Vinyl-Platten können auch steirisch-grün leuchten.  | © Steiermark Tourismus | Elisabeth Stolzer Vinyl-Platten können auch steirisch-grün leuchten.  | © Steiermark Tourismus | Elisabeth Stolzer
Peter Wendler

Herzgeschichte 10: Aus Liebe zur Vinyl-Platte

Als das Grüne Herz 1972 „erfunden“ wurde, waren sie groß in Mode: Schallplatten. Und obwohl sie zwischenzeitlich fast schon in Vergessenheit geraten waren, feierten sie in den letzten Jahren zunehmend ihr Comeback. Nicht ganz unschuldig daran: der Fehringer Peter Wendler.

Während die einen den Klang und die aufwendig gestalteten Covers schätzen, sammeln die anderen aus purer Liebhaberei. So oder so: Der Trend zur Schallplatte wächst rasant. Alleine 2021 wurden in Österreich 400.000 Vinyl-Platten verkauft. Ähnlich hohe Werte konnten zuletzt vor 30 Jahren erzielt werden. Ein Teil der nostalgischen Tonträger stammt aus dem oststeirischen Fehring. Dort hat Peter Wendler bereits 2016 mit zwei Jugendfreunden das Unternehmen Austrovinyl gegründet.

Das einzige Vinyl-Presswerk Österreichs beliefert mittlerweile Labels in allen Größenordnungen und aus sämtlichen Musikgenres. Die Idee dazu kam ihm eines Tages am Flughafen in Casablanca: „Ich habe schon immer Platten gesammelt und wollte beim Warten am Flughafen online eine bestellen. Aber die langen Lieferzeiten waren einfach ein Wahnsinn. Also habe ich zu recherchieren begonnen und festgestellt, dass es einfach viel zu wenig Produktionskapazitäten am Markt gibt“, erzählt er. Zurück in der Heimat wurde das Problem dann kurzerhand selbst in Angriff genommen. Doch das stellte sich als schwieriger heraus als anfangs gedacht: „Es gab so gut wie keine verfügbaren Vinyl-Pressen mehr. Außerdem mussten wir uns von Grund auf alles selbst beibringen“, so Wendler. Denn was viele nicht wissen: In der Produktion einer Schallplatte stecken zahlreiche Arbeitsschritte, die nach wie vor händisch erledigt werden müssen.

Revival für Vinyl-Liebhaber 

Also wurde das Haus von Wendlers "Mitzi Tant" renoviert und zur Produktionsstätte umfunktioniert. Anfangs produzierte man vorwiegend für kleine Labels und in begrenzten Stückzahlen. Mittlerweile sind die Bestellbücher von Austrovinyl so voll, dass ausgebaut wird: Gemeinsam mit Napalm Records, einem Hardrock- und Metal-Label aus Eisenerz, entsteht nur wenige hundert Meter von der bisherigen Produktionsstätte ein neues Presswerk. Hier sollen dann mit 3 Vinyl-Pressen deutlich mehr Schallplatten produziert werden können. Und auch Vinyl-Fans dürfen sich freuen: Das neue Werk wird auch für Besucher zugänglich sein. „Beinahe täglich rufen mich Leute an und fragen, ob sie sich das mal anschauen können“, erzählt Wendler. In Zukunft soll das nun endlich möglich sein. In Zusammenarbeit mit der Erlebniswelt Wirtschaft ist ein Produktionslauf geplant, bei der man den Werdegang einer Vinyl-Platte von den ersten Schritten am Computer bis hin zur Verpackung live mitverfolgen kann.

Bleibt noch die Frage, was der Unternehmer selbst gerne für Platten hört? „Im Moment gerade weniger als ich gerne würde. Aber wenn, dann ist es etwas zwischen Alternative-Rock, Electronic und Hip-Hop. Der kann übrigens gerne auch aus Österreich sein“, schmunzelt Wendler. Auswahl hat er zumindest jetzt genug.