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Juli 1934: Hitlers Wink

Das Land hatte sich vom Bürgerkrieg noch nicht erholt, stand auch schon die nächste Auseinandersetzung ins Haus. Am 25. Juli 1934 besetzten SS-Angehörige das Bundeskanzleramt und das Gebäude der RAVAG in Wien, ermordeten den Bundeskanzler Engelberg Dollfuß und gaben für die Gesinnungsgenossen in ganz Österreich das Signal zum Angriff auf den Staat, für den sie Anton Rintelen als neuen Bundeskanzler vorsahen.

 

Am heftigsten waren die darauffolgenden Kämpfe in der Steiermark, an denen sich auch die Heimwehrgruppen um Konstantin Kammerhofer und Meyszner beteiligten. Schwere Auseinandersetzungen gab es unter anderem in der Umgebung von Leoben und Trofaiach, wo etwa 80 Prozent der Bevölkerung hinter den Nationalsozialisten standen und die Häuser zu deren Unterstützung beflaggten. Unterstützung kam auch von der Alpine Montan, deren Direktion einen Generalstreik in der Hütte Donawitz und in anderen Werken ermöglichte. In der Obersteiermark waren es vor allem loyale Heimwehrgruppen, die die SA bekämpfen, während in Leoben und im Süden das Heer die Aufständischen nach tagelangen Kämpfen nur mit Artillerie besiegen konnte.

 

Graz selbst blieb durch starke Garnisonen gesichert und wurde – im Gegensatz zu etlichen anderen Gemeinden – von den Putschisten nicht eingenommen. 88 Tote und 164 Verwundete forderte der Versuch einer nationalsozialistischen Machtübernahme in der Steiermark. Ein Versuch, der lange Zeit zu Unrecht bagatellisiert wurde.