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Der Sieg König Ottos I. des Großen auf dem Lechfeld im Jahre 955 brachte die entscheidende Wende für die Gestaltung der Verhältnisse südöstlich des Alpenwalles. Die Traungauer Markgrafen traten bis zum Ende des Investiturstreites in der Mark kaum in Erscheinung. Mit dem Jahr 1122, das mit Markgraf Leopold dem Starken auch eine junge tatkräftige Persönlichkeit in die Leitung der Mark brachte, begann ein neuer Entwicklungsabschnitt, denn jetzt wurden jene Maßnahmen eingeleitet, die zur Landeshoheit, zum Landesfürstentum, zur Landesherrschaft und zur Entstehung des Landes Steiermark geführt haben.
Während Markgraf Leopold die neue Entwicklung eingeleitet hatte, war Otokar III. jener Markgraf, der von etwa 1139/40, als er mündig wurde, bis zu seinem 1164 erfolgten Tod die Landherrschaft völlig zum Durchbruch gebracht und damit das Land Steiermark geschaffen hat. Den äußeren Abschluss der Entwicklung und die sichtbare reichsrechtliche Anerkennung des neuen Territoriums sowie die Reichsunmittelbarkeit aber brachte erst die Erhebung zum Herzogtum, durch Kaiser Friedrich Barbarossa, im Jahre 1180. Nach der Erhebung zum Herzog ließ Otokar IV. das vom Vater übernommene Siegel ändern und nannte sich dux Styre oder Styrie, wobei Steier nun nicht mehr die Burg Steyr, sonder das Land bezeichnete. Die Hauptburg der Otokare im Traungau hatte also dem neuen Land den Namen gegeben.
Als Otokar IV. am 8. Mai 1192 starb, fiel das Herzogtum Steiermark an die Babenberger und war damit das erste der heutigen österreichischen Bundesländer, das eine Vereinigung mit Österreich einging. Durch die Georgenberger Handfeste war die Verflechtung des Schicksals Steiermarks mit den Geschicken Österreichs für dauernd festgelegt, denn weder die vorübergehenden Trennungen noch die späteren habsburgerischen Länderteilungen haben daran etwas zu ändern vermocht.
