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Großes Treuegelöbnis: Der „Reiner Schwur“

1251-1300

1276. Eine ansehnliche Zahl steirischer Adeliger versammelte sich am 19. September in der Zisterzienserabtei Rein bei Graz zu einem staatspolitisch bedeutungsvollen Akt: In ihrem „Reiner Schwur“ gelobten die der Fremdherrschaft unter dem Böhmenkönig Ottokar II Premysl überdrüssig gewordenen Verbündeten mit feierlichen Eiden, als treue Vasallen ihrem Herrn Rudolf (von Habsburg), erlauchten Römischen König, einmütig und unter allen Umständen mit Leib und Gut zu dienen und sich in keiner Bedrängnis und Gefahr voneinander zu trennen – außer durch den Tod. Wer aber – so wurde in der Urkunde niedergeschrieben – sich meineidigen Verrats schuldig mache, der sollt rechtlos sein und als von Gott und den Menschen auf ewig verflucht angesehen werden. In den unmittelbar folgenden Wochen wurden die böhmischen Besatzungen aus der Steiermark vertrieben.