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Die Steirer zählen zu den sing- und musizierfreudigsten Bewohnern des Alpenlandes. Das bezeugen die unzähligen Schätze an Volksliedern und Weisen, die seit der Zeit Erzherzog Johanns von bedeutenden Volkskundlern und Sammlern (Viktor Zack, Viktor von Geramb u.v.a.) aufgezeichnet wurden.
Zu den häufig gespielten Instrumenten zählen im auslaufenden 20. Jahrhundert die diatonische Knopfharmonika (auch die „Steirische“, die „Quetschn“, die „Harmonie“ oder im Ausseerland die „Rumpl“ genannt), die Klarinette, die Posaune, die Geige, die Bratsche, der Kontrabaß, die Trompete, das Flügelhorn, das Tenorhorn, die Zither, das Hackbrett und die Gitarre.
Der mehrstimmige Liederschatz der Steirer umfaßt neben dem Liebeslied und dem Jodler auch volkstümliche Balladen, Almlieder, Arbeits- und Handwerkslieder, Wiegenlieder, Weihnachtslieder sowie Scherz-, Spott- und Sauflieder. Seit etwa 1980 spricht man vom „neuen Steirerlied“. Zu seinen Vätern zählen zeitgenössische Komponisten wie Kurt Muthspiel, Franz Koringer, Lorenz Maierhofer u.a.
Die technische Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Schallplatte, Tonband, Radio, TV- und Videotechnik) hat zu einer ungeheuren Vermehrung der Volksmusik geführt. Dadurch ergaben sich grenz- und stilüberschreitende Einflüsse quer durch das Alpenland. Zu keiner Zeit vorher wurde im Lande von so vielen Menschen gesungen und musiziert.
Quelle: Landeschronik der Steiermark, Franz Steiner
