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Renaissance in der Steiermark

Im 16. Jahrhundert vollzog sich auch bei uns endgültig der Umbruch vom Mittelalter zur Neuzeit. Für die heimische Kunst bedeutete dies ein ganz auffälliges Absinken der schöpferischen Initiative und einen weitgehenden Verlust ihres spezifischen Eigencharakters.

 

Man hat dieses Phänomen auf verschiedene Weise und von verschiedenen Aspekten her zu erklären versucht: mit einer Erschöpfung des Formvermögens nach der so verzehrend reichen Spätgotik; mit dem Heraufkommen des Humanismus und seinem neuen Gedanken- und Bildungsgut aus antiker Geschichte und Literatur, das nur bei der Gebildetenschichte Aufnahme fand, nicht aber im Volke Wurzeln schlug; mit dem übermächtigen Einbruch der italienischen Renaissancekunst, die in fast ganz Europa wirksam zu werden begann und die nationalen Kunstäußerungen überlagerte; und schließlich mit der verworrenen politischen Situation im Habsburgerreich, hervorgerufen durch den in der Reformationsbewegung aufflammenden Glaubensstreit zwischen den Katholiken und den Lutheranen.

 

Alle diese Gründe treffen zu und bewirkten wohl gerade in der Gleichzeitigkeit ihres Auftretens diese über ein Jahrhundert andauernde schöpferische Pause der österreichischen Kunst.