichnet“. Ein Familienmitglied (das Opfer ist im Vorhinein abgestimmt und wechselt jährlich) fragt im Anschluss sogar ganz tapfer nach einem zweiten.
Wenn schließlich alle Getränke brav und mit möglichst wenig Zungenkontakt hinuntergekippt worden sind, zückt mein Opa einen Bleistift und notiert in seiner Cocktail-Bibel unter dem Rezept ganz klein und kaum leserlich unsere einstimmige Bewertung – „sehr gut“.

Stephanie Renner

Festlich und traditionell

Den Weihnachtsbaum gemeinsam zu schmücken ist für mich immer sehr schön gewesen. Früher war der immer „steirisch“ bei uns, also ohne Kugeln und Blingbling sondern mit diesem Strohschmuck 😊 So wie der am Bild nur schöner und ohne Blasmusik, aber mit Klavier. 

 

Chiara Jordan

Geheimrezepte von der Oma

Um die Vorweihnachtszeit zu verkürzen, werden bei uns Omas Backrezepte ausgegraben, die Kochschürze herumgebunden und traditionelle Weihnachtskekse gebacken. Im Hintergrund laufen natürlich die Klassiker unter den Weihnachtsliedern. 😊😊😊

Omas Gewürzkuchen

  • 200 g Butter
  • 200 g Staubzucker
  • Vanille
  • 100 g Mehl
  • 200 g geriebene Nüsse
  • 200 g geriebene Schokolade
  • 5 Eier
  • 1 Schuss Rum
  • Zitronen- und Orangenschale
  • ½ TL Natron
  • ½ TL Zimt
  • ½ TL gemahlene Nelken

Alles gut verrühren und bei 175 Grad backen. Danach mit Marmelade bestreichen und mit Schokoglasur und Streuseln verzieren.

Sarah Valda

Pssst, das Christkind kommt!

Das Warten aufs Christkind war für uns Kinder immer der spannendste Teil. Alle Türen zum Wohnzimmer blieben am Weihnachtsabend verschlossen, man durfte das Christkind ja nicht bei der Arbeit stören 😉 Die Spannung stieg…durchs Schlüsselloch versuchten wir, den ein oder anderen Blick erhaschen zu können…jedoch erfolglos. Umso größer dann die Freude, wenn das Glöckchen klingelte und es endlich Zeit für die Bescherung war. Sehr feierlich und besinnlich wurde dann rund um den Weihnachtsbaum musiziert (jeder von uns musste mit dem Instrument ein Weihnachtslied spielen 😃), gesungen und über schöne/lustige Momente gelacht. Für mich war und bleibt es das schönste Fest auf Erden. 🎄✨

Elisabeth Perl

Kleine und große Freuden

In meinem Freundeskreis gibt es seit jeher die Tradition, sich kurz vor Weihnachten zusammenzusetzen und zu wichteln. Dabei handelt es sich allerdings um kein gewöhnliches Wichteln, sondern wir tauschen „Schrott“. Also Dinge, die wir zu Hause nicht mehr brauchen, die für jemand anderem aber durchaus noch von Nützlichkeit sein können. Diese werden liebevoll verpackt und auf einem Geschenktisch präsentiert. Anschließend wird ausgelost, wer sich zuerst sein Weihnachtspackerl aussuchen darf. Und so wechseln Jahr für Jahr alte Brettspiele, nicht mehr lieb gewonnene Bücher oder Küchenkleinkram ihre Besitzer und sorgen dort (meist) für frohe Gesichter. Bis das Spiel nächstes Jahr wieder von vorne losgeht…