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Lautsprache

Uamol muasas sai, a waun sie die Fleign ind die Beiveigl voa Lochn in Bauch holtn - doutz, wos hiazn kimb, is da südouststeirische Doudn:

 

  1. Die meisten, nicht alle "ai" oder "ei" werden zu "oa" verbogen: Maier zu Moar, Eier zu Oar, Weizen zu Woaz. Der Mai bleibt aber der Mai, die Zeit verändert sich auch nicht. Aber der berühmte, bei Dialekttests oft hervorgeholte Eichkatzlschweif findet hier seine Mutationserklärung: Oachkatzlschwoaf ! Ist doch klar, oder ?
     
  2. "eu" wird zu "ei", "äu" zu langem "a": Leut zu Leid, heut zu heid und der Beutel wird zu Beidl. Die Bäume aber werden zu Bam und räumen heißt raman.
     
  3. Alles Harte wird prinzipiell weicher gesprochen, fast jedes "t" wird ein "d", siehe Beidl und Leidln. Manchmal lässt man das zu weich gewordene d ganz weg und sagt Kinna statt Kinda (=Kinder). Das Weicherwerden gilt auch für das "p". Das wurde vor Zeiten zu "b", aus dem Silben-b ist dann ein "w" geworden: aber wurde zu owa, lieber wurde zu liawa und klobig wurde klouwi, weil auch das Schluss-g sehr oft wegfällt.
     
  4. Das Schluss-e spart man sich sehr oft: heit und nicht heute, Leid und nicht Leute.
     
  5. Die Endung -er wird zu einem schalen a: Kinder werden Kinna, der Eimer zum Eimba, Pferde aber zu Pferd und Schafe zu Schouf, weil das lange "a" oft zu "ou" wird.
     
  6.  Das "r" wird nach einem Vokal immer zu einem "a". Immer ! Beispiele: wird wird wiad und das gilt auch für den Wirt. Das Woat heißt Wort, der Ort Oat und die Birke ist die Biakn.
     
  7. Das "o" kann ein "o" bleiben, öfter aber wird es zu "oa" oder zu "ou". Dafür wird aus dem "a" sehr oft ein "o", außer es folgt dem "a" ein "r", dann wird es zu "oa", weil das "r" nach einem Vokal eben immer zu einem "a" wird. Verstanden ? Auch dazu einige Beispiele: alle und aber werden zu olle und owa, auch der Arsch verändert sich und wird zum Oasch. Der Oktober mutiert zum Oktouwa, der Osten zum Oustn, der Most zum Moust, dafür wird Ostern nicht zu Oustan sondern zu Oastern.
     
  8. "ü" und "ie" werden sehr oft zu "ia": lügen heißt in der Südoststeiermark liagn, bügeln aber beigln. Ziehen wird ziachan, schieben wird schiam, kriegen kriagn und müssen wird zu miasn.
     
  9. Die Mehrzahlendungen können oft wegfallen: Pferde sind Pferd, Schafe Schouf, Leute Leit und Bäume Bam.
     
  10. "s" wird sehr oft zu "sch", zum Beispiel in Hirschbrein, die nichts mit Hirschen zu tun hat, sondern von der Hirsebrein kommt. Oder die Gerschbrein (Gerstenbrein).
     

(Quelle: "Kochbuch für Leib & Seel´" - Leykam-Verlag)